Training und Gesundheit

Autor: Julia (Seite 1 von 4)

Ich bin Julia, Hundetrainerin aus Leidenschaft und Inhaberin von Adventure-Dog. Individuelles, faires und vor allem gewaltfreies Hundetraining liegen mir sehr am Herzen.

Das Mutmachbuch für unsichere Hunde

Mit positiven Erlebnissen zu mehr Selbstbewusstsein und weniger Stress – Ein Buch von Madeleine und Rolf C. Franck

Unsichere und ängstliche Hunde haben es in unserem Alltag oft schwer. An einer befahrenen Straße entlang gehen, im Auto mitfahren, im Park mit anderen Menschen und Hunden spazieren gehen… Was für uns und für andere Hunde völlig normal ist, ist für sie eine Herausforderung. Das Mutmachbuch für unsichere Hunde beschäftigt sich genau mit diesen Hunden. Es geht darum Angst, Unsicherheit und Stress zu erkennen und zu verstehen und den Hund selbstbewusster und mutiger für den Alltag zu machen.

Daten und Fakten zum Buch „Das Mutmachbuch für unsichere Hund“

Das Mutmachbuch für unsichere Hunde ist ein im September 2023 veröffentlichtes Taschenbuch mit 93 Seiten. Es erschien über den Cadmos Verlag und wurde von Madeleine und Rolf C. Franck geschrieben. Im Mutmachbuch geht es darum, das Selbstbewusstsein unserer Hunde zu stärken und die Zusammenhänge zwischen allen Bereichen des Hundelebens zu verstehen.

Über die Autoren

Dipl. Psychologin Madeleine Franck und Verhaltensberater Rolf C. Franck betreiben im Landkreis Cuxhaven gemeinsam die Hundeschule „Blauerhund“. Bei der Partnerschule für Mensch und Hund geht es unter anderem darum, die Beziehung zum eigenen Hund zu stärken. Im Training ist ihnen wichtig, dass der Hund emotional verstanden wird und sich gut fühlt. Unter dem Namen „Blauerhund“ bieten Madeleine und Rolf C. Franck verschiedene Kurse, Seminare und Onlinefortbildungen für Hundebesitzer*innen an. Neben ihrer Tätigkeit als Trainerin ist Madeleine Franck als Chefredakteurin des Bookazins „SitzPlatzFuß“ tätig. Außerdem ist sie Projektleiterin für den Cadmos Verlag.

Das Mutmachbuch – Zum Buch

„Mit diesem Buch möchten wir dich ermutigen, das Leben deines Hundes aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Wir möchten dir zeigen, wie du die Zusammenhänge zwischen Wohlbefinden, Gesundheit, Selbstwirksamkeit und emotionaler Stabilität nutzen und für deinen Hund eine Verbesserung schaffen kannst.“

Aus der Einleitung des Mutmachbuches für unsichere Hunde

Damit die Leser*innen das Leben ihres Hundes aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten können, geht es im ersten Kapitel des Buches darum, Unsicherheit, Angst und Stress besser zu verstehen.

Das Mutmachbuch für unsichere Hunde beschäftigt sich mit den Emotionen unserer Hunde. Wie und wo entstehen Emotionen im Gehirn und was für Auswirkungen haben sie auf unsere Hunde? Es geht um die negativen Emotionen Angst, Wut und Panik aber auch um positive Emotionen wie Seeking, Fürsorge und Spiel. Wie kann ich als Hundehalter*in diese Emotionen bei meinem Hund beeinflussen? Auch das Thema Stress spielt im ersten Kapitel eine wichtige Rolle.

Im nächsten Kapitel des Buches geht es um die Themen Mut, Resilienz, Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit und Selbstregulation. Was bedeuten all diese Begriffe und kann ich sie bei meinem Hund fördern? Wo kann ich in meinem Alltag meinem Hund die Möglichkeit zur Selbstwirksamkeit geben? An dieser Stelle im Mutmachbuch für unsichere Hunde bekommt man auch bereits die ersten Trainingstechniken und Möglichkeiten an die Hand, um erste Veränderungen im Alltag zu schaffen.

Zusammenhänge verstehen und Veränderungen anstoßen, heißt das nächste Kapitel des Buches. Hier geht es darum sich nicht nur auf das eigentliche Problem zu fokussieren, sondern das gesamte Hundeleben zu betrachten und dann herauszufinden, welche Bereiche noch Einfluss auf das Verhalten XY haben können. Schlaf, Bewegung, Sozialkontakte, Spiel und andere Bedürfnisse werden genau unter die Lupe genommen. Wie können wir durch unsere Stimmung unsere Hunde beeinflussen? Was bedeutet es, wenn ein Hund „sicher gebunden“ ist? Außerdem wird auch beleuchtet, welchen Einfluss Krankheiten und Schmerzen auf das Verhalten unserer Hunde haben.

In den letzten beiden Kapiteln wird es nochmal richtig praktisch. Die Leser*innen bekommen Übungen an die Hand wie sie Entspannung mit ihrem Hund trainieren können, welche Strategien sie ihren Hunden anbieten können um Stress abzubauen und welche Hilfsmittel zum Einsatz kommen können. Passend zum Titel Mutmachbuch werden auch verschiedene Mutmachspiele vorgestellt. Die Mutmachspiele sind eine bunte Mischung aus verschiedenen Spielarten, sodass für jedes Mensch-Hund-Team ein passendes Spiel dabei ist.

Mein persönliches Fazit

Für mich ist das Mutmachbuch für unsichere Hunde nicht nur etwas für Hundehalter*innen mit genau diesen Hunden, sondern auch für alle anderen. Es ist ein Buch für die, die ihren Hund etwas besser verstehen wollen. Für die, die ihre Beziehung zu ihrem Hund verbessern möchten und für diejenigen, die mehr über positives und bedürfnisbefriedigendes Training erfahren möchten.

Wie erkenne ich eine gute Hundeschule?

So erkennst und findest du eine gute Hundeschule in deiner Nähe

Die Anzahl der Hundeschulen in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Da die Begriffe Hundetrainer*in, Hundeverhaltensberater*in o.Ä. nicht geschützt sind, kann sich theoretisch jeder so nennen. Es gibt keine verpflichtende Ausbildung die absolviert werden muss um eine Hundeschule zu eröffnen. Man benötigt lediglich eine Genehmigung vom örtlichen Veterinäramt. Darum sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Hundeschulen oft riesig und Hundehalter*innen müssen genau hinschauen um eine gute Hundeschule zu finden. Aber wie erkenne ich eine gute Hundeschule? Welche Kriterien sollte eine gute Hundeschule erfüllen? Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Zahlen, Daten & Fakten

Laut dem Industrieverband Heimtierbedarf e.V. lebten 2022 in Deutschland rund 10,6 Millionen Hunde und wahrscheinlich ist die Zahl im letzten Jahr nochmal gestiegen. Genauso wie die Zahl der Hundeschulen. 2006 veröffentlichte die Universität Göttingen eine Ökonomische Gesamtbetrachtung der Hundehaltung in Deutschland, in der 765 Hundeschulen ermittelt wurden. Aktuelle Listen aus Branchenbüchern zählen mehr als 3300 Hundeschulen in Deutschland. Da kann man schon Mal den Überblick verlieren. Seit 2014 benötigt man zwar eine Erlaubnis vom örtlichen Veterinäramt um eine Hundeschule zu betreiben, diese sagt jedoch nichts über die tatsächliche Qualifikation der Hundetrainer*innen aus.

Quellen:
https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/acc4738b75a72a7c8fc9fbd5f9a59f78.pdf/Abschlussbericht%2520freigegeben.pdf
https://listflix.de/dienstleistung/bildungseinrichtungen/hundeschulen/

Was bringt mir eine gute Hundeschule?

Eine gute Hundeschule hilft dir dabei das Verhalten deines Hundes richtig einzuordnen und zu verstehen. Grundlagen zum Lernverhalten und zur Körpersprache von Hunden sollten in jeder guten Hundeschule vermittelt werden. Hundeschulen sind natürlich mit einer der ersten Anlaufstellen, wenn es um Problemverhalten geht aber auch, wenn du keine Probleme mit deinem Hund hast, ist der Besuch einer Hundeschule durchaus sinnvoll. Hier lernst du, wie du deinen Hund entsprechend seines Charakters und Alters beschäftigen kannst oder welche gemeinsamen Aktivitäten ihr unternehmen könnt, damit im Alltag keine Langeweile aufkommt. Mittlerweile gibt es eigentlich für jede Altersgruppe passende Angebote. Darüber hinaus sollte eine Hundeschule dich natürlich über die geltenden gesetzlichen Bestimmungen zum Thema Hundehaltung informieren können. Hierzu zählen zum Beispiel eine im Bundesland einheitliche Leinenpflicht, die im Bundesland geltenden Bestimmungen zur Kennzeichnungspflicht von Hunden oder die Notwendigkeit eines Sachkundenachweises.

So findest du eine gute Hundeschule

Und wie erkenne ich eine gute Hundeschule? Diese Frage wollen wir jetzt endlich beantworten. In Zeiten von Social Media und Co. ist das Internet aufjedenfall eine gute erste Anlaufstelle um nach einer passenden Hundeschule zu suchen. Schaue dir die Webseite, die Social-Media-Kanäle und auch die Bewertungen in verschiedenen Portalen an. In vielen Fällen findest du auf der Webseite auch Informationen über die Qualifikationen der Trainer*innen. Vorsicht vor Formulierungen wie „20 Jahre Erfahrung im Hundetraining“. Diese oder ähnliche Formulierungen sagen nichts über die fachliche Kompetenz der Menschen aus. Natürlich muss das nicht direkt ein Ausschlusskriterium sein, wenn du keine anderen Informationen zu Aus- und Weiterbildung findest, frag am besten nach.

Über die Webseite & Co. bekommst du in den meisten Fällen auch schon Informationen über die Arbeitsweise der Trainer*innen. Wenn du keine konkreten oder nur schwammige Aussagen wie „wir arbeiten nach modernsten Methoden“ findest, frag gezielt nach. Dabei kannst du zum Beispiel fragen, was passiert, wenn mein Hund unerwünschtes Verhalten zeigt? Oder, wie wird unerwünschtes Verhalten unterbrochen? Hundeschulen, die wirklich nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft arbeiten werden die Ursache für das Verhalten verändern und nicht einfach das Verhalten des Hundes durch aversive Maßnahmen hemmen.

Der erste Eindruck passt? Dann schaue dir die Stunden vor Ort an. In Hundeschulen, die Präsenzunterricht anbieten sollte es kein Problem sein, einzelne Stunden ohne Hund anzuschauen. Wenn du z.B. auf der Suche nach einem Grunderziehungskurs bist, frag einfach nach, ob du dir eine Stunde von einem laufenden Kurs anschauen kannst. Während der Stunde kannst du nochmal die Ausbildungsmethoden genau unter die Lupe nehmen. Wie werden die Hunde für gutes Verhalten belohnt? Wird mit Klicker oder Markerwort gearbeitet? Machen die Hunde einen entspannten Eindruck? Haben sie Spaß an der Arbeit mit ihren Menschen?

Wenn über Zwang, mit aversiven Maßnahmen wie Erschrecken, in die Seite kneifen oder körperliches Abblocken, gearbeitet wird oder Begriffe wie Rudelführer oder Alphatier fallen, kannst du dir sicher sein, hier wird nicht nach neusten Erkenntnissen der Wissenschaft gearbeitet.

Individuell und Ganzheitlich

Individuelle und ganzheitliche Lösungsansätze sind gerade bei „Problemverhalten“ besonders wichtig. Gute Hundetrainer*innen beziehen andere Fachleute mit ein und stellen sicher, dass die Hunde körperlich gesund sind und die Trainingsausrüstung passend ist. Zughalsbänder ohne Stopp, einschneidende Brustgeschirre, Sprühhalsbänder oder Wurfketten haben im Training nichts zu suchen. Sie gefährden die physische und psychische Gesundheit deines Hundes und verstoßen außerdem gegen das Tierschutzgesetz.

Eine gute Hundeschule wird dich an andere Expert*innen verweisen, sollte sie bei einem Thema nicht helfen können. Mittlerweile haben sich viele Hundetrainer*innen auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert und das ist auch gut so. Das Thema Hundeerziehung und Beschäftigung ist so umfangreich, dass es unmöglich ist jedes Fachgebiet abzudecken.

Mittlerweile gibt es verschiedene Vereine, Organisationen und Netzwerke, die sich für faires, individuelles und gewaltfreies Hundetraining einsetzen. Die Arbeitsweise der zugehörigen Hundetrainer*innen entspricht dieser Art von Training und wird von den Organisationen überprüft. Auf den Webseiten der Organisationen kannst du sehen, ob eine Hundeschule in deiner Nähe Mitglied ist.


Über uns

Ich bin Julia, Hundetrainerin aus Leidenschaft und Inhaberin von Adventure-Dog. Individuelles, faires und vor allem gewaltfreies Hundetraining liegen mir sehr am Herzen.

Isometrische Übungen

Muskelaufbau für Hunde durch Isometrische Übungen

Isometrische Übungen oder isometrisches Training gibt es nicht nur für Menschen sondern auch für Hunde. Bei den Übungen geht es darum die Muskulatur in bestimmten Bereichen gezielt anzuspannen und diese Anspannung für einen kurzen Zeitraum zu halten. Isometrisches Training eignet sich hervorragend als Krafttraining aber auch um das Körpergefühl deines Hundes zu stärken und die Körperwahrnehmung und Koordination zu verbessern. Aufgeregten Hunden hilft die gezielte An- und Entspannung der Muskulatur, sich mehr auf sich und weniger auf die Außenreize zu konzentrieren. Dadurch können isometrische Übungen deinem Hund helfen in stressigen Situationen zu entspannen.

Für welche Hunde eignen sich Isometrische Übungen?

Isometrische Übungen eignen sich für alle Hunde. Die einzelnen Übungen können durch wackelige oder erhöhte Untergründe in ihrer Schwierigkeit gesteigert werden. Da bei dieser Form des Trainings die Gelenke nicht bewegt werden müssen, und die Anspannung immer nur sehr kurz gehalten wird, können besonders ältere Hunde und Hunde die bereits an Gelenks- oder Rückenerkrankungen leiden, von den Übungen profitieren.

Vorübungen und Übungsaufbau

Im isometrischen Training übst du mit deiner Hand an bestimmten Körperstellen deines Hundes leichten Druck aus. Dein Hund soll gegen diesen Druck halten, in dem er seine Muskulatur in diesem Bereich anspannt und die Spannung hält. Damit das richtig funktioniert sind ein paar Vorübungen notwendig, bevor du mit dem eigentlich Übungsaufbau starten kannst.

Das Stehen

Die isometrischen Übungen werden im Stehen ausgeführt. Es ist also wichtig, dass dein Hund mit seinen Pfoten stabil am Boden steht, vernünftig ausbalanciert ist und während den Übungen gerade bleibt. Für das ruhige Stehen kannst du, mit Hilfe eines Klickers, ein extra Signal aufbauen. Stelle dich dafür vor oder neben deinen Hund und locke ihn mit einem Leckerchen ins Stehen, sollte er nicht eh schon stehen. Sobald er steht klickst du und gibst ihm das Leckerchen. Wenn dein Hund steht, kannst du mehrfach hintereinander klicken und ihn belohnen. Achte darauf, dass sich dein Hund möglichst nicht bewegt, wenn du klickst und ihm das Leckerchen gibst. Wenn das gut funktioniert, baust du dein Signal ein und übst anschließend, dass dein Hund auch stehen bleibt, wenn du dich bewegst. Alternativ kannst du auch ein Target für Vorder- und Hinterpfoten nutzen.

Anfassen

Da du für die isometrischen Übungen deinen Hand an bestimmte Körperstellen deines Hundes legen musst, solltest du auch das vorab mit deinem Hund trainieren. Dein Hund soll sich während den Übungen wohl fühlen und deiner Hand nicht ausweichen. Außerdem benötigen wir diese Vorübung auch für den Aufbau der einzelnen isometrischen Übungen. Zuerst überlegst du dir ein Signal, was deine Berührung ankündigt. Das kann z.B. „Anfassen“ oder „Touch“ sein. Je nach Größe deines Hundes stellst oder hockst du dich neben deinen Hund, sagst dein Signal, wartest eine Sekunde und legst dann deine Hand z.B. an die Schulter deines Hundes. In dem Moment, in dem du deine Hand auf die Schulter legst, klickst du und belohnst deinen Hund, während deine Hand noch auf seiner Schulter liegt. Wenn er sein Leckerchen aufgegessen hat, nimmst du deine Hand weg und wiederholst die Übung. Funktioniert das gut kannst du die gleiche Übung auch am Oberschenkel deines Hundes durchführen und anschließend auch die Zeiten verlängern. Heißt also, deine Hand liegt nicht mehr eine sondern drei bis fünf Sekunden auf der Schulter oder auf dem Oberschenkel bevor der Klick und die Belohnung kommt.

Übungsaufbau isometrische Übungen

Damit dein Hund jetzt noch lernt gezielt Druck aufzubauen, verändern wir die Vorübung etwas. Der Anfang bleibt aber gleich. Du stehst oder hockst wieder neben deinem Hund, sagst dein Signal fürs Anfassen und legst deine Hand z.B. an seine Schulter. Jetzt drückst du mit deiner Hand leicht gegen die Schulter deines Hundes, als wolltest du ihn seitlich wegschieben. Achte darauf, dass du nicht zu viel Druck ausübst, damit dein Hund nicht ausweicht. Du klickst, wenn dein Hund sich gegen deine Hand drückt. Diese Übung kannst du einige Male wiederholen. Irgendwann sollte dein Hund sich auf dein Signal und dein Handauflegen, von alleine gegen deine Hand drücken.

Die einzelnen Isometrischen Übungen

Wie Anfangs erwähnt, werden beim isometrischen Training die Gelenke deines Hundes nicht bewegt. Dein Hund steht während den Übungen und soll durch Druck gegen deine Hand bestimmte Muskelpartien anspannen und die Spannung kurze Zeit halten. Das Training an sich sieht zwar relativ unspektakulär aus ist aber extrem effektiv. Die einzelnen Übungen werden immer 3x wiederholt und die Spannung wird, je nach Trainingsstand zwischen 3 und 5 Sekunden gehalten. Fange lieber klein an und steigere dich im Verlauf deines Trainings. Diese Art von Fitnesstraining für deinen Hund, kannst du an 3-4 Tagen in der Woche in euren Alltag einbauen. Wenn du die Übungen regelmäßig mit deinem Hund machst, kannst du die Anzahl der Wiederholungen und die Dauer der einzelnen Übungen verlängern. Die vorgestellten Übungen kannst du nutzen um die Muskulatur deines Hundes zu stärken. Die Übungen stärken die Muskulatur der Vorderläufe, der Schultern, die Rumpfmuskulatur, den Rücken und die Hinterläufe deines Hundes. Also ein wunderbares Ganzkörpertraining.

Übung 1

Hocke dich vor deinen Hund und lege deine Hände links und rechst auf seine Schultern. Übe mit der rechten Hand leichten Druck aus, sodass dein Hund die Muskulatur in dem Bereich anspannt und gegen deine Hand drückt. Halte den Druck, je nach Trainingsstand, 3-5 Sekunden und lasse dann langsam wieder los. Wiederhole die Übung genau so auf der linken Seite. Achte bei allen Übungen darauf, dass du den Druck langsam auf- und abbaust und nicht ruckartig oder pulsierend arbeitest.

Isometrische Übung Hund 1

Übung 2

Hocke dich vor deinen Hund und lege deine Hände auf seine Brust. Jetzt drückst du ihn leicht von dir weg bis du merkst, dass dein Hund die Muskulatur in dem Bereich anspannt. Er sollte dem Druck nicht ausweichen. Den Druck hältst du wieder 3-5 Sekunden, bevor du die Spannung langsam wieder auflöst.

Isometrische Übung Hund 2

Übung 3

Hocke dich hinter deinen Hund und lege deine Hände links und rechts auf seine Oberschenkel. Achte darauf, dass dein Hund gerade steht und nach vorne schaut. Übe mit der rechten Hand leichten Druck aus, sodass dein Hund die Muskulatur in dem Bereich anspannt und gegen deine Hand drückt. Halte den Druck, je nach Trainingsstand, 3-5 Sekunden und lasse dann langsam wieder los. Wiederhole die Übung genau so auf der linken Seite.

Isometrische Übung Hund 3

Übung 4

Hocke dich hinter deinen Hund und umfasse von vorne seine Oberschenkel. Dein Hund sollte wieder gerade stehen und nach vorne schauen. Ziehe deinen Hund leicht in deine Richtung, bis du merkst, dass die Muskulatur in dem Bereich anspannt und er gegen deine Hand drückt. Halte den Druck wieder 3-5 Sekunden und lasse dann langsam wieder locker.

Isometrische Übung Hund 4

Übung 5

Hocke dich hinter deinen Hund und lege deine Hände flach auf den unteren Rücken. Übe von oben leichten Druck aus, als wolltest du den Hintern deines Hundes nach unten drücken. Halte den Druck 3-5 Sekunden, wenn du merkst, dass dein Hund seine Muskeln anspannt und gegen deine Hand drückt. Löse den Druck anschließend langsam wieder auf.

Isometrische Übung Hund 5

Übung 6

Hocke oder stelle dich hinter deinen Hund und lege eine Hand auf seine rechte Schulter und eine Hand auf seinen linken Oberschenkel. Drücke bzw. ziehe die Hände zueinander, sodass du an zwei Stellen gleichzeitig Druck aufbaust. Halte den Druck kurz und löse langsam wieder auf. Anschließend wechselst du die Seiten.

Isometrische Übung Hund 6

Viel Spaß beim Training!

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du eine Übung korrekt ausführst oder ob die jeweiligen Übungen für deinen Hund geeignet sind, suche dir am besten Hilfe in einer Praxis für Tierphysiotherapie.


Über uns

Ich bin Julia, Hundetrainerin aus Leidenschaft und Inhaberin von Adventure-Dog. Individuelles, faires und vor allem gewaltfreies Hundetraining liegen mir sehr am Herzen.

Bindungsspiele für Hunde

Beziehung und Vertrauen spielend vertiefen – Ein Buch von Nicole Röder

Die Bindung zwischen Hund und Mensch wird im Training und im Zusammenleben immer wichtiger. Aber was ist Bindung überhaupt? Löst eine gute Bindung zu meinem Hund alle Probleme? Wie arbeite ich an einer guten Bindung? Fragen die sich bestimmt viele Hundehalter*innen stellen. Eine Vielzahl an Möglichkeiten an der Bindung zu deinem Hund zu arbeiten, findest du im Buch „Bindungsspiele für Hunde“ von Nicole Röder.

Daten und Fakten zum Buch „Bindungsspiele für Hunde“

Bindungsspiele für Hunde ist im September 2022 als Taschenbuch erschienen und wurde über den Cadmos Verlag herausgegeben. Auf 96 Seiten bekommst du jede Menge Infos rund um das Thema Bindung. Es wird kurz thematisiert was Bindung ist und wie viel Wahrheit in verschiedenen Pauschalaussagen steckt. Der größte Teil des Buches beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, aber mit Spielen, die dir zu einer besseren Bindung zu deinem Hund verhelfen. Es werden verschiedene Spiele vorgestellt, damit für jedes Mensch-Hund-Team eine oder mehrere passende Bindungsspiele dabei sind.

Die Autorin – Nicole Röder

Nicole Röder ist Diplom-Pädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung/Weiterbildung, Hundetrainerin und Autorin verschiedener Hundebücher. In ihren Büchern werden Alltagstaugliches Trick- und Denktraining, kreative Beschäftigung und bindungsfördernde Auslastung thematisiert. Außerdem schreibt sie regelmäßig Artikel für das Magazin „SitzPlatzFuss“.

Bindungsspiele für Hunde – Über das Buch

Was ist Bindung? Mit der Frage startet das Buch Bindungsspiele für Hunde. Bindung wird bildlich beschrieben wie eine Art unsichtbares Band, das Mensch und Hund zusammenhält. Und es wird beschrieben, dass dieses Band dicker und fester werden kann, je besser man sich als Team kennenlernt, gemeinsam Zeit verbringt und Vertrauen zueinander aufbaut. Eine sehr schöne Beschreibung wie ich finde.

„Eine gute Bindung baut auf Vertrauen. Und dieses Vertrauen kann der Mensch von seinem Hund nur dann bekommen, wenn er ihn fair, respektvoll und voller Liebe in sein Leben und seinen Alltag integriert.“

Im Anschluss werden ein paar Pauschalaussagen, die bestimmt schon viele Hundehalter*innen gehört haben, auf Wahrheit überprüft. Eine Aussage ist zum Beispiel, „Wenn der Hund sich in einem großen Radius um den Menschen bewegt, hat er eine schlechte Bindung.“

Wie der Name schon verrät werden verschiedene Spiele vorgestellt, die die Bindung zu deinem Hund verstärken sollen. Und weil Mensch-Hund-Teams so verschieden sind, gibt es auch viele unterschiedliche Spielvarianten. Körpernahe Spiele, Jagdspiele, Futterspiele, Such- und Schnüffelspiele, Spiele im Haus, Spiele draußen, mit Spielzeug oder ohne spezielles Spielzeug. Alle Bindungsspiele bzw. alle Spiele, Übungen und Tricks werden einfach und verständlich erklärt und es werden häufig auch verschiedene Varianten vorgestellt. Darüber hinaus bekommst du auch eine Erklärung, was dir und deinem Hund das Spiel o.Ä. bringen soll bzw. wo es euch im Alltag weiterhelfen kann.

Mein persönliches Fazit

Selbst wenn du schon eine gute Bindung zu deinem Hund hast, ist Bindungsspiele für Hunde trotzdem ein empfehlenswertes Buch für dich. Die in dem Buch vorgestellten Übungen, Tricks und Spiele sind einfach eine schöne Möglichkeit mehr Abwechslung und Spaß in euren Alltag oder eure Gassirunde zu bringen. Also eine klare Empfehlung an alle Hundehalter*innen.

Konditionierte Entspannung

Konditionierte Entspannung ist eine von mehreren Möglichkeiten, wie du deinem Hund in aufregenden Situationen helfen kannst, wieder zur Ruhe zu kommen. Auch wenn konditionierte Entspannung nicht bewirkt, dass dein Hund auf der Stelle in einen Dornröschenschlaf fällt, bringt sie dir trotzdem eine ganze Menge. Ein gut aufgebautes Signal kann dann dafür sorgen, dass dein Hund wieder klarer denken und andere Verhaltensweisen zeigen kann. Hier erfährst du welche Möglichkeiten wir im Training haben, wo du ein Entspannungssignal einsetzten kannst und wie es aufgebaut wird.

Wie funktioniert konditionierte Entspannung?

Wie der Name schon verrät, konditionieren wir Entspannung z.B. mit einem Wort oder einem Duft. Das funktioniert über klassische Konditionierung. Bei der klassischen Konditionierung wird ein neutraler Reiz mit einem unbedingten Reiz, der eine natürliche Reaktion hervorruft, verknüpft. Dadurch erreichen wir, dass aus dem neutralen Reiz ein konditionierter Reiz wird, der auch ohne den unbedingten Reiz die natürliche Reaktion hervorruft.

Heißt in der Praxis, wir verknüpfen ein Wort, einen Duft oder Ähnliches mit entspannten Situationen und Verhalten. Ist das geschafft können wir alleine durch das Signal entspannteres Verhalten bei unserem Hund hervorrufen.

Warum konditionierte Entspannung dein Training verbessert

Das Gegenteil von Entspannt ist Angespannt. In Situationen, in denen dein Hund angespannt ist, werden in seinem Körper Stresshormone freigesetzt. Ist er in der Lage die Situation zu bewältigen oder löst sich die Situation schnell auf, ist die Anspannung nur von kurzer Dauer. Hält die Anspannung an, sorgen verschiedene Systeme im Körper deines Hundes dafür, dass weitere Hormone ausgeschüttet werden. Dein Hund bleibt in Alarmbereitschaft und das Gehirn konzentriert sich nur noch auf die wichtigsten Dinge um die Situation zu bewältigen. Sitz, Platz, auf eine lockere Leine achten etc. gehören meistens nicht dazu. In so einem Zustand handelt dein Hund dann reflexartig und kann quasi nicht mehr klar denken.

Für dein Training ist so ein Zustand ziemlich ungünstig, denn dein Hund lernt dann genau die Verhaltensweisen, die du wahrscheinlich nicht besonders gut findest z.B. andere Hunde/Menschen verbellen. Gelingt es dir deinen Hund wieder in den denkenden Modus zu holen, ist sein Gehirn auch wieder offen für andere Lösungen. Dann kann dein Hund Verhaltensweisen lernen, die aus menschlicher Sicht sinnvoller sind z.B. sitzen und den Menschen anschauen. Und genau diese Möglichkeit bietet dir konditionierte Entspannung.

Wann macht der Einsatz eines Entspannungssignals sinn?

Konditionierte Entspannung ist eigentlich immer sinnvoll aber in folgenden Bereichen/Situationen ist ein Entspannungssignal besonders hilfreich:

  • Geräuschängste und Silvester
  • Trennungsstress
  • Tierarztbesuche
  • Probleme beim Autofahren oder bei langen Fahrten
  • Umzug/Umgebungswechsel z.B. im Urlaub
  • Einzug neuer Familienmitglieder
  • Probleme mit Besuchern/bei (Familien)feiern

Wie gesagt, sinnvoll ist es eigentlich immer. Immerhin wünschen wir uns alle einen möglichst entspannten Alltag.

Konditionierte Entspannung – Das Signal

Für die Konditionierung eines Entspannungssignals kannst du ein Wort, einen Duft bzw. eine Duftmischung oder Musik bzw. Hörbücher verwenden. Als Entspannungswort eignen sich Wörter, die du lang ziehen kannst z.B. „eeaaaasssyyy“ oder „ruuuhhiiiiiiigg“. Wenn du lieber, oder zusätzlich, mit Musik arbeiten möchtest, kannst du z.B. eine Relaxopet, klassische Klavier- oder gewöhnliche Entspannungsmusik verwenden. Auch Hörbücher eignen sich um ein Entspannungssignal aufzubauen. Geeignete Düfte sind Lavendel, Rose, Sandelholz oder auch Vanille. Manchmal werden auch Citrusdüfte verwendet. Achte darauf, dass du nur biologische und 100% naturreine ätherische Öle verwendest und dein Hund den Duft als angenehm empfindet. Das kannst du testen, indem du einen Tropfen von dem Öl auf ein Tuch gibst und es deinem Hund präsentierst. Zeigt dein Hund Meideverhalten (siehe Bild), solltest du lieber einen anderen Duft wählen. Ist der passende Duft gefunden, vermische ihn im Verhältnis 1 zu 10 mit einem neutralen Öl (z.B. Sonnenblumenöl oder Rapsöl) und fülle die Mischung in eine Sprühflasche. Für deine Trainingseinheiten sprühst du was von der Duftmischung auf ein Tuch. Natürlich soll nicht nur dein Hund das Signal als angenehm empfinden sondern du auch. Deswegen wähle Musik und Duft immer so aus, dass sie auch dir gefallen und nicht nur deinem Hund.

Meideverhalten Hund

So baust du ein Entspannungssignal auf

Es ist durchaus sinnvoll zu Dem Entspannungswort auch ein Langzeitsignal in Form von Musik oder Duft aufzubauen. Dafür schauen wir uns zwei Aufbaumöglichkeiten an.

Entspannungswort aufbauen

Setze dich zu deinem Hund auf die Decke oder kuschelt euch zusammen auf euren Lieblingsplatz. Durch streicheln oder Massagen kannst du deinen Hund jetzt in die Entspannung bringen. Ist dein Hund richtig entspannt nimmst du kurz deine Hände vom Hund und sagst dein Entspannungswort in einer ganz normalen Tonlage. Sollte dein Hund sich nicht über Körperkontakt und streicheln freuen bzw. entspannen, kannst du auch einfach in die Nähe deines Hundes gehen und 2-3 Mal hintereinander dein Entspannungswort sagen, wenn er von alleine entspannt. Diese Übung kannst du mehrmals täglich wiederholen.

Entspannungsmusik oder Entspannungsduft aufbauen

Um Musik oder einen Duft mit Entspannung zu verknüpfen, bringen wir den Reiz immer dann ins Spiel, wenn dein Hund entspannt ist. Sobald dein Hund entspannt in seinem Körbchen liegt, schaltest du die Musik ein oder legst den Duft in seine Nähe. Bevor dein Hund wieder aktiv wird, spätestens aber, wenn dein Hund den entspannten Zustand verlässt, wird die Musik ausgeschaltet oder das Tuch mit dem Duft in einem Schraubglas verstaut. Auch diese Übung kannst du jeden Tag wiederholen. Am besten mehrmals täglich über einen längeren Zeitraum.

Alternativ kannst du auch die erste Übung zusätzlich mit Musik oder Duft kombinieren. Das würde dann so aussehen, dass du dich wieder zu deinem Hund setzt, den Duft platzierst oder die Musik einschaltest und ihn in die Entspannung streichelst.

Konditionierte Entspannung als Akku

Du kannst dir dein Entspannungssignal wie einen Akku vorstellen. Über einen langen Zeitraum lädst du ihn mit Ruhe und Entspannung auf und in Situationen, in denen das Signal deinem Hund helfen soll, entlädt sich der Akku wieder ein Stück. Es reicht also nicht einmalig ein Signal aufzubauen. Du musst es immer wieder neu mit Entspannung aufladen und Entspannung zu einem Teil eures Alltags machen.

Du möchtest mehr Entspannung in deinen Alltag bringen und wünschst dir eine Möglichkeit dein Training zu überprüfen? Nutze das kostenlose Trainingstagebuch. Hier findest du auch nochmal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Viel Spaß beim Training!


Über uns

Ich bin Julia, Hundetrainerin aus Leidenschaft und Inhaberin von Adventure-Dog. Individuelles, faires und vor allem gewaltfreies Hundetraining liegen mir sehr am Herzen.

Hat mein Hund eine Allergie?

„Mein Hund verträgt nicht jedes Futter“, eine Aussage die gefühlt immer häufiger zu hören ist. Aber hat mein Hund eine Allergie nur weil er nicht jedes Futter verträgt? Was ist der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit, wie finde ich heraus ob mein Hund eine Allergie hat und gegen was ist mein Hund eigentlich allergisch? In diesem Artikel möchte ich dir einen kleinen Überblick über das Thema, Allergie beim Hund, geben und ein paar dieser Fragen beantworten.

Hat mein Hund eine Allergie oder eine Unverträglichkeit?

Hat mein Hund eine Allergie oder doch eine Unverträglichkeit? Um das herauszufinden sollten wir uns zunächst die Definitionen und die Unterschiede von Allergien und Unverträglichkeiten anschauen.

Als Allergie bezeichnet man eine übertriebene Abwehrreaktion des Immunsystems auf einen (oder mehrere) bestimmte Stoffe, die normalerweise für den Körper harmlos sind. Bei einer Allergie haben wir also immer eine immunvermittelte Reaktion. Klassische Allergiesymptome sind Hautreaktionen bzw. Hauterkrankungen aber auch Durchfälle oder anderen unspezifische Symptome können Begleiterscheinungen einer Allergie sein.

Bei einer Unverträglichkeit finden wir diese immunvermittelte Reaktion nicht. Der Körper ist einfach nicht in der Lage einen bestimmten Stoff z.B. aufgrund fehlender Verdauungsenzyme, zu verdauen. Das wohl
bekannteste Beispiel einer Unverträglichkeit ist die Laktoseintoleranz. Dem Körper fehlt das Enzym Laktase und damit die Fähigkeit, die in der Milch enthaltene Laktose, zu verdauen. Klassische Symptome einer Unverträglichkeit sind Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfälle.

Wie entsteht eine Allergie beim Hund?

Während eine Unverträglichkeit also mit der fehlenden körperlichen Fähigkeit einen Stoff zu verdauen zusammenhängt, ist eine Allergie eine Reaktion des Immunsystems und damit durch verschiedene Faktoren beeinflussbar.

Haut und Schleimhäute bilden die größte Kontaktfläche zur Außenwelt und haben unter anderem die Funktion den Organismus vor schädlichen Substanzen zu schützen. Ist diese Schutzfunktion an einer Stelle gestört können Allergene in den Körper gelangen. Dieser „Erstkontakt“ mit dem Allergen kann völlig unbemerkt bleiben, wird aber vom Immunsystem
gespeichert. Bei wiederholtem Kontakt mit dem Allergen löst das Immunsystem eine Abwehrreaktion aus und es kann zu sichtbaren Symptomen kommen.

Bei deinem Hund kann also in jedem Alter eine Allergie entstehen und manchmal dauert es sehr lange bis die ersten erkennbaren Symptome vorhanden sind. Wurde ein Stoff im Immunsystem deines Hundes als Allergen abgespeichert kann es passieren, dass das Immunsystem auch auf Stoffe die ähnlich zusammengesetzt sind mit einer Abwehrreaktion
antwortet.

Stress, gesundheitliche Probleme, Medikamente oder auch ständige Futterumstellungen können eine Allergie bei deinem Hund begünstigen oder allergische Reaktionen verschlimmern.

Die häufigsten Allergieauslöser beim Hund

Eine Futtermittelallergie wird am häufigsten durch bestimmte Nahrungsproteine ausgelöst. Rindfleisch, Sojaprotein, Kuhmilch, Weizen, Geflügelfleisch, Eier oder Mais sind die häufigsten Allergieauslöser bei Hunden. Dein Hund kann aber auch genauso auf Futtermittelzusatzstoffe, Futtermilben (Speichel und/oder Kot) oder Schimmelpilze im Futter reagieren. Weitere starke Allergieauslöser sind Flöhe und andere Parasiten sowie Pollen oder auch Medikamente. Hat dein Hund eine Allergie muss der Auslöser also nicht unbedingt im Futter zu finden sein.

Wie finde ich heraus was bei meinem Hund eine allergische Reaktion auslöst?

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund eine Futtermittelallergie hat, findest du den Auslöser am wahrscheinlichsten über eine sogenannte Ausschlussdiät heraus. Dabei bekommt dein Hund ein Futter, das aus ausschließlich einer, ihm bis dahin unbekannten Proteinquelle besteht sowie einer, ebenfalls unbekannten Gemüse oder Getreidesorte. Hierfür eignen sich z.B. Pferde-, Straußen- oder Ziegenfleisch in Kombination mit Kürbis oder Süßkartoffel. Achte bei der Auswahl der Futtermittel auf mögliche Kreuzreaktionen. Solltest du den Verdacht haben, dass dein Hund beispielsweise auf Rindfleisch reagiert, kann es auch bei exotischeren Wiederkäuern wie Büffel zu einer Allergiereaktion kommen.

WICHTIG! Eine Ausschlussdiät dauert mindestens 6-8 Wochen. Während dieser Zeit bekommt dein Hund nichts anderes, als die ausgewählte Proteinquelle und die ausgewählte Gemüse- oder Getreidesorte. Öle, Kräuter oder andere Zusätze sind während dieser Zeit absolut verboten. Auch Leckerlies oder Kauartikel dürfen nur gegeben werden, wenn absolut sicher ist, dass sie ausschließlich aus der ausgewählten Fleischsorte bestehen.

Hast du den Verdacht, dass dein Hund auf Konservierungsmittel oder Zusatzstoffe reagiert, fütterst du für die Zeit der Ausschlussdiät am besten frische Kost in Form von Barf oder gekochtem Futter. Wenn die Symptome nach 6-8 Wochen abgeklungen sind, kannst du anfangen eine weitere Fleischsorte zuzufüttern. Sollten die Symptome dann wieder auftreten, kannst du davon ausgehen, dass dein Hund auf dieses Protein allergisch reagiert. Eine neue Sorte kann erst dann wieder gegeben werden, wenn dein Hund wieder einige Zeit symptomfrei ist. Gleiches gilt für Gemüse- oder Getreidesorten und Zusatzstoffe.

Bitte nie zwei neue Komponenten auf einmal füttern und nur neue Komponenten geben, wenn dein Hund über einen längeren Zeitraum symptomfrei ist. Übrigens: weicher, breiiger Kot kann in den ersten Tagen einer Futterumstellung völlig normal sein, da das Verdauungssystem sich erst auf die neue Kost einstellen muss. Problematisch wird es bei andauernden Durchfällen. Besonders Welpen oder ältere Tiere laufen schnell Gefahr auszutrocknen. Im Zweifel sollte man keine Zeit verlieren und direkt in die Tierarztpraxis fahren.

Ist das nicht zu einseitig?

Es ist zwar eigentlich völlig unproblematisch, wenn du deinen Hund über einen Zeitraum von 2-3 Monaten so einseitig ernährst, trotzdem solltest du deinen Hund immer gut beobachten und eine Tierarztpraxis aufsuchen, wenn dein Hund plötzliche Aussehens- oder Verhaltensveränderungen zeigt.

Folgende Punkte solltest du deswegen immer im Blick haben:

  • Das Fell deines Hundes sollte glänzend, nicht fettig oder schuppig sein und keine haarlosen Stellen oder übermäßigen Haarverlust aufweisen
  • Dein Hund sollte eine gleichmäßig ausgebildete Muskulatur besitzen und es gibt keine auffälligen Gewichtsschwankungen
  • Dein Hund setzt maximal 2-3 mal am Tag, braunen bis dunkelbraunen Kot ab, der weder zu weich noch zu hart ist
  • Er ist seinem Alter und Gesundheitszustand entsprechend aktiv und aufmerksam. Eure gewohnte Spazierstrecke ist für ihn kein Problem und er ist auch nicht schneller erschöpft als sonst.

Bitte beachte, dass eine Ausschlussdiät kein Dauerzustand ist! Die Ernährung deines Hundes sollte ausgewogen sein und aus verschiedenen Protein- und Kohlenhydratquellen bestehen, damit der Bedarf an Nährstoffen und essentiellen Aminosäuren gedeckt ist. Hat dein Hund mehrere Allergien oder kommst du beim Thema Ausschlussdiät, Futtermittelunverträglichkeit etc. nicht weiter, hilft eine professionelle Ernährungsberatung dabei, deinen Hund optimal zu versorgen. Eine professionelle Ernährungsberatung bekommst du entweder bei speziell ausgebildeten Ernährungsberater*innen oder auch bei spezialisierten Tierärzt*innen.

Zum Abschluss noch ein bisschen was zum Thema Kot

Der normale Kot deines Hundes sollte wurstförmig mit glatter oder rissiger Oberfläche, feucht und hell bis dunkelbraun gefärbt sein. Farbe und Konsistenz sind unter anderem auch abhängig von den gegebenen Futtermitteln. So kann es vorkommen, dass der Kot deines Hundes rot aussieht nachdem er rote Bete gefressen hat oder etwas breiiger ist, wenn in seiner Mahlzeit größere Mengen Innereien (vor allem Leber) enthalten waren.

Von Durchfall spricht man, wenn der Hund mehrfach am Tag flüssigen bzw. wässrigen Kot absetzt. Tritt nach 1-3 Tagen, je nach Hund, keine Verbesserung auf, solltest du mit deinem Hund in eine Tierarztpraxis fahren. Genauso, wenn dein Hund drei Tage am Stück keinen Kot absetzt. Es ist übrigens sehr sinnvoll in regelmäßigen Abständen den Kot deines Hundes untersuchen zu lassen um einen Parasitenbefall rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.


Über uns

Ich bin Julia, Hundetrainerin aus Leidenschaft und Inhaberin von Adventure-Dog. Individuelles, faires und vor allem gewaltfreies Hundetraining liegen mir sehr am Herzen.

Raketenstart-Rückruf

Der Erfolgreiche Weg zum sicheren Abruf – Ein Buch von Sonja Meiburg

Kaum ein Thema beschäftigt Hundehalter*innen so sehr wie der Rückruf. Sie möchten gemütlich mit ihrem Hund spazieren gehen, ihn ohne Leine laufen lassen und natürlich soll er immer wieder zurückkommen. Die meisten Hundehalter*innen stellen schnell fest, so einfach ist das leider nicht. Denn auf der Gassirunde befinden sich unzählige Ablenkungen, denen man als Hund nur schwer widerstehen kann und die leider häufig interessanter als der Mensch sind. Wie das verändert werden kann, welche Fehler häufig im Rückruftraining gemacht werden und was man machen kann, wenn Bello nicht hört beschreibt Sonja Meiburg in ihrem Buch „Raketenstart-Rückruf“.

Daten und Fakten zum Buch „Raketenstart-Rückruf“

Raketenstart-Rückruf ist ein Taschenbuch mit 155 Farbfotos und 208 Seiten. Es erschien im August 2022 über den Kosmos Verlang und beschäftigt sich ausschließlich mit dem wichtigen Thema Rückruf. Es geht um Dinge die im Rückruftraining nicht funktionieren, um den Aufbau eines Rückrufsignales, um gezieltes Training, passende Belohnungen, die richtige Ausstattung und alles was es sonst noch für erfolgreiches Rückruftraining braucht.

Die Autorin – Sonja Meiburg

Sonja Meiburg ist seit über zwanzig Jahren Hundetrainerin und betreibt die Hundeschule Holledau in Niederbayern. Sie ist Mitbegründerin der Trainer*innengemeinschaft „Trainieren statt dominieren“ und leitet die Online Lernplattform „Hey Fiffi“. Eine Plattform mit verschiedenen Videos, von Trainer*innen der „Trainieren statt dominieren“ Gemeinschaft, rund um das Thema belohnungsbasiertes Hundetraining. Zu der Plattform gehören außerdem auch der Blog, das „Fiffi-Magazin“ und der Podcast „Fiffi-Cast“. Neben dem Buch Raketenstart-Rückruf hat sie auch Bücher zum Thema Anti-Giftköder-Training und Hunden freundlich Grenzen setzten geschrieben. Ihr neustes Buch erscheint Ende Juni 2023 und widmet sich dem Thema Welpen.

Raketenstart-Rückruf – Zum Buch

„Alles, was du brauchst, ist ein richtig guter Plan und etwas Zeit, um deinen Plan in die Realität umzusetzen.“

Sonja Meiburg, aus dem Buch Raketenstart-Rückruf

Wie so ein Plan aussieht erfährst du natürlich im Buch aber bevor es zu den konkreten Trainingsschritten geht, wird erstmal der Frage auf den Grund gegangen warum dein Rückruf nicht funktioniert. Und die Gründe können vielfältiger sein als man im ersten Moment denkt. Es geht um Belohnungen und Strafen, Stress, körperliche Beschwerden und die oft erwähnte Bindung. In welchen Momenten rufst du deinen Hund? Was bedeutet es für deinen Hund, wenn er gerufen wird? Was passiert, wenn er dein Rufen ignoriert? Schon im ersten Kapitel gibt es bestimmt den ein oder anderen „AH-Moment“.

Weiter geht es mit dem richtigen Equipment und dem passenden Signal. Was brauche ich für ein erfolgreiches Training und wie gut ist das Signal, das ich aktuell für den Rückruf nutze? Unter dem Titel „Die Stunde der Wahrheit“ erfährst du, wie du ganz einfach herausfinden kannst ob dein Signal für deinen Hund eindeutig ist und ob er es so positiv verknüpft hat wie du denkst. Sollte dein Ergebnis nicht so gut ausfallen wie du gedacht hast, kein Problem. Im Buch werden passende Alternativen beschrieben.

Das nächste große und wirklich wichtige Kapitel im Buch Raketenstart-Rückruf dreht sich um das Thema Belohnungen. Was mag dein Hund? Welche Alternativen gibt es zu klassischen Futterbelohnungen? Wie kann ich Futterbelohnungen attraktiver gestalten? Du bekommst jede Menge Ideen mit Dingen, die für deinen Hund eine Belohnung sein könnten. Neben Belohnungen, die du sofort ausprobieren kannst gibt es auch Belohnungen, die erst aufgebaut werden müssen. Wie das funktioniert und was du beim Thema Belohnungen sonst noch beachten solltest erfährst du alles im Kapitel „Die richtigen Belohnungen“.

Bevor es jetzt ans Abrufen geht, geht es noch um Ablenkungen. Es werden mögliche Ablenkungen aufgezählt und es geht darum wie du entscheidest, wann du welche Ablenkungen in dein Training einbaust. Außerdem bekommst du eine Möglichkeit an die Hand, die du nutzen kannst, wenn dein Hund dein Rufen ignoriert.

Du hast dein bisheriges Training genau analysiert. Bist bestens vorbereitet für neue Trainingssequenzen. Hast ein passendes Signal ausgewählt. Weißt was die besten Belohnungen für deinen Hund sind. Du kennst die Dinge, die deinen Hund ablenken und weißt, was du tun kannst, wenn er dein Rufen ignoriert. Jetzt geht es an das eigentliche Rückruftraining. Schritt für Schritt lernst du wie du dein neues Signal richtig aufbaust und festigst. Neben dem normalen „Alltagsrückruf“ lernst du auch den Aufbau eines speziellen Rückrufes.

Am Ende von Raketenstart-Rückruf geht es dann noch darum das Gelernte zu nutzen und deinem Hund Freilauf zu ermöglichen. Ab wann kann ich meinen Hund ableinen und wie gestalte ich das ableinen?

Mein persönliches Fazit

Du möchtest beim Thema Rückruf alles richtig machen? Dann besorge dir Raketenstart-Rückruf. Von Anfang bis Ende ist alles sehr verständlich geschrieben. Das Buch ist übersichtlich aufgebaut, die Übungen sind alle detailliert beschreiben. Wo es Sinn macht gibt es Zusammenfassungen für alle, die es nochmal kurz und knackig brauchen. Besonders schön sind auch die Rückrufspiele, die im Buch vorgestellt werden. So wird es im Training nie langweilig. Wer Raketenstart-Rückruf gelesen hat, hat definitiv einen richtig guten Plan für sein Rückruftraining.

Das Gassibuch für besondere Hunde

Entspannt spazieren, reaktives Verhalten reduzieren – Ein Buch von Katrien Lismont

Wenn ich mit meinem „besonderen“ Hund spazieren gehe, überlege ich ganz genau wann, wo und wie lange. Was mache ich, wenn ich doch mal auf andere Menschen treffe? Lange Zeit waren Spaziergänge mit ihm deshalb für mich ein Punkt auf der Tagesordnung der abgearbeitet werden musste. Es fehlte der entspannte Teil. Der Spaß und die Entspannung. Das Gassibuch für besondere Hunde richtet sich an alle, denen es auch so geht und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf das zu ändern.

Daten und Fakten zum Buch „Das Gassibuch für besondere Hunde“

Über den Cadmos Verlag erschien im Oktober 2020 „Das Gassibuch für besondere Hunde“. Das Taschenbuch hat 128 Seiten und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema entspannt spazieren gehen. Es geht darum den eigenen Hund besser zu verstehen, die Spazierrouten gut zu planen und die eigenen Fähigkeiten sowie die Fähigkeiten des Hundes so zu verbessern, dass alle Beteiligten die täglichen Spaziergänge genießen können.

Die Autorin – Katrien Lismont

Katrien Lismont ist Gründerin und Inhaberin der Hundeschule DOGood in Bretzfeld und Autorin mehrerer Bücher rund um das Thema Hund. Anfang der 2000er wurde sie durch ihre übermäßig ängstliche Hündin Daisy auf die Tellington TTouch Methode aufmerksam. Sie begann mit der Ausbildung und der Grundstein für ihre berufliche Laufbahn als Hundetrainerin war gelegt. Es folgten weitere Aus- und Weiterbildungen im Bereich Hundeverhalten, Hundegesundheit und Hundetraining. Katrien Lismont ist unter anderem Tellington TTouch Practitioner (P2), zertifizierte BAT-Instruktorin und Cumcane Trainerin und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz im Verhaltenstraining.

Das Gassibuch für besondere Hunde – Zum Buch

Das Gassibuch für besondere Hunde startet mit den wichtigen Fragen „Was sind besondere Hunde?“ und „Was hat Gassigehen mit Verhaltenstraining zu tun?“. Um das zu verstehen geht es im ersten Teil des Buches nochmal kurz um das Thema Stress, Stressanzeichen und Stressabbau. Außerdem gibt es bereits die ersten Tipps, wie man am besten mit aufregenden Situationen umgehen kann.

Im nächsten Schritt geht es dann um die „Gassi-Basics“. Was brauche ich auf meinem Spaziergang, wie oft muss ich spazieren gehen und wie lang sollte mein Spaziergang sein? Es geht vor allem auch darum den Spaziergang so zu planen, dass Halter*in und Hund durch Rituale mehr Struktur und Sicherheit auf ihren gemeinsamen Runden bekommen. Ein Hinweis aus diesem Kapitel ist: „Gassigehen ist kein Wettkampf, bei dem es darum geht, wer am längsten unterwegs ist.“ Neben Tipps zur Gassirundenplanung gibt es auch Anmerkungen zum Kontakt mit Artgenossen und zum Thema Freilauf.

Die Gassiplanung ist gemacht! Jetzt geht es weiter mit nützlichen Fähigkeiten, die Hundehalter*innen helfen soll klar mit ihren Hunden zu kommunizieren und so die gemeinsame Runde schöner zu gestalten. Es werden mehrere nützliche Signale und deren Aufbau vorgestellt. Der Aufbau aller Signale erfolgt über positive Verstärkung und mithilfe eines Markersignals. Es sind einfachere und anspruchsvollere Übungen dabei und auch Übungen aus dem Tellington TTouch Bereich.

Im Kapitel „Begegnungen unterwegs meistern“ sind ebenfalls Übungen zu finden, die auf dem Spaziergang umgesetzt werden können. Vor allem geht es um das richtige Leinenhandling und darum, selbst feinste Signale beim Hund wahrzunehmen. Es geht darum dem Hund Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Durch Selbstwirksamkeit soll der Hund lernen, aktiv seine Situation zu beeinflussen. Er soll ausreichend Zeit bekommen um zu lernen in Ruhe eine Situation einschätzen zu können und eine angemessene Lösung zu finden.

Das letzte große Kapitel des Buches nennt sich „Pimp up your Gassi“. „Abwechslung, Spiele, Denkaufgaben und Bewegungsmöglichkeiten sind hervorragende Mittel, die Kooperation zu fördern und ein pralles Vertrauenskonto zwischen Ihnen und Ihrem Hund aufzubauen“, heißt es. Es geht also um Ideen, wie wir die gemeinsame Qualitätszeit mit unserem Hund besser nutzen können und wie wir mehr Abwechslung in einfache Spazierrunden bringen. Zu jeder Idee gibt es meistens auch verschiedene Variationen, sodass für jeden Hundetyp das Passende dabei ist.

Mein persönliches Fazit

Das Gassibuch für besondere Hunde ist ein wirklich schönes Buch. Es ist übersichtlich gestaltet und verständlich geschrieben. Auch alle Übungen sind einfach und gut erklärt. Ich denke, dass sich viele Hunde über Zusammenarbeit mit ihren Menschen freuen und sie sich gerne auf ein bisschen Abwechslung auf den Spazierrunden einlassen. Selbst, wenn man keinen „besonderen“ Hund hat kann man deswegen viel mit dem Gassibuch für besondere Hunde anfangen.

Stress beim Hund erkennen

Wie kann ich Stress beim Hund erkennen und was kann ich tun, wenn mein Hund gestresst ist? Im letzten Artikel zum Thema Stress beim Hund ging es vor allem um die körperlichen Abläufe und die Auswirkungen von Stress auf den Körper. Hier soll es darum gehen wie ein gestresster Hund aussieht, was typische Stressanzeichen sind und wie du Entspannung und Wohlbefinden bei deinem Hund fördern kannst. Wenn du also wissen möchtest warum du erkennen solltest, dass dein Hund gerade Stress hat, lies dir den anderen Artikel gerne nochmal durch. Dort erfährst du auch was typische Auslöser für Stress bei deinem Hund sein könnten.

Wie sieht ein gestresster Hund aus?

Da Hunde sehr individuell sind können zwei Hunde unterschiedlich aussehen und trotzdem beide gestresst sein. Wie immer, wenn es um das Thema Körpersprache geht ist der Gesamteindruck entscheidend. An folgende Signale kannst du Stress beim Hund erkennen:

  • hohe Körperspannung, evtl. begleitet durch zittern
  • vermehrtes kratzen, schütteln, starker Haarausfall oder Schuppenbildung
  • evtl. Rückenhaare aufgestellt
  • schnelle, ruckartige oder planlos wirkende Bewegungen
  • einfrieren, stehen bleiben oder sich hinsetzten
  • Kopf angehoben, Ohren gehen nach hinten
  • Augen schlitzförmig oder weit aufgerissen, so dass das Weiße in den Augen deutlich zu erkennen ist, Pupillen erweitert
  • Maul geöffnet, Mundwinkel spitz nach hinten gezogen, Gesichtsmuskulatur deutlich erkennbar (Stressfalten)
  • starkes, schnelles hecheln, schnelle und flache Atmung
  • oder auch Maul fest geschlossen
  • erhöhter Speichelfluss, Speichel ist zäh / gummiartig
  • Zunge „gespalten“, evtl. vorne hochgerollt
  • Rute hängt runter oder bei einigen Hunden auch unter den Bauch geklemmt
  • bellen oder fiepen
  • aufreiten
  • übermäßige Körperpflege, lecken
  • jagen, buddeln
Stressanzeichen beim Hund

Die Liste könnte noch eine ganze Weile fortgesetzt werden was nicht heißt, dass du alle Signale bei deinem Hund beobachten kannst. Manchmal kannst du vielleicht nur ein Signal beobachten und manchmal mehrere Signale. Ein schütteln oder bellen muss auch nicht automatisch bedeuten, dass dein Hund Stress hat. Wie schon geschrieben, das Gesamtbild ist entscheidend.

Was tun, wenn der Hund gestresst ist?

Du bist in einer Situation die für deinen Hund potentiell stressend ist und konntest mehrere Signale aus der Liste beobachten? Dann ist die Wahrscheinlichkeit das dein Hund gestresst ist relativ hoch. Aber was machst du jetzt mit diesen Informationen? Wie kannst du deinem Hund helfen? Auch das ist wieder sehr individuell. Allgemein kann man sagen, dass Hunde über kauen und schlecken Stress reduzieren können. Eine Möglichkeit wäre also deinem Hund in solchen Situationen einen Kauartikel, eine Schleckmatte oder Ähnliches anzubieten. Ruhiges streicheln, Massagen, Körperkontakt oder Bewegung können ebenfalls entspannend wirken.

Wenn du die Auslöser für eine Stressreaktion kennst, arbeite daran, dass sie deinen Hund weniger stressen. Gib deinem Hund die Möglichkeit sich im kontrollierten Rahmen mit dem Stressor auseinanderzusetzen und zeige im, wie er die Situation bewältigen kann.

Beispiel: Die Türklingel ist ein Stressauslöser. Eine mögliche Variante ist, wenn du deinem Hund, jedes Mal, wenn es klingelt, einen gefüllten Kong auf seinen Platz legst. Nach einiger Zeit wird das Geräusch der Klingel für deinen Hund zur Ankündigung für etwas Schönes und ihn weniger stressen.

Der letzte Eindruck bleibt

Achte darauf, deinem Hund immer eine Möglichkeit anzubieten, wie er mit stressigen Situationen umgehen kann. Biete ihm etwas an, das ihm Spaß macht, er gerne macht oder mag und was gute Gefühle in ihm auslöst. So erreichst du, dass dein Hund lernt mit Stressauslösern umzugehen.

Der letzte Eindruck einer Situation ist immer das, was als neuste Information im Gehirn deines Hundes abgespeichert wird. Diese Information wird auch die Erste sein an die er sich erinnert, wenn er die Situation/den Ort wieder erlebt/besucht. Versuche daher immer eine Situation so ruhig wie möglich bzw. so positiv wie möglich zu verlassen.

Schreck lass nach!

Der Einfluss von Stress und Angst auf Gehirn und Verhalten – Ein Buch von Heike Weststedt

Stress und Angst sind zwei Themen, mit denen ich mich im Zusammenleben mit einem Tierschutzhund schon viel beschäftigt habe und darum geht es auch in dem Buch „Schreck lass nach!“. Wie beeinflussen diese beiden Komponenten das Verhalten von Hunden, wie gehe ich damit um aber vor allem was und wie kann ich etwas verändern? „Stress und Angst lösen bei Tieren ebenso wie bei uns Menschen körperliche und psychische Schäden aus.“ Eine Erkenntnis, die ich zwar schon vor dem lesen dieses Buches hatte, die aber nochmal klar macht warum das Thema so wichtig ist.

Daten und Fakten zum Buch „Schreck lass nach!“

„Schreck lass nach!“ erschien 2013. Das 104 Seiten lange Taschenbuch wurde von CumCane herausgegeben und befasst sich mit den wichtigen Themen Angst und Stress beim Hund. Es geht um die Wahrnehmung des Hundes, wie wir als Hundehalter*innen erkennen was der Hund vermutlich gerade fühlt und was Angst und Stress im Gehirn und im Körper auslösen. Darüber hinaus gibt es Infos zu Trainingsmethoden und zur Trainingsplanung.

Die Autorin – Heike Westedt

Heike Westest ist Biologin und Hundetrainerin. Ihre Trainerausbildung hat sie, nach ihrem Biologiestudium, bei Turid Rugaas und Sheila Harper absolviert. Sie selbst sagt über ihre Arbeit: „Mein Ziel ist es, eine faire, artgerechte, druck- und gewaltfreie Erziehung für die jeweiligen Mensch-Hund-Teams zu finden.“ Dabei Kombiniert sie ihr Wissen über die Verhaltensbiologie des Hundes mit ihrem Wissen über Lerntheorien und hündische Kommunikation.

Schreck lass nach! – Zum Buch

Das erste Kapitel startet unter dem Thema Wahrnehmung. Es geht darum wie der Hund seine Umwelt wahrnimmt, welche Sinne ihm zur Verfügung stehen und wie er auf Umweltreize reagiert. Was passiert im Gehirn des Hundes und wie bewertet er ob ein Reiz eine Gefahr darstellt oder nicht? Bilder und Beispiele verdeutlichen die Wahrnehmung des Hundes. Am Ende des Kapitels gibt es nochmal ein paar wissenschaftliche Fakten über die bewusste und unbewusste Wahrnehmung.

Da wir ja alle keine Gedanken lesen können geht es im nächsten Kapitel um die Körpersprache des Hundes. Ein wirklich wichtiger Punkt, wenn wir wissen möchten, wie es unserem Hund in verschiedenen Situationen geht. In dem Kapitel wird die Körpersprache der Hunde in drei Bereiche eingeteilt. Den grünen, den gelben und den roten Bereich. Es wird beschrieben, wie der Hund aussieht und wie er sich fühlt. Zu jedem Bereich gibt es passenden Bilder und Beispiele. Außerdem wir kurz erklärt was man unter „Beschwichtigungssignalen und den „4 F’s“ versteht.

Nachdem wir nun wissen, wie unser Hund die Umwelt wahrnimmt und wie wir erkennen, was er gerade fühlt, können wir uns im dritten Kapitel mit dem Thema Angst beschäftigen. Erstmal wird geklärt was Angst ist und was der Unterschied zwischen Angst, Furcht, Unsicherheit, Scheu und Trauma bzw. Phobie ist. Es geht um die Abläufe im Gehirn und um körperliche und psychische Folgen. Auch die Fragen, „Woher kommt die Angst?“ bzw. „Warum hat mein Hund Angst?“ wird behandelt. Es wird nochmal Bezug auf die Wahrnehmung und auf die Körpersprache genommen und erklärt, wie man mit Angst umgehen kann.

Ein Satz, der mir besonders im Kopf geblieben ist, da ich im Alltag noch viel zu häufig das Gegenteil erlebe ist, „Wenn ein Hund Angst zeigt, sollte er nicht durch die Situationen, die ihm offensichtlich Angst bereiten, gezwungen werden hindurch zu gehen. Er wird nichts lernen, außer vielleicht, dass diese Situationen wirklich unangenehm sind, und er ihnen hilflos ausgeliefert ist…“ Wissenschaftliche Fakten und Bilder gibt es auch in diesem Kapitel.

Im vierten Kapitel dreht sich alles um das Thema Stress. Was ist Stress? Was passiert im Körper und welche Auswirkungen hat Stress auf das Verhalten? Es wird zwischen verschiedenen Stressauslösern unterschieden und erklärt wie Stresshormone im Körper wirken. Auch in diesem Kapitel gibt es wieder wissenschaftlicher Fakten und Bilder, die einem das komplexe Thema Stress näherbringen.

Im weiteren Verlauf des Buches geht es um Fallbeispiele, Trainingsmethoden, Hilfsmittel und Trainingsplanung. Es geht kurz darum wie Hunde lernen und welche unterschiedlichen Lerntheorien es gibt. Anschließend werden verschiedene Elemente aus dem Hundetraining vorgestellt. Die einzelnen Elemente werden mit Schritt für Schritt Trainingsanleitungen einfach und verständlich erklärt. Beispielsweise wird der Aufbau eines Aufmerksamkeitssignales, der Aufbau eines Markerwortes und die Konditionierung eines Entspannungssignales beschrieben. Im letzten Kapitel geht es dann nochmal darum, wie ich mein Training plane, optimiere und überprüfe.

Mein persönliches Fazit

Für mich ist „Schreck lass nach!“ ein absolut empfehlenswertes Buch. Auf 100 Seiten werden komplexe Themen verständlich erklärt. Man bekommt fachliches Wissen und theoretische Trainingsanleitungen. Für Alle, die mehr als die vereinfachte Version wollen gibt es extra gekennzeichnete Seiten oder Hinweise auf weiterführende Literatur.

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