Hundeschule für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung

Schlagwort: Positive Verstärker

Clickertraining

Wie du durch Clickertraining den Lernerfolg von dir und deinem Hund beeinflussen kannst

Mittlerweile weiß man, dass man im Hundetraining die besten Lernerfolge über positive Verstärkung bekommt. Bei der positiven Verstärkung bekommt der Hund Gutes für Gutes, das heißt für ein Verhalten, das wir als richtig empfinden wird der Hund z.B. mit Futter belohnt. Wiederholen wir das immer und immer wieder, wird der Hund das Verhalten öfter zeigen. Es lohnt sich für ihn. Clickertraining, also die Arbeit über ein Markerwort oder Markersignal, unterstützt dieses Prinzip und verbessert dein Training.

Wie funktioniert Clickertraining

Bei Clickertraining konditionieren wir den Hund auf ein Markersignal oder ein Markerwort. Dieses Signal oder Wort soll dem Hund vermitteln, „dass was du gerade tust ist richtig und es gibt eine Belohnung“. Das Geräusch des Clickers ist deswegen immer eine Ankündigung für eine Belohnung.

Der erste Schritt im Clickertraining ist also die klassische Konditionierung über ein Markersignal oder ein Markerwort. Für die Arbeit mit einem Clicker heißt das dann, jedes Mal, wenn du klickst bekommt dein Hund eine Belohnung. Erstmal einfach so, ohne viel Anstrengung. In der Regel genügen hier wenige Wiederholungen, bis dein Hund verstanden hat, „klick“ bedeutet ich bekomme eine Belohnung.

Dein Hund hat also gelernt, „klick“ bedeutet ich bekomme eine Belohnung. Doch das ist nicht alles. Wenn dein Hund von dir eine Belohnung bekommt werden im Gehirn Glückshormone ausgeschüttet, er freut sich und hat ein gutes Gefühl. Diese positiven Emotionen verknüpfen wir ebenfalls mit dem Geräusch des Clickers und damit erreichen wir, dass dein Hund sich gut fühlt, noch bevor er die eigentliche Belohnung bekommen hat. Du kannst dir das wie die Vorfreude auf Weihnachten oder andere Feste vorstellen.

Die Vorteile von Clickertraining

Wenn wir unseren Hund für gutes Verhalten belohnen möchten müssen wir schnell sein. Für schnelle Lernerfolge wird der Hund, für gutes Verhalten, am besten in unter zwei Sekunden belohnt. Wer mit dem Clickertraining anfängt merkt schnell, wie langsam man eigentlich ist. Aber das Gute an der Sache ist, wir können uns verbessern. Durch Clickertraining können wir unser Timing verbessern und gutes Verhalten viel schneller belohnen.

Dadurch das wir schneller werden und der Hund gelernt hat, dass der Klick eine Belohnung bedeutet, können wir auch viel gezielter Verhalten belohnen. Indem wir genau dann klicken, wenn der Hund gutes Verhalten zeigt, markieren wir das Verhalten. Wir verbessern also nicht nur unser Timing, sondern auch unsere Kommunikation.

Besseres Timing, bessere Kommunikation und viele positive Gefühle führen am Ende dazu, dass wir deutlich schnellere Lernerfolge erzielen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir durch unterschiedliche Marker auch die Möglichkeit haben unserem Hund beizubringen welche Belohnung er wo bekommt. Für manche Hunde kann das sehr sinnvoll sein und die eigentliche Belohnung nochmal deutlich besser machen.

Clicker, Markersignal und Markerwort

Wenn wir Clickertraining lesen denken wir erstmal ganz klassisch an Menschen die einen sogenannten Clicker in der Hand haben und klicken, sobald der Hund gutes Verhalten zeigt. Clickertraining funktioniert aber nicht nur mit einem Clicker. Möglicherweise „clickerst“ du auch schon ohne es zu wissen.

Denn, wer keinen Clicker nutzen möchte kann sich auch für ein alternatives Markersignal oder ein Markerwort entscheiden. Die klassische Konditionierung erfolgt dann nicht über das Geräusch des Clickers, sondern über ein anderes Geräusch oder ein Wort. Beliebte Alternativen sind zum Beispiel das Schnalzen mit der Zunge oder die Wörter „klick“, „top“, „Bingo“, „yes“ oder „ping“. Der Vorteil, man hat seine Stimme immer dabei und die Hände frei.

Kann man auch was falsch machen?

Die Fehlerquellen beim Clickertraining sind relativ gering und wenn dann doch mal was schiefläuft, dann hält sich der „Schaden“ aufjedenfall in Grenzen. Trotzdem gibt es ein paar wichtige Regeln an die du dich halten solltest.

Das Markersignal oder Markerwort markiert ein gutes Verhalten. Es wird also nur geklickt, wenn dein Hund ein Verhalten zeigt, dass du gut findest und verstärken möchtest. Es wird nicht geklickt um den Hund zu dir zu locken!

Wie schon erwähnt kündigt das Markersignal eine Belohnung an und die sollte auch immer folgen. Ohne die Belohnung würde das Markersignal irgendwann an Bedeutung verlieren und zu einem völlig uninteressanten Geräusch oder Wort werden. Die einzige Ausnahme ist, wenn dein Hund in einer Situation ist, in der keine Belohnung annehmen kann. Sollte das der Fall sein kannst du trotzdem gutes Verhalten durch klicken markieren. Dann ist es aber besonders wichtig, denn Belohnungsakku im Anschluss wieder aufzuladen.

Zu guter Letzt kann es dir passieren, dass du, vor allem durch falsches Timing, ein anderes Verhalten markierst und belohnst als du geplant hattest. Wenn dir das passiert leg am besten eine kleine Pause ein und arbeite anschließend an deinem Timing.

Fazit

Clickertraining ist für jedes Mensch-Hund-Team geeignet. Es kann dir helfen dein Timing und die Kommunikation zwischen dir und deinem Hund zu verbessern. Markersignale oder Markerworte können Belohnungen aufwerten und deinem Hund vermitteln, dass er etwas richtig macht, wenn er gerade keine Belohnung annehmen kann.

Jeder kann „Clickern“ lernen und einfach und schnell in sein Training einbauen. Fehlerquellen gibt es nur wenige. Also worauf wartest du? 🙂

Emotionen bei Hunden

Wie Emotionen das Verhalten unserer Hunde beeinflussen

Lange wurde Tieren nachgesagt, dass sie nur ihren Instinkten nachgehen und nur der Stärkste in der Natur überlebt. Gefühle und gefühlsbasierte Handlungen oder Beziehungen wurden ihnen völlig abgesprochen. Heute weiß man zum Glück, dass auch Tiere fühlen. Welche Emotionen bei Hunden und anderen Tieren wirklich vorhanden sind und wie sie dabei fühlen weiß man auch heute noch nicht zu hundert Prozent. Man ist sich aber einig, dass auch unsere Hunde Emotionen empfinden und zeigen können.

Warum wir uns mit dem Thema Emotionen bei Hunden auseinandersetzen sollten

Spätestens wenn es um Emotionen wie Angst oder Aggression geht fangen wir an uns etwas intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eigentlich schade, denn Emotionen begleiten uns jeden Tag. Jede Lernerfahrung die dein Hund macht ist mit Emotionen verknüpft. Und jede Situation die er erlebt ist eine Lernerfahrung. Es ist aber nicht nur die eine spezielle Situation. Es sind die Menschen die anwesend sind, andere Tiere, die Tageszeit, Geräusche, Orte… Alles wird im Gehirn gespeichert und mit Emotionen verknüpft. Was passiert also im Gehirn deines Hundes? Warum reagiert er wie er reagiert? Wie kommt es, dass er ängstlich oder aggressiv reagiert? Um das zu verstehen müssen wir ein bisschen wissenschaftlicher werden.

Was sind Emotionen?

Als Emotion wird ein psychischer und physischer Zustand bezeichnet, der durch eine bewusste oder unbewusste Wahrnehmung einer Situation oder eines Ereignisses ausgelöst wird.

Emotionen betreffen also nicht nur die geistige, sondern auch die körperliche Ebene. Dadurch werden Emotionen bei Hunden sogar messbar. Unterschieden wird zwischen den sechs Basisemotionen, Freude, Trauer, Aggression, Angst, Lust und Ekel und weiteren komplexen Emotionen. Ob Hunde auch in der Lage sind komplexe Emotionen wie z.B. Scham und Eifersucht zu empfinden ist nicht geklärt. Bei den Basisemotionen ist man sich aber ziemlich sicher.

Welchen Sinn haben Emotionen?

Emotionen sind schon sehr alt auch wenn die Wissenschaft erst seit kurzem unseren Hunden Emotionen zugesteht. Sie helfen unseren Hunden in einer sozialen Gruppe zurecht zu kommen und sichern ihr Überleben.

Emotionen entstehen im Gehirn im limbischen System. An gleicher Stelle werden auch Gedächtnisinhalte gebildet und Lernerfahrungen verarbeitet. Das limbische System besteht wiederum aus weiteren Bereichen.

Wo Emotionen entstehen

Ein Bereich im limbischen System ist der Hypothalamus, ein Teil des Thalamus. Er ist an der Entstehung unkoordinierter und koordinierter emotionaler Reaktionen beteiligt. Im Hippocampus werden neue Erinnerungen, Informationen und Emotionen verarbeitet. Er spielt außerdem eine besondere Rolle, wenn es um Angst geht.

Der Hauptort für die Entstehung und der Kontrolle von Emotionen ist die Amygdala oder auch Mandelkern genannt. Die Amygdala ist der wichtigste Bereich, wenn es um emotionales Lernen geht. Alle Situationen werden von der Amygdala registriert und die erlebten Emotionen gespeichert.

Jedes Mal, wenn dein Hund in eine Situation kommt, die er schon einmal erlebt hat, werden die gespeicherten Emotionen der Amygdala wieder abgerufen. Der Hippocampus liefert außerdem zusätzliche Details der Situation.

Was passiert denn jetzt genau?

Wir wissen jetzt welcher Teil des Gehirns für die Entstehung von Emotionen zuständig ist. Doch natürlich besteht das Gehirn auch aus weiteren Teilen, wie dem Stammhirn und dem Großhirn. Das Großhirn ist der Teil im Gehirn, der für bewusste und rationale Handlungen zuständig ist. Im Großhirn werden alle Wahrnehmungen zu einem detaillierten Bild zusammengesetzt, gespeichert und mit anderen Situationen verglichen. Für den besseren Überblick hier mal ein vereinfachtes Bild eines (menschlichen) Gehirns.

Mit diesen Informationen können wir uns jetzt genauer anschauen was im Gehirn deines Hundes passiert. Dein Hund nimmt einen Reiz, z.B. einen Knall wahr. Dieser Reiz wird vom Thalamus an das Großhirn weitergeleitet, dort verarbeitet und mit anderen verglichen. Anschließend bewertet das Großhirn ob es sich um einen gefährlichen oder ungefährlichen Reiz handelt und entscheidet wie dein Hund reagieren soll. Wenn das Großhirn eine Situation als Gefahr bewertet, löst es eine Stressreaktion aus und übergibt die Kontrolle an die Amygdala im limbischen System. Die Amygdala löst dann weitere Reaktionen aus, die deinen Hund zur Flucht oder zum Angriff bewegen.

Warum Hunde manchmal extrem emotional reagieren

Die Abläufe im Gehirn dauern zwar nur wenige Sekunden aber wenige Sekunden können in einer echten Gefahrensituation schon über Leben und Tod entscheiden. Darum löst der Thalamus direkt eine Stressreaktion aus, wenn er eine Situation als potentiell gefährlich einstuft. Die Information wird direkt an die Amygdala weitergegeben. Der Weg über die Amygdala funktioniert sehr viel schneller allerdings ist das Bild, das der Thalamus sendet auch relativ ungenau. Darum reagiert dein Hund in manchen Situationen erstmal extrem emotional. Wie dein Hund eine Situation bewertet ist sehr individuell und abhängig von verschiedenen Dingen wie z.B. bisherige Lernerfahrungen.

Was machen wir jetzt mit diesen ganzen Informationen?

Du hast jetzt einen groben Überblick darüber was im Gehirn deines Hundes passiert und warum er manchmal extrem emotional reagiert. Natürlich passiert da noch viel mehr. Im Körper werden eine ganze Menge Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet, Blutdruck und Puls verändern sich und unterschiedliche Areale im Gehirn sind aktiv. Genau so passiert das übrigens auch bei uns Menschen. Dadurch werden Emotionen bei Hunden im Körper messbar und vergleichbar. Emotionen beeinflussen das Verhalten unserer Hunde. Zum positiven und zum negativen.

Es ist sehr wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass jede, wirklich jede, Erfahrung mit Emotionen verknüpft und abgespeichert wird. Wir wissen nie genau was unsere Hunde wahrgenommen und abgespeichert haben. Natürlich möchten sich auch unsere Hunde überwiegend gut fühlen. Wie jedes Lebewesen versuchen sie daher negative Emotionen und deren Auslöser zu vermeiden. Deswegen sollten wir negative Emotionen im Training und im Zusammenleben mit unseren Hunden möglichst vermeiden.

Strafe im Hundetraining

„Strafe muss sein, in der Natur werden die Tiere auch nicht belohnt, man muss dem Hund seine Grenzen zeigen, das ist ein Hund dem man etwas deutlicher zeigen kann was Phase ist.“ Sätze die man häufig im Zusammenhang mit Strafen im Hundetraining hört. Sätze bei denen ich eine Gänsehaut bekomme und mit denen Menschen versuchen ihre Erziehungsmethoden zu rechtfertigen. Strafe im Hundetraining ist immer noch allgegenwärtig. Wo fängt Strafe an und wo hört sie auf? Welche Auswirkungen kann Strafe im Hundetraining haben und welchen Einfluss hat Strafe überhaupt auf den Hund?

Strafe im Hundetraining – Muss Das sein?

Muss Strafe im Hundetraining sein? Strafe ist nicht gleich Strafe. Die Methoden, die aber im Allgemeinen als Bestrafung angesehen werden und leider immer noch häufig Anwendung finden (Leinenruck, Stachelhalsbänder, Teletakgeräte & Co.) müssen und dürfen auf keinen Fall sein und alle anderen Arten von Strafe sollten vorher gründlich überdacht werden. Dazu ein passenden Auszug aus dem Tierschutzgesetz.

„Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. (§1 TschG)“

§3 TschG: „Es ist verboten… Abs. 1: einem Tier… Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen… Abs. 1b: an einem Tier im Training oder bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind und die die Leistungsfähigkeit von Tieren beeinflussen können… anzuwenden… Abs. 5: ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind… Abs. 11: ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt…“

Wo fängt Strafe an?

Der Hund lernt aus den unmittelbaren Konsequenzen seines Verhaltens, positiv wie negativ. Dieses Grundprinzip der Lerntheorie formulierte Edward Lee Thorndike bereits 1898 (Law of Effect). Konsequenzen, die dazu führen sollen, dass ein Hund Verhalten häufiger zeigt werden in der Lerntheorie als Verstärker bezeichnet. Konsequenzen, die dazu führen sollen, dass ein Hund Verhalten seltener zeigt nennt man Strafe oder Bestrafung. Bei der operanten Konditionierung können dann sowohl Verstärker als auch Strafen nochmal in positiv und negativ unterteilt werden. Wobei hier die Worte positiv und negativ nicht als angenehm und unangenehm übersetzt werden können sondern eher bedeuten, dass etwas hinzu kommt oder entfernt wird.

Über klassische und operante Konditionierung sowie über Verstärker im Hundetraining gibt es schon extra Beiträge. Um aber die Frage zu beantworten wo Strafe anfängt müssen wir nochmal ein bisschen davon wiederholen.

Positive Verstärkung bedeutet, dass etwas für den Hund angenehmes hinzu kommt z.B. Leckerchen. Die Konsequenz die der Hund für sein Verhalten erfährt ist also positiv. Er freut sich, weil er mit seinem Verhalten Erfolg hat. Negative Verstärkung bedeutet, dass etwas für den Hund unangenehmes aufhört, sobald er ein von uns gewünschtes Verhalten zeigt. Die Konsequenz die der Hund für sein Verhaltensänderung erfährt ist, für ihn, erstmal positiv aber mit einem faden Beigeschmack. Der Hund ist erleichtert, dass das Unangenehme aufgehört hat.

Negative Bestrafung bedeutet, dass etwas für den Hund angenehmes aufhört, wenn der Hund ein, für uns, unpassendes Verhalten zeigt. Er wird dann zum Beispiel ignoriert. Der Hund hat mit seinem aktuellen Verhalten kein Erfolg mehr, es entsteht Frust und Enttäuschung. Die Konsequenz die der Hund für sein Verhalten erfährt ist negativ. Positive Bestrafung bedeutet, dass etwas unangenehmes für den Hund beginnt, sobald er ein bestimmtes Verhalten zeigt. Er bekommt zum Beispiel einen Leinenruck wenn er zieht oder wird geschimpft wenn er jemanden anspringt. Die Reaktion bzw. die Konsequenz, die der Hund für sein Verhalten erfährt ist durchweg negativ. Es entstehen Gefühle wie Angst oder sogar Schmerz.

Wenn wir jetzt mal einen Blick auf die Gefühle unseres Hundes werfen, die bei den vier Konsequenzen entstehen, sollte schnell klar werden, dass nur positive Verstärkung für den Hund wirklich angenehm ist.

Eine Methode mit vielen Fehlerquellen

Wenn ich einen Hund für ein Verhalten abstrafen möchte muss ich sicherstellen, dass er sein Verhalten willentlich steuern kann. Steht mein Hund so unter Stress, dass er nicht aus seiner Haut kann oder ist die Angst zu groß, kann er sein Verhalten nicht ändern. Eine Verhaltensänderung übersteigt seine aktuellen Fähigkeiten. Gleiches gilt bei gesundheitlichen Einschränkungen. Eine Strafe würde seine Situation jetzt nur noch schlimmer machen. An dieser Stelle möchte ich nochmal an §3 Abs.1 des Tierschutzgesetzes erinnern.

Die nächste Voraussetzung wäre, dass ich mit meinem Hund ein Alternativverhalten trainiert habe. Ich kann meinem Hund nicht nur sagen was er nicht machen soll. Er muss wissen wie er sich stattdessen Verhalten muss. Habe ich mir nie die Mühe gemacht meinem Hund ein Alternativverhalten beizubringen wäre es in etwa so als würde ich mich darüber aufregen, dass ein Kindergartenkind noch nicht lesen kann.

Dazu kommt noch, dass das Zeitfenster in dem ich einen Hund für sein Verhalten strafen kann sehr klein ist. Um wirklich „Erfolg“ mit Strafe zu haben muss ich meinen Hund innerhalb einer Sekunde so hart bestrafen, dass es für ihn dermaßen grausam war und er nicht mal im Traum daran denken würde das Verhalten nochmal zu zeigen. Wenn wir jetzt mal ehrlich zu uns selbst sind stellen wir fest, dass wir mindestens einen dieser Punkte nicht hin bekommen. Entweder sind wir zu langsam oder zu weich.

Und als wäre das nicht alles schon kompliziert genug, die Gefahr, dass der Hund die Strafe nicht nur mit seinem Verhalten verknüpft sondern auch mit einer bestimmten Umgebung, einem Menschen oder einem Tier ist enorm hoch. Eine Strafe kann auch wie der letzte Tropfen sein, der ein Fass zum überlaufen bringt und den Hund zu einer aggressiven Gegenreaktion bewegt. Ich könnte noch weitere Punkte aufzählen doch das Wichtigste ist hier erst mal gesagt.

Welche Auswirkungen kann Strafe auf meinen Hund haben?

Wenn wir mit Strafe, egal welcher Art, arbeiten muss uns bewusst sein, dass wir damit negative Gefühle in unserem Hund auslösen. Bei leichteren Strafen sind es beispielsweise Frust, Enttäuschung und Stress. Bei härteren Strafen können es Angst, Panik, Schmerz, erhöhter Stress oder auch Aggression sein. Häufige und harte Strafen, die für den Hund nicht eindeutig zugeordnet werden können, können dazu führen, dass der Hund in einen depressionsähnlichen Zustand verfällt oder überängstlich auf alles reagiert was ihn auch nur ansatzweise an die Strafe erinnert. Möchtest du deinen Hund wirklich in diese Lage bringen?

Ist Strafe wirklich das richtige Mittel der Wahl?

Bevor ich anfange meinen Hund für unerwünschtes Verhalten zu bestrafen sollte ich mir folgende Punkte durch den Kopf gehen lassen. Ich bin mir sicher, dass jeder mindestens einen Punkt mit nein beantwortet.

  • Kann mein Hund sich anders verhalten?
  • Weiß mein Hund was er stattdessen machen soll?
  • Kann ich das unerwünschte Verhalten immer abstrafen oder hat der Hund z.B. durch Freilauf die Möglichkeit sich der Strafe zu entziehen?
  • Bin ich schnell genug?
  • Kann oder besser möchte ich meinen Hund so strafen, dass er das Verhalten nicht mehr zeigen möchte?
  • Will ich wirklich das Risiko einer Fehlverknüpfung eingehen?
  • Muss ich meinem Hund die unangenehmen Konsequenzen zumuten oder bekomme ich das gewünschte Verhalten auch durch nettere Methoden

Warum wir immer noch Strafe im Hundetraining finden

Dazu habe ich ein paar ganz unterschiedliche Vermutungen. Zum einen, weil es leider manchmal funktioniert und meistens nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt wie andere Methoden. Zu mindestens auf den ersten Blick. Zum anderen, weil die Menschen es nicht besser wissen. Das ist keine Entschuldigung aber Strafe entsteht oft aus Hilflosigkeit. Wenn Menschen überfordert und gestresst sind reagieren sie meistens anders, als sie es tun würden, wenn ihre Gefühlslage eine andere wäre. Dazu kommt, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Konsequenzen manchmal fließend sind oder sie in Kombination untereinander angewandt werden. Manchmal ist uns also gar nicht richtig bewusst, dass wir gerade mit Strafe arbeiten.

Zu guter Letzt gibt es leider auch immer noch Menschen die der Meinung sind, dass Hunde Strafe brauchen oder ausschließlich Strafe Grenzen setzten kann. Diesen Menschen kann ich nur folgendes Zitat ans Herz legen.

„Wer sagt, dass zuverlässiges Verhalten bei diesem oder jenem Hund nicht ohne Strafe erreichbar ist, sagt nichts über den Hund aus, sondern beschreibt erst einmal seine eigenen Fähigkeiten.“
Dr. Ute Blaschke-Berthold

Abschließende Worte zum Thema Strafe im Hundetraining

Strafe im Hundetraining kann sehr vielfältig sein. Manche Strafen, wie zum Beispiel das Ignorieren, werden von uns als weniger schlimm abgetan. Körperliche Strafen sind dagegen für uns meistens unverzeihlich. Die Emotionen die unser Hund dabei erlebt sind immer negativ. Je nach individueller Persönlichkeit kann auch eine „leichte Strafe“ für den Hund als sehr schlimm aufgefasst werden. Ich wünsche mir ein bisschen mehr Bewusstsein für dieses Thema. Ein bisschen mehr Empathie im Umgang mit Hunden. Seid nett zu eurem Hund!

„Sollte dein Hund einen Fehler machen so suche die Ursache bei dir. Solltest du sie nicht finden, suche gründlicher.”
Unbekannt

Grundregeln im Hundetraining

Drei wichtige Grundregeln für erfolgreiches Hundetraining

Hundetraining hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Heute wissen wir viel mehr über das Lern- und Sozialverhalten unserer Hunde als noch vor 20 Jahren. Wir haben gelernt, dass Hunde ähnliche Emotionen empfinden wie wir Menschen und auch ähnlich lernen. Wir haben uns mit der Körpersprache unserer Hunde beschäftigt und können sie nun besser verstehen. Damit Hundeerziehung jetzt nicht zur komplizierten Wissenschaft wird kannst du dich an folgende Grundregeln im Hundetraining halten.

Erste Grundregel im Hundetraining – Bestätige das Verhalten, das du haben möchtest

Wie erreiche ich, dass sich mein Hund ruhig verhält wenn er einen anderen Hund sieht? Ganz einfach! Ich bestätige ihn wenn er sich richtig verhält.

Wir haben gelernt, dass Hunde vermehrt das Verhalten zeigen was sich für sie lohnt. Was für den Hund lohnenswert ist entscheidet er dabei selbst. Unsere Aufgabe ist es, zu wissen was der Hund als lohnenswert empfindet und damit gutes Verhalten zu bestätigen.

Wenn wir einen futterorientierten Hund haben dem wir immer dann Futter auf den Boden streuen wenn ein anderer Hund kommt und er sich ruhig verhält, wird unser Hund irgendwann vermehrt auf dem Boden schnüffeln wenn er andere Hunde sieht. Wir konditionieren das richtige Verhalten mit einem positiven Verstärker.

Zweite Grundregel im Hundetraining – Sag deinem Hund was er tun soll und nicht was er nicht tun soll

Was mache ich wenn mein Hund kein, für mich, richtiges Verhalten zeigt? Ich sage ihm wie richtiges Verhalten aussieht.

Heute wissen wir, dass Hunde in ähnlichen familiären Strukturen leben wie wir Menschen. Trotzdem gibt es große Unterschieden zum Beispiel im Sozialverhalten. Unsere Hunde müssen erst lernen wie sie sich in unseren familiären Strukturen verhalten sollen und manchmal müssen wir ihnen dabei ein bisschen helfen.

Anstatt ihnen also dauernd zu sagen was sie nicht machen sollen, sollten wir ihnen einfach sagen was wir möchten und anschließend das gewünschte Verhalten bestätigen. Zurück zu unserer Hundebegegnung. Unser Hund kennt das Signal „sitz“. Bei jeder Hundebegegnung sagen wir ihm „sitz“ und belohnen ihn mit Leckerchen. Irgendwann wird er dieses Verhalten wahrscheinlich von alleine zeigen.

Dritte Grundregel im Hundetraining – Verhalten ist immer da aber nicht immer selbstverständlich

Warum reagiert mein Hund auf einmal anders als er es sonst getan hat? Wahrscheinlich, weil sich sein bisheriges Verhalten nicht oder nicht mehr gelohnt hat.

Das sich ein anderes Verhalten mehr lohnt kann unterschiedlichen Gründe haben. Ein häufiger Grund ist, dass wir das Verhalten als selbstverständlich angesehen haben und es deswegen nie bestätigt wurde. Wenn wir jetzt wieder an unsere Hundebegegnung denken hat sich unser Hund wahrscheinlich immer, für uns, richtig verhalten und dafür nie eine Bestätigung bekommen. Bis zu dem Tag an dem er ohne Vorwarnung zu dem anderen Hund hingezogen hat, uns die Leine aus der Hand gerissen ist und er riesigen Spaß beim Spiel mit dem anderen Hund hatte. Unser Hund hat jetzt möglicherweise gelernt, dass es sich lohnt zu anderen Hund zu ziehen, weil es dann ein tolles Spiel gibt. Er wird das Verhalten jetzt vielleicht öfter zeigen.

Ein anderer Grund ist, dass unser Hund mit seinem aktuellen Verhalten eine so schlechte Erfahrung gemacht hat, dass er in Zukunft anders reagiert. Denken wir jetzt an unsere Hundebegegnung dann wurde unser Hund möglicherweise von einem anderen Hund angegriffen, obwohl er sich, für uns, richtig verhalten hat. In diesem Fall dauert es oft sehr lange das gewünschte Verhalten zurück zu bekommen.

Diese Regel lässt sich auch mit einem sehr schönen Beispiel erklären. Du gehst zur Arbeit, weil du dafür Geld bekommst. Es lohnt sich. Irgendwann bist du in deinem Job so gut, dass du eigentlich mehr Geld bekommen müsstest aber dein Chef stellt die Zahlung ein und möchte, dass du ohne Geld weiter arbeitest. Sehr wahrscheinlich wirst du dir jetzt einen anderen Job suchen der sich wieder mehr lohnt. Für unseren Umgang mit Hunden bedeutet das, dass wir sehr genau überlegen müssen wann und im welchem Umfang wir unsere Belohnungen reduzieren. Richtiges Verhalten ist nicht selbstverständlich.

Fazit zu den drei Grundregeln im Hundetraining

In der Hundeerziehung gibt es noch viele andere Regeln und Grundsätze die sehr sinnvoll sind. Es ist sehr wichtig, dass wir die Motivation unseres Hundes erkennen und richtig einordnen, das Warum hinter jedem Verhalten erkennen. Nur dann können wir eine passende Belohnung finden oder ein alternatives Verhalten verlangen. Wenn wir das können und die Grundregeln immer im Hinterkopf haben, haben wir es im Hundetraining deutlich einfacher.

Verstärker im Hundetraining

Positive und negative Verstärker im Hundetraining

Verstärker im Hundetraining sollen uns dabei helfen, dass unsere Hunde gewünschtes Verhalten öfter zeigen und erlernen. Wenn wir von Verstärkern im Hundetraining sprechen denken die meisten Menschen als erstes an eine Belohnung in Form von Leckerchen. Futter ist dabei einer von vielen möglichen (positiven) Verstärkern mit denen wir arbeiten können. Wo ist jetzt aber der Unterscheid zwischen positiver und negativer Verstärkung, welche Vor- und Nachteile gibt es und wie wendet man Verstärker im Hundetraining an?

Arten von Verstärkern im Hundetraining

Im Hundetraining gibt es verschiedene Arten von Verstärkern. Ein Verstärker soll dabei letztendlich immer eine Art Belohnung für den Hund darstellen und die Worte positiv und negativ haben erst mal nichts mit der Gefühlslage des Hundes zu tun. Bei positiver Verstärkung kommt etwas, für den Hund, angenehmes hinzu. Das gezeigte Verhalten wird so verstärkt und entsprechend öfter ausgeführt. Bei negativer Verstärkung hört etwas, für den Hund, unangenehmes auf, sobald er gewünschtes Verhalten zeigt. Das gewünschte Verhalten wird so verstärkt und in Zukunft öfter oder schneller ausgeführt.

Motivation und Funktion von Verstärkern im Hundetraining

Was für den Hund ein Verstärker, eine Belohnung ist, entscheidet der Hund. Es kommt auf die Situation an welche Art der Belohnung gewählt werden muss. Daher unterscheidet man Verstärker auch nach ihrer Motivation für den Hund. Ein Hund ist intrinsisch motiviert (aus sich selbst heraus motiviert), wenn er etwas tut was er von Natur aus gerne macht. Wenn der Hund eine Arbeit oder ein Verhalten ausführen darf, welches er aus eigenem Antrieb ausführen möchte. Das beste Beispiel hierfür sind Arbeitsrassen die z.B. für Jagdzwecke gezüchtet wurden. Wenn sie Jagdverhalten zeigen und ausführen werden im Gehirn Endorphine ausgeschüttet und der Hund belohnt sich sozusagen selbst.

Wenn der Hund zur Motivation eine äußere Belohnung benötigt um ein Verhalten zu zeigen dann sprechen wir davon, dass der Hund extrinsisch (von außen) motiviert ist. Verstärker kann man nochmal in primäre und sekundäre Verstärker unterteilen.

Primäre Verstärker sind dabei Dinge die der Hund, ohne eine Lernerfahrung, gerne mag oder erreichen möchte. In den meisten Fällen kommt hier unser bekanntes Leckerchen zum Einsatz. Je nach Hund kann aber auch Spielzeug oder Zuwendung ein primärer Verstärker sein. Als sekundäre Verstärker bezeichnet man Dinge, die durch klassische Konditionierung mit einem primären Verstärker verknüpft sind. Sekundäre Verstärker sind also erlernte Verstärker und wären dem Hund ohne klassische Konditionierung egal.

Positive Verstärkung – etwas Angenehmes kommt hinzu

Positive Verstärkung dürfte inzwischen fast jedem Hundehalter ein Begriff sein. Auch wenn es immer noch Menschen gibt, die die Gabe von Leckerchen verweigern, denke ich, dass die Mehrheit der Hundehalter mit positiver Verstärkung arbeitet. Wie oben beschrieben bekommt der Hund für sein Verhalten etwas für ihn positives. Was er in dem Moment als positiv empfindet entscheidet er. Positive Verstärkung kann, wie im vorherigen Abschnitt geschrieben, eine äußere Belohnung oder auch die Durchführung eines Verhaltens sein. Wer langfristige Lernerfolge erreichen möchte arbeitet mit positiver Verstärkung, denn positive Verstärkung hat viele Vorteile.

Vorteile von positiver Verstärkung:

  • langfristige Lernerfolge
  • geringer Stresspegel
  • sehr fehlertolerant daher für Anfänger gut geeignet
  • stärkt die Beziehung zwischen Hund und Mensch
  • Hund hat Spaß am Training, Verknüpft alles was mit dem Training zu tun hat mit positiven Gefühlen

Den vielen Vorteilen steht ein kleiner Nachteil gegenüber. Wir können den Hund nur dann richtig belohnen (positiv verstärken) wenn wir wissen welche Belohnung für den Hund gerade interessant ist. Deshalb ist es so wichtig darauf zu achten, aus welcher Motivation der Hund gerade handelt. Wir müssen von dem Gedanken wegkommen, dass positive Verstärkung ausschließlich über Leckerchen zu bekommen ist.

Beispiele für positive Verstärker im Hundetraining

Primäre Verstärker

  • Futter und Leckerchen
  • Aufmerksamkeit / Zuwendung
  • angeborene Verhaltensmuster ausführen z.B. Jagdverhalten
  • Spielzeug

Sekundäre Verstärker

  • Markerwort / Markersignal
  • erlerntes Verhalten ausführen
  • Aufmerksamkeit / Zuwendung (wenn der Hund diese erst als positiven Verstärker erlernen musste)
  • Spielzeug (wenn der Hund dieses erst als positiven Verstärker erlernen musste)

Negativer Verstärkung – Etwas Unangenehmes hört auf

Wenn wir mit negativer Verstärkung arbeiten hört etwas Unangenehmes für den Hund auf sobald er gewünschtes Verhalten zeigt. Die unangenehme Einwirkung der negativen Verstärkung dient dazu den Hund zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen.

Negative Verstärkung lässt sich nochmal in zwei Varianten einteilen. Bei der einen Variante lernt der Hund ein bestimmtes Verhalten zu vermeiden, indem wir ihn durch ein zuvor erlerntes Signal vorwarnen. Reagiert er nicht wie gewünscht und führt das Verhalten trotzdem aus kommt der unangenehme Reiz dazu bis er sein Verhalten wieder ändert. Die zweite Variante funktioniert ohne vorheriges Warnsignal. Der unangenehme Reiz selbst ist das Signal und der Hund muss von alleine erkennen welches Verhalten von ihm gewünscht wird.

Bei der Arbeit mit negativer Verstärkung gibt es einiges zu beachten. Genaues Timing ist besonders wichtig. Der unangenehme Reiz muss sofort aufhören, sobald der Hund gewünschtes Verhalten zeigt. Anschließende Lobworte oder Markersignale zeigen dem Hund das er alles richtig gemacht hat. Es wird also zusätzlich immer mit positiver Verstärkung gearbeitet. Wo es machbar ist bekommt der Hund ein Warnsignal bevor der unangenehme Reiz eintritt. Wichtig ist, dass der Hund auch gelernt hat welches Verhalten erwünscht ist. Das wird gerne vergessen. Wie so häufig im Hundetraining lebt auch die negative Verstärkung von Konsequenz. Das heißt, dass der Hund jedes Mal, wenn er das unerwünschte Verhalten zeigt, mit dem unangenehmen Reiz konfrontiert wird und er auch keine Möglichkeit hat sich dem zu entziehen.

Wir müssen uns bewusst machen, dass auch negative Verstärkung eine Art Strafe ist, mit der wir sehr Vorsichtig umgehen sollten. Wenn wir die Regeln der negativen Verstärkung nicht beachten führt das zu einem erhöhten Stresspegel und negativen Emotionen beim Hund. Trotzdem hat auch negative Verstärkung Vorteile.

Vorteile negative Verstärkung:

  • schnelle Lernerfolge bei richtiger Anwendung
  • Vermeidungsreaktionen halten oft auch ohne „Auffrischung“ lange an
  • Die Motivation des Hundes rückt oft, anders wie bei positiver Verstärkung, in den Hintergrund

Beispiele für negative Verstärker im Hundetraining

Ob und wann wir mit negativer Verstärkung arbeiten, müssen wir genau abwägen. Können wir immer auf das unerwünschte Verhalten reagieren? Hat der Hund die Möglichkeit sich dem unangenehmen Reiz zu entziehen? Sind wir exakt im Timing?
Es gibt ein paar Situationen in denen sich das Arbeiten über negativer Verstärkung durchaus als sinnvoll herausgestellt hat.

Am bekanntesten ist hier wahrscheinlich das Leinentraining. Zieht der Hund bleiben wir stehen. Der Druck an der Leine ist dabei der unangenehme Reiz. Wenn der Hund sein Verhalten ändert und die Leine sich lockert gehen wir weiter und er wird gelobt. Ein weiteres Bespiel für die Anwendung negativer Verstärkung erleben wir in Situationen in denen wir den Hund festhalten oder untersuchen müssen. Wenn wir mit unserem Hund das Anfassen von Pfoten, Ohren und Co. trainieren ist es am besten wenn wir ihm dies vorher durch ein Signal ankündigen. Anschließend halten wir ihn fest. Er wird sofort losgelassen wenn er ruhig ist und im Anschluss gelobt.

Negative Verstärkung ist also auch eine Art Strafe für den Hund, wir mit unangenehmen Reizen arbeiten. Das heißt aber nicht, dass wir dem Hund körperlichen Schaden oder Schmerzen zufügen. Manchmal ist es notwendig seinen Hund festzuhalten oder durch eine Leine zu sichern obwohl er gerade so gar keine Lust darauf hat. Was für den Hund unangenehm ist, ist oft abhängig vom Hund und von der Situation. Es gibt weitere Beispiele für die Arbeit mit negativen Verstärkern die ich hier aber nicht weiter aufführen möchte.

Wir sollten so oft wie möglich mit positiver Verstärkung arbeiten und das Training zu einem schönen Erlebnis machen.


Hier erfährst du wie du mit deinem Hund das laufen an lockerer Leine trainieren kannst

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