Training und Gesundheit

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Das Mutmachbuch für unsichere Hunde

Mit positiven Erlebnissen zu mehr Selbstbewusstsein und weniger Stress – Ein Buch von Madeleine und Rolf C. Franck

Unsichere und ängstliche Hunde haben es in unserem Alltag oft schwer. An einer befahrenen Straße entlang gehen, im Auto mitfahren, im Park mit anderen Menschen und Hunden spazieren gehen… Was für uns und für andere Hunde völlig normal ist, ist für sie eine Herausforderung. Das Mutmachbuch für unsichere Hunde beschäftigt sich genau mit diesen Hunden. Es geht darum Angst, Unsicherheit und Stress zu erkennen und zu verstehen und den Hund selbstbewusster und mutiger für den Alltag zu machen.

Daten und Fakten zum Buch „Das Mutmachbuch für unsichere Hund“

Das Mutmachbuch für unsichere Hunde ist ein im September 2023 veröffentlichtes Taschenbuch mit 93 Seiten. Es erschien über den Cadmos Verlag und wurde von Madeleine und Rolf C. Franck geschrieben. Im Mutmachbuch geht es darum, das Selbstbewusstsein unserer Hunde zu stärken und die Zusammenhänge zwischen allen Bereichen des Hundelebens zu verstehen.

Über die Autoren

Dipl. Psychologin Madeleine Franck und Verhaltensberater Rolf C. Franck betreiben im Landkreis Cuxhaven gemeinsam die Hundeschule „Blauerhund“. Bei der Partnerschule für Mensch und Hund geht es unter anderem darum, die Beziehung zum eigenen Hund zu stärken. Im Training ist ihnen wichtig, dass der Hund emotional verstanden wird und sich gut fühlt. Unter dem Namen „Blauerhund“ bieten Madeleine und Rolf C. Franck verschiedene Kurse, Seminare und Onlinefortbildungen für Hundebesitzer*innen an. Neben ihrer Tätigkeit als Trainerin ist Madeleine Franck als Chefredakteurin des Bookazins „SitzPlatzFuß“ tätig. Außerdem ist sie Projektleiterin für den Cadmos Verlag.

Das Mutmachbuch – Zum Buch

„Mit diesem Buch möchten wir dich ermutigen, das Leben deines Hundes aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Wir möchten dir zeigen, wie du die Zusammenhänge zwischen Wohlbefinden, Gesundheit, Selbstwirksamkeit und emotionaler Stabilität nutzen und für deinen Hund eine Verbesserung schaffen kannst.“

Aus der Einleitung des Mutmachbuches für unsichere Hunde

Damit die Leser*innen das Leben ihres Hundes aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten können, geht es im ersten Kapitel des Buches darum, Unsicherheit, Angst und Stress besser zu verstehen.

Das Mutmachbuch für unsichere Hunde beschäftigt sich mit den Emotionen unserer Hunde. Wie und wo entstehen Emotionen im Gehirn und was für Auswirkungen haben sie auf unsere Hunde? Es geht um die negativen Emotionen Angst, Wut und Panik aber auch um positive Emotionen wie Seeking, Fürsorge und Spiel. Wie kann ich als Hundehalter*in diese Emotionen bei meinem Hund beeinflussen? Auch das Thema Stress spielt im ersten Kapitel eine wichtige Rolle.

Im nächsten Kapitel des Buches geht es um die Themen Mut, Resilienz, Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit und Selbstregulation. Was bedeuten all diese Begriffe und kann ich sie bei meinem Hund fördern? Wo kann ich in meinem Alltag meinem Hund die Möglichkeit zur Selbstwirksamkeit geben? An dieser Stelle im Mutmachbuch für unsichere Hunde bekommt man auch bereits die ersten Trainingstechniken und Möglichkeiten an die Hand, um erste Veränderungen im Alltag zu schaffen.

Zusammenhänge verstehen und Veränderungen anstoßen, heißt das nächste Kapitel des Buches. Hier geht es darum sich nicht nur auf das eigentliche Problem zu fokussieren, sondern das gesamte Hundeleben zu betrachten und dann herauszufinden, welche Bereiche noch Einfluss auf das Verhalten XY haben können. Schlaf, Bewegung, Sozialkontakte, Spiel und andere Bedürfnisse werden genau unter die Lupe genommen. Wie können wir durch unsere Stimmung unsere Hunde beeinflussen? Was bedeutet es, wenn ein Hund „sicher gebunden“ ist? Außerdem wird auch beleuchtet, welchen Einfluss Krankheiten und Schmerzen auf das Verhalten unserer Hunde haben.

In den letzten beiden Kapiteln wird es nochmal richtig praktisch. Die Leser*innen bekommen Übungen an die Hand wie sie Entspannung mit ihrem Hund trainieren können, welche Strategien sie ihren Hunden anbieten können um Stress abzubauen und welche Hilfsmittel zum Einsatz kommen können. Passend zum Titel Mutmachbuch werden auch verschiedene Mutmachspiele vorgestellt. Die Mutmachspiele sind eine bunte Mischung aus verschiedenen Spielarten, sodass für jedes Mensch-Hund-Team ein passendes Spiel dabei ist.

Mein persönliches Fazit

Für mich ist das Mutmachbuch für unsichere Hunde nicht nur etwas für Hundehalter*innen mit genau diesen Hunden, sondern auch für alle anderen. Es ist ein Buch für die, die ihren Hund etwas besser verstehen wollen. Für die, die ihre Beziehung zu ihrem Hund verbessern möchten und für diejenigen, die mehr über positives und bedürfnisbefriedigendes Training erfahren möchten.

Wie erkenne ich eine gute Hundeschule?

So erkennst und findest du eine gute Hundeschule in deiner Nähe

Die Anzahl der Hundeschulen in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Da die Begriffe Hundetrainer*in, Hundeverhaltensberater*in o.Ä. nicht geschützt sind, kann sich theoretisch jeder so nennen. Es gibt keine verpflichtende Ausbildung die absolviert werden muss um eine Hundeschule zu eröffnen. Man benötigt lediglich eine Genehmigung vom örtlichen Veterinäramt. Darum sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Hundeschulen oft riesig und Hundehalter*innen müssen genau hinschauen um eine gute Hundeschule zu finden. Aber wie erkenne ich eine gute Hundeschule? Welche Kriterien sollte eine gute Hundeschule erfüllen? Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Zahlen, Daten & Fakten

Laut dem Industrieverband Heimtierbedarf e.V. lebten 2022 in Deutschland rund 10,6 Millionen Hunde und wahrscheinlich ist die Zahl im letzten Jahr nochmal gestiegen. Genauso wie die Zahl der Hundeschulen. 2006 veröffentlichte die Universität Göttingen eine Ökonomische Gesamtbetrachtung der Hundehaltung in Deutschland, in der 765 Hundeschulen ermittelt wurden. Aktuelle Listen aus Branchenbüchern zählen mehr als 3300 Hundeschulen in Deutschland. Da kann man schon Mal den Überblick verlieren. Seit 2014 benötigt man zwar eine Erlaubnis vom örtlichen Veterinäramt um eine Hundeschule zu betreiben, diese sagt jedoch nichts über die tatsächliche Qualifikation der Hundetrainer*innen aus.

Quellen:
https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/acc4738b75a72a7c8fc9fbd5f9a59f78.pdf/Abschlussbericht%2520freigegeben.pdf
https://listflix.de/dienstleistung/bildungseinrichtungen/hundeschulen/

Was bringt mir eine gute Hundeschule?

Eine gute Hundeschule hilft dir dabei das Verhalten deines Hundes richtig einzuordnen und zu verstehen. Grundlagen zum Lernverhalten und zur Körpersprache von Hunden sollten in jeder guten Hundeschule vermittelt werden. Hundeschulen sind natürlich mit einer der ersten Anlaufstellen, wenn es um Problemverhalten geht aber auch, wenn du keine Probleme mit deinem Hund hast, ist der Besuch einer Hundeschule durchaus sinnvoll. Hier lernst du, wie du deinen Hund entsprechend seines Charakters und Alters beschäftigen kannst oder welche gemeinsamen Aktivitäten ihr unternehmen könnt, damit im Alltag keine Langeweile aufkommt. Mittlerweile gibt es eigentlich für jede Altersgruppe passende Angebote. Darüber hinaus sollte eine Hundeschule dich natürlich über die geltenden gesetzlichen Bestimmungen zum Thema Hundehaltung informieren können. Hierzu zählen zum Beispiel eine im Bundesland einheitliche Leinenpflicht, die im Bundesland geltenden Bestimmungen zur Kennzeichnungspflicht von Hunden oder die Notwendigkeit eines Sachkundenachweises.

So findest du eine gute Hundeschule

Und wie erkenne ich eine gute Hundeschule? Diese Frage wollen wir jetzt endlich beantworten. In Zeiten von Social Media und Co. ist das Internet aufjedenfall eine gute erste Anlaufstelle um nach einer passenden Hundeschule zu suchen. Schaue dir die Webseite, die Social-Media-Kanäle und auch die Bewertungen in verschiedenen Portalen an. In vielen Fällen findest du auf der Webseite auch Informationen über die Qualifikationen der Trainer*innen. Vorsicht vor Formulierungen wie „20 Jahre Erfahrung im Hundetraining“. Diese oder ähnliche Formulierungen sagen nichts über die fachliche Kompetenz der Menschen aus. Natürlich muss das nicht direkt ein Ausschlusskriterium sein, wenn du keine anderen Informationen zu Aus- und Weiterbildung findest, frag am besten nach.

Über die Webseite & Co. bekommst du in den meisten Fällen auch schon Informationen über die Arbeitsweise der Trainer*innen. Wenn du keine konkreten oder nur schwammige Aussagen wie „wir arbeiten nach modernsten Methoden“ findest, frag gezielt nach. Dabei kannst du zum Beispiel fragen, was passiert, wenn mein Hund unerwünschtes Verhalten zeigt? Oder, wie wird unerwünschtes Verhalten unterbrochen? Hundeschulen, die wirklich nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft arbeiten werden die Ursache für das Verhalten verändern und nicht einfach das Verhalten des Hundes durch aversive Maßnahmen hemmen.

Der erste Eindruck passt? Dann schaue dir die Stunden vor Ort an. In Hundeschulen, die Präsenzunterricht anbieten sollte es kein Problem sein, einzelne Stunden ohne Hund anzuschauen. Wenn du z.B. auf der Suche nach einem Grunderziehungskurs bist, frag einfach nach, ob du dir eine Stunde von einem laufenden Kurs anschauen kannst. Während der Stunde kannst du nochmal die Ausbildungsmethoden genau unter die Lupe nehmen. Wie werden die Hunde für gutes Verhalten belohnt? Wird mit Klicker oder Markerwort gearbeitet? Machen die Hunde einen entspannten Eindruck? Haben sie Spaß an der Arbeit mit ihren Menschen?

Wenn über Zwang, mit aversiven Maßnahmen wie Erschrecken, in die Seite kneifen oder körperliches Abblocken, gearbeitet wird oder Begriffe wie Rudelführer oder Alphatier fallen, kannst du dir sicher sein, hier wird nicht nach neusten Erkenntnissen der Wissenschaft gearbeitet.

Individuell und Ganzheitlich

Individuelle und ganzheitliche Lösungsansätze sind gerade bei „Problemverhalten“ besonders wichtig. Gute Hundetrainer*innen beziehen andere Fachleute mit ein und stellen sicher, dass die Hunde körperlich gesund sind und die Trainingsausrüstung passend ist. Zughalsbänder ohne Stopp, einschneidende Brustgeschirre, Sprühhalsbänder oder Wurfketten haben im Training nichts zu suchen. Sie gefährden die physische und psychische Gesundheit deines Hundes und verstoßen außerdem gegen das Tierschutzgesetz.

Eine gute Hundeschule wird dich an andere Expert*innen verweisen, sollte sie bei einem Thema nicht helfen können. Mittlerweile haben sich viele Hundetrainer*innen auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert und das ist auch gut so. Das Thema Hundeerziehung und Beschäftigung ist so umfangreich, dass es unmöglich ist jedes Fachgebiet abzudecken.

Mittlerweile gibt es verschiedene Vereine, Organisationen und Netzwerke, die sich für faires, individuelles und gewaltfreies Hundetraining einsetzen. Die Arbeitsweise der zugehörigen Hundetrainer*innen entspricht dieser Art von Training und wird von den Organisationen überprüft. Auf den Webseiten der Organisationen kannst du sehen, ob eine Hundeschule in deiner Nähe Mitglied ist.


Über uns

Ich bin Julia, Hundetrainerin aus Leidenschaft und Inhaberin von Adventure-Dog. Individuelles, faires und vor allem gewaltfreies Hundetraining liegen mir sehr am Herzen.

Konditionierte Entspannung

Konditionierte Entspannung ist eine von mehreren Möglichkeiten, wie du deinem Hund in aufregenden Situationen helfen kannst, wieder zur Ruhe zu kommen. Auch wenn konditionierte Entspannung nicht bewirkt, dass dein Hund auf der Stelle in einen Dornröschenschlaf fällt, bringt sie dir trotzdem eine ganze Menge. Ein gut aufgebautes Signal kann dann dafür sorgen, dass dein Hund wieder klarer denken und andere Verhaltensweisen zeigen kann. Hier erfährst du welche Möglichkeiten wir im Training haben, wo du ein Entspannungssignal einsetzten kannst und wie es aufgebaut wird.

Wie funktioniert konditionierte Entspannung?

Wie der Name schon verrät, konditionieren wir Entspannung z.B. mit einem Wort oder einem Duft. Das funktioniert über klassische Konditionierung. Bei der klassischen Konditionierung wird ein neutraler Reiz mit einem unbedingten Reiz, der eine natürliche Reaktion hervorruft, verknüpft. Dadurch erreichen wir, dass aus dem neutralen Reiz ein konditionierter Reiz wird, der auch ohne den unbedingten Reiz die natürliche Reaktion hervorruft.

Heißt in der Praxis, wir verknüpfen ein Wort, einen Duft oder Ähnliches mit entspannten Situationen und Verhalten. Ist das geschafft können wir alleine durch das Signal entspannteres Verhalten bei unserem Hund hervorrufen.

Warum konditionierte Entspannung dein Training verbessert

Das Gegenteil von Entspannt ist Angespannt. In Situationen, in denen dein Hund angespannt ist, werden in seinem Körper Stresshormone freigesetzt. Ist er in der Lage die Situation zu bewältigen oder löst sich die Situation schnell auf, ist die Anspannung nur von kurzer Dauer. Hält die Anspannung an, sorgen verschiedene Systeme im Körper deines Hundes dafür, dass weitere Hormone ausgeschüttet werden. Dein Hund bleibt in Alarmbereitschaft und das Gehirn konzentriert sich nur noch auf die wichtigsten Dinge um die Situation zu bewältigen. Sitz, Platz, auf eine lockere Leine achten etc. gehören meistens nicht dazu. In so einem Zustand handelt dein Hund dann reflexartig und kann quasi nicht mehr klar denken.

Für dein Training ist so ein Zustand ziemlich ungünstig, denn dein Hund lernt dann genau die Verhaltensweisen, die du wahrscheinlich nicht besonders gut findest z.B. andere Hunde/Menschen verbellen. Gelingt es dir deinen Hund wieder in den denkenden Modus zu holen, ist sein Gehirn auch wieder offen für andere Lösungen. Dann kann dein Hund Verhaltensweisen lernen, die aus menschlicher Sicht sinnvoller sind z.B. sitzen und den Menschen anschauen. Und genau diese Möglichkeit bietet dir konditionierte Entspannung.

Wann macht der Einsatz eines Entspannungssignals sinn?

Konditionierte Entspannung ist eigentlich immer sinnvoll aber in folgenden Bereichen/Situationen ist ein Entspannungssignal besonders hilfreich:

  • Geräuschängste und Silvester
  • Trennungsstress
  • Tierarztbesuche
  • Probleme beim Autofahren oder bei langen Fahrten
  • Umzug/Umgebungswechsel z.B. im Urlaub
  • Einzug neuer Familienmitglieder
  • Probleme mit Besuchern/bei (Familien)feiern

Wie gesagt, sinnvoll ist es eigentlich immer. Immerhin wünschen wir uns alle einen möglichst entspannten Alltag.

Konditionierte Entspannung – Das Signal

Für die Konditionierung eines Entspannungssignals kannst du ein Wort, einen Duft bzw. eine Duftmischung oder Musik bzw. Hörbücher verwenden. Als Entspannungswort eignen sich Wörter, die du lang ziehen kannst z.B. „eeaaaasssyyy“ oder „ruuuhhiiiiiiigg“. Wenn du lieber, oder zusätzlich, mit Musik arbeiten möchtest, kannst du z.B. eine Relaxopet, klassische Klavier- oder gewöhnliche Entspannungsmusik verwenden. Auch Hörbücher eignen sich um ein Entspannungssignal aufzubauen. Geeignete Düfte sind Lavendel, Rose, Sandelholz oder auch Vanille. Manchmal werden auch Citrusdüfte verwendet. Achte darauf, dass du nur biologische und 100% naturreine ätherische Öle verwendest und dein Hund den Duft als angenehm empfindet. Das kannst du testen, indem du einen Tropfen von dem Öl auf ein Tuch gibst und es deinem Hund präsentierst. Zeigt dein Hund Meideverhalten (siehe Bild), solltest du lieber einen anderen Duft wählen. Ist der passende Duft gefunden, vermische ihn im Verhältnis 1 zu 10 mit einem neutralen Öl (z.B. Sonnenblumenöl oder Rapsöl) und fülle die Mischung in eine Sprühflasche. Für deine Trainingseinheiten sprühst du was von der Duftmischung auf ein Tuch. Natürlich soll nicht nur dein Hund das Signal als angenehm empfinden sondern du auch. Deswegen wähle Musik und Duft immer so aus, dass sie auch dir gefallen und nicht nur deinem Hund.

Meideverhalten Hund

So baust du ein Entspannungssignal auf

Es ist durchaus sinnvoll zu Dem Entspannungswort auch ein Langzeitsignal in Form von Musik oder Duft aufzubauen. Dafür schauen wir uns zwei Aufbaumöglichkeiten an.

Entspannungswort aufbauen

Setze dich zu deinem Hund auf die Decke oder kuschelt euch zusammen auf euren Lieblingsplatz. Durch streicheln oder Massagen kannst du deinen Hund jetzt in die Entspannung bringen. Ist dein Hund richtig entspannt nimmst du kurz deine Hände vom Hund und sagst dein Entspannungswort in einer ganz normalen Tonlage. Sollte dein Hund sich nicht über Körperkontakt und streicheln freuen bzw. entspannen, kannst du auch einfach in die Nähe deines Hundes gehen und 2-3 Mal hintereinander dein Entspannungswort sagen, wenn er von alleine entspannt. Diese Übung kannst du mehrmals täglich wiederholen.

Entspannungsmusik oder Entspannungsduft aufbauen

Um Musik oder einen Duft mit Entspannung zu verknüpfen, bringen wir den Reiz immer dann ins Spiel, wenn dein Hund entspannt ist. Sobald dein Hund entspannt in seinem Körbchen liegt, schaltest du die Musik ein oder legst den Duft in seine Nähe. Bevor dein Hund wieder aktiv wird, spätestens aber, wenn dein Hund den entspannten Zustand verlässt, wird die Musik ausgeschaltet oder das Tuch mit dem Duft in einem Schraubglas verstaut. Auch diese Übung kannst du jeden Tag wiederholen. Am besten mehrmals täglich über einen längeren Zeitraum.

Alternativ kannst du auch die erste Übung zusätzlich mit Musik oder Duft kombinieren. Das würde dann so aussehen, dass du dich wieder zu deinem Hund setzt, den Duft platzierst oder die Musik einschaltest und ihn in die Entspannung streichelst.

Konditionierte Entspannung als Akku

Du kannst dir dein Entspannungssignal wie einen Akku vorstellen. Über einen langen Zeitraum lädst du ihn mit Ruhe und Entspannung auf und in Situationen, in denen das Signal deinem Hund helfen soll, entlädt sich der Akku wieder ein Stück. Es reicht also nicht einmalig ein Signal aufzubauen. Du musst es immer wieder neu mit Entspannung aufladen und Entspannung zu einem Teil eures Alltags machen.

Du möchtest mehr Entspannung in deinen Alltag bringen und wünschst dir eine Möglichkeit dein Training zu überprüfen? Nutze das kostenlose Trainingstagebuch. Hier findest du auch nochmal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Viel Spaß beim Training!


Über uns

Ich bin Julia, Hundetrainerin aus Leidenschaft und Inhaberin von Adventure-Dog. Individuelles, faires und vor allem gewaltfreies Hundetraining liegen mir sehr am Herzen.

Raketenstart-Rückruf

Der Erfolgreiche Weg zum sicheren Abruf – Ein Buch von Sonja Meiburg

Kaum ein Thema beschäftigt Hundehalter*innen so sehr wie der Rückruf. Sie möchten gemütlich mit ihrem Hund spazieren gehen, ihn ohne Leine laufen lassen und natürlich soll er immer wieder zurückkommen. Die meisten Hundehalter*innen stellen schnell fest, so einfach ist das leider nicht. Denn auf der Gassirunde befinden sich unzählige Ablenkungen, denen man als Hund nur schwer widerstehen kann und die leider häufig interessanter als der Mensch sind. Wie das verändert werden kann, welche Fehler häufig im Rückruftraining gemacht werden und was man machen kann, wenn Bello nicht hört beschreibt Sonja Meiburg in ihrem Buch „Raketenstart-Rückruf“.

Daten und Fakten zum Buch „Raketenstart-Rückruf“

Raketenstart-Rückruf ist ein Taschenbuch mit 155 Farbfotos und 208 Seiten. Es erschien im August 2022 über den Kosmos Verlang und beschäftigt sich ausschließlich mit dem wichtigen Thema Rückruf. Es geht um Dinge die im Rückruftraining nicht funktionieren, um den Aufbau eines Rückrufsignales, um gezieltes Training, passende Belohnungen, die richtige Ausstattung und alles was es sonst noch für erfolgreiches Rückruftraining braucht.

Die Autorin – Sonja Meiburg

Sonja Meiburg ist seit über zwanzig Jahren Hundetrainerin und betreibt die Hundeschule Holledau in Niederbayern. Sie ist Mitbegründerin der Trainer*innengemeinschaft „Trainieren statt dominieren“ und leitet die Online Lernplattform „Hey Fiffi“. Eine Plattform mit verschiedenen Videos, von Trainer*innen der „Trainieren statt dominieren“ Gemeinschaft, rund um das Thema belohnungsbasiertes Hundetraining. Zu der Plattform gehören außerdem auch der Blog, das „Fiffi-Magazin“ und der Podcast „Fiffi-Cast“. Neben dem Buch Raketenstart-Rückruf hat sie auch Bücher zum Thema Anti-Giftköder-Training und Hunden freundlich Grenzen setzten geschrieben. Ihr neustes Buch erscheint Ende Juni 2023 und widmet sich dem Thema Welpen.

Raketenstart-Rückruf – Zum Buch

„Alles, was du brauchst, ist ein richtig guter Plan und etwas Zeit, um deinen Plan in die Realität umzusetzen.“

Sonja Meiburg, aus dem Buch Raketenstart-Rückruf

Wie so ein Plan aussieht erfährst du natürlich im Buch aber bevor es zu den konkreten Trainingsschritten geht, wird erstmal der Frage auf den Grund gegangen warum dein Rückruf nicht funktioniert. Und die Gründe können vielfältiger sein als man im ersten Moment denkt. Es geht um Belohnungen und Strafen, Stress, körperliche Beschwerden und die oft erwähnte Bindung. In welchen Momenten rufst du deinen Hund? Was bedeutet es für deinen Hund, wenn er gerufen wird? Was passiert, wenn er dein Rufen ignoriert? Schon im ersten Kapitel gibt es bestimmt den ein oder anderen „AH-Moment“.

Weiter geht es mit dem richtigen Equipment und dem passenden Signal. Was brauche ich für ein erfolgreiches Training und wie gut ist das Signal, das ich aktuell für den Rückruf nutze? Unter dem Titel „Die Stunde der Wahrheit“ erfährst du, wie du ganz einfach herausfinden kannst ob dein Signal für deinen Hund eindeutig ist und ob er es so positiv verknüpft hat wie du denkst. Sollte dein Ergebnis nicht so gut ausfallen wie du gedacht hast, kein Problem. Im Buch werden passende Alternativen beschrieben.

Das nächste große und wirklich wichtige Kapitel im Buch Raketenstart-Rückruf dreht sich um das Thema Belohnungen. Was mag dein Hund? Welche Alternativen gibt es zu klassischen Futterbelohnungen? Wie kann ich Futterbelohnungen attraktiver gestalten? Du bekommst jede Menge Ideen mit Dingen, die für deinen Hund eine Belohnung sein könnten. Neben Belohnungen, die du sofort ausprobieren kannst gibt es auch Belohnungen, die erst aufgebaut werden müssen. Wie das funktioniert und was du beim Thema Belohnungen sonst noch beachten solltest erfährst du alles im Kapitel „Die richtigen Belohnungen“.

Bevor es jetzt ans Abrufen geht, geht es noch um Ablenkungen. Es werden mögliche Ablenkungen aufgezählt und es geht darum wie du entscheidest, wann du welche Ablenkungen in dein Training einbaust. Außerdem bekommst du eine Möglichkeit an die Hand, die du nutzen kannst, wenn dein Hund dein Rufen ignoriert.

Du hast dein bisheriges Training genau analysiert. Bist bestens vorbereitet für neue Trainingssequenzen. Hast ein passendes Signal ausgewählt. Weißt was die besten Belohnungen für deinen Hund sind. Du kennst die Dinge, die deinen Hund ablenken und weißt, was du tun kannst, wenn er dein Rufen ignoriert. Jetzt geht es an das eigentliche Rückruftraining. Schritt für Schritt lernst du wie du dein neues Signal richtig aufbaust und festigst. Neben dem normalen „Alltagsrückruf“ lernst du auch den Aufbau eines speziellen Rückrufes.

Am Ende von Raketenstart-Rückruf geht es dann noch darum das Gelernte zu nutzen und deinem Hund Freilauf zu ermöglichen. Ab wann kann ich meinen Hund ableinen und wie gestalte ich das ableinen?

Mein persönliches Fazit

Du möchtest beim Thema Rückruf alles richtig machen? Dann besorge dir Raketenstart-Rückruf. Von Anfang bis Ende ist alles sehr verständlich geschrieben. Das Buch ist übersichtlich aufgebaut, die Übungen sind alle detailliert beschreiben. Wo es Sinn macht gibt es Zusammenfassungen für alle, die es nochmal kurz und knackig brauchen. Besonders schön sind auch die Rückrufspiele, die im Buch vorgestellt werden. So wird es im Training nie langweilig. Wer Raketenstart-Rückruf gelesen hat, hat definitiv einen richtig guten Plan für sein Rückruftraining.

Das Gassibuch für besondere Hunde

Entspannt spazieren, reaktives Verhalten reduzieren – Ein Buch von Katrien Lismont

Wenn ich mit meinem „besonderen“ Hund spazieren gehe, überlege ich ganz genau wann, wo und wie lange. Was mache ich, wenn ich doch mal auf andere Menschen treffe? Lange Zeit waren Spaziergänge mit ihm deshalb für mich ein Punkt auf der Tagesordnung der abgearbeitet werden musste. Es fehlte der entspannte Teil. Der Spaß und die Entspannung. Das Gassibuch für besondere Hunde richtet sich an alle, denen es auch so geht und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf das zu ändern.

Daten und Fakten zum Buch „Das Gassibuch für besondere Hunde“

Über den Cadmos Verlag erschien im Oktober 2020 „Das Gassibuch für besondere Hunde“. Das Taschenbuch hat 128 Seiten und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema entspannt spazieren gehen. Es geht darum den eigenen Hund besser zu verstehen, die Spazierrouten gut zu planen und die eigenen Fähigkeiten sowie die Fähigkeiten des Hundes so zu verbessern, dass alle Beteiligten die täglichen Spaziergänge genießen können.

Die Autorin – Katrien Lismont

Katrien Lismont ist Gründerin und Inhaberin der Hundeschule DOGood in Bretzfeld und Autorin mehrerer Bücher rund um das Thema Hund. Anfang der 2000er wurde sie durch ihre übermäßig ängstliche Hündin Daisy auf die Tellington TTouch Methode aufmerksam. Sie begann mit der Ausbildung und der Grundstein für ihre berufliche Laufbahn als Hundetrainerin war gelegt. Es folgten weitere Aus- und Weiterbildungen im Bereich Hundeverhalten, Hundegesundheit und Hundetraining. Katrien Lismont ist unter anderem Tellington TTouch Practitioner (P2), zertifizierte BAT-Instruktorin und Cumcane Trainerin und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz im Verhaltenstraining.

Das Gassibuch für besondere Hunde – Zum Buch

Das Gassibuch für besondere Hunde startet mit den wichtigen Fragen „Was sind besondere Hunde?“ und „Was hat Gassigehen mit Verhaltenstraining zu tun?“. Um das zu verstehen geht es im ersten Teil des Buches nochmal kurz um das Thema Stress, Stressanzeichen und Stressabbau. Außerdem gibt es bereits die ersten Tipps, wie man am besten mit aufregenden Situationen umgehen kann.

Im nächsten Schritt geht es dann um die „Gassi-Basics“. Was brauche ich auf meinem Spaziergang, wie oft muss ich spazieren gehen und wie lang sollte mein Spaziergang sein? Es geht vor allem auch darum den Spaziergang so zu planen, dass Halter*in und Hund durch Rituale mehr Struktur und Sicherheit auf ihren gemeinsamen Runden bekommen. Ein Hinweis aus diesem Kapitel ist: „Gassigehen ist kein Wettkampf, bei dem es darum geht, wer am längsten unterwegs ist.“ Neben Tipps zur Gassirundenplanung gibt es auch Anmerkungen zum Kontakt mit Artgenossen und zum Thema Freilauf.

Die Gassiplanung ist gemacht! Jetzt geht es weiter mit nützlichen Fähigkeiten, die Hundehalter*innen helfen soll klar mit ihren Hunden zu kommunizieren und so die gemeinsame Runde schöner zu gestalten. Es werden mehrere nützliche Signale und deren Aufbau vorgestellt. Der Aufbau aller Signale erfolgt über positive Verstärkung und mithilfe eines Markersignals. Es sind einfachere und anspruchsvollere Übungen dabei und auch Übungen aus dem Tellington TTouch Bereich.

Im Kapitel „Begegnungen unterwegs meistern“ sind ebenfalls Übungen zu finden, die auf dem Spaziergang umgesetzt werden können. Vor allem geht es um das richtige Leinenhandling und darum, selbst feinste Signale beim Hund wahrzunehmen. Es geht darum dem Hund Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Durch Selbstwirksamkeit soll der Hund lernen, aktiv seine Situation zu beeinflussen. Er soll ausreichend Zeit bekommen um zu lernen in Ruhe eine Situation einschätzen zu können und eine angemessene Lösung zu finden.

Das letzte große Kapitel des Buches nennt sich „Pimp up your Gassi“. „Abwechslung, Spiele, Denkaufgaben und Bewegungsmöglichkeiten sind hervorragende Mittel, die Kooperation zu fördern und ein pralles Vertrauenskonto zwischen Ihnen und Ihrem Hund aufzubauen“, heißt es. Es geht also um Ideen, wie wir die gemeinsame Qualitätszeit mit unserem Hund besser nutzen können und wie wir mehr Abwechslung in einfache Spazierrunden bringen. Zu jeder Idee gibt es meistens auch verschiedene Variationen, sodass für jeden Hundetyp das Passende dabei ist.

Mein persönliches Fazit

Das Gassibuch für besondere Hunde ist ein wirklich schönes Buch. Es ist übersichtlich gestaltet und verständlich geschrieben. Auch alle Übungen sind einfach und gut erklärt. Ich denke, dass sich viele Hunde über Zusammenarbeit mit ihren Menschen freuen und sie sich gerne auf ein bisschen Abwechslung auf den Spazierrunden einlassen. Selbst, wenn man keinen „besonderen“ Hund hat kann man deswegen viel mit dem Gassibuch für besondere Hunde anfangen.

Stress beim Hund erkennen

Wie kann ich Stress beim Hund erkennen und was kann ich tun, wenn mein Hund gestresst ist? Im letzten Artikel zum Thema Stress beim Hund ging es vor allem um die körperlichen Abläufe und die Auswirkungen von Stress auf den Körper. Hier soll es darum gehen wie ein gestresster Hund aussieht, was typische Stressanzeichen sind und wie du Entspannung und Wohlbefinden bei deinem Hund fördern kannst. Wenn du also wissen möchtest warum du erkennen solltest, dass dein Hund gerade Stress hat, lies dir den anderen Artikel gerne nochmal durch. Dort erfährst du auch was typische Auslöser für Stress bei deinem Hund sein könnten.

Wie sieht ein gestresster Hund aus?

Da Hunde sehr individuell sind können zwei Hunde unterschiedlich aussehen und trotzdem beide gestresst sein. Wie immer, wenn es um das Thema Körpersprache geht ist der Gesamteindruck entscheidend. An folgende Signale kannst du Stress beim Hund erkennen:

  • hohe Körperspannung, evtl. begleitet durch zittern
  • vermehrtes kratzen, schütteln, starker Haarausfall oder Schuppenbildung
  • evtl. Rückenhaare aufgestellt
  • schnelle, ruckartige oder planlos wirkende Bewegungen
  • einfrieren, stehen bleiben oder sich hinsetzten
  • Kopf angehoben, Ohren gehen nach hinten
  • Augen schlitzförmig oder weit aufgerissen, so dass das Weiße in den Augen deutlich zu erkennen ist, Pupillen erweitert
  • Maul geöffnet, Mundwinkel spitz nach hinten gezogen, Gesichtsmuskulatur deutlich erkennbar (Stressfalten)
  • starkes, schnelles hecheln, schnelle und flache Atmung
  • oder auch Maul fest geschlossen
  • erhöhter Speichelfluss, Speichel ist zäh / gummiartig
  • Zunge „gespalten“, evtl. vorne hochgerollt
  • Rute hängt runter oder bei einigen Hunden auch unter den Bauch geklemmt
  • bellen oder fiepen
  • aufreiten
  • übermäßige Körperpflege, lecken
  • jagen, buddeln
Stressanzeichen beim Hund

Die Liste könnte noch eine ganze Weile fortgesetzt werden was nicht heißt, dass du alle Signale bei deinem Hund beobachten kannst. Manchmal kannst du vielleicht nur ein Signal beobachten und manchmal mehrere Signale. Ein schütteln oder bellen muss auch nicht automatisch bedeuten, dass dein Hund Stress hat. Wie schon geschrieben, das Gesamtbild ist entscheidend.

Was tun, wenn der Hund gestresst ist?

Du bist in einer Situation die für deinen Hund potentiell stressend ist und konntest mehrere Signale aus der Liste beobachten? Dann ist die Wahrscheinlichkeit das dein Hund gestresst ist relativ hoch. Aber was machst du jetzt mit diesen Informationen? Wie kannst du deinem Hund helfen? Auch das ist wieder sehr individuell. Allgemein kann man sagen, dass Hunde über kauen und schlecken Stress reduzieren können. Eine Möglichkeit wäre also deinem Hund in solchen Situationen einen Kauartikel, eine Schleckmatte oder Ähnliches anzubieten. Ruhiges streicheln, Massagen, Körperkontakt oder Bewegung können ebenfalls entspannend wirken.

Wenn du die Auslöser für eine Stressreaktion kennst, arbeite daran, dass sie deinen Hund weniger stressen. Gib deinem Hund die Möglichkeit sich im kontrollierten Rahmen mit dem Stressor auseinanderzusetzen und zeige im, wie er die Situation bewältigen kann.

Beispiel: Die Türklingel ist ein Stressauslöser. Eine mögliche Variante ist, wenn du deinem Hund, jedes Mal, wenn es klingelt, einen gefüllten Kong auf seinen Platz legst. Nach einiger Zeit wird das Geräusch der Klingel für deinen Hund zur Ankündigung für etwas Schönes und ihn weniger stressen.

Der letzte Eindruck bleibt

Achte darauf, deinem Hund immer eine Möglichkeit anzubieten, wie er mit stressigen Situationen umgehen kann. Biete ihm etwas an, das ihm Spaß macht, er gerne macht oder mag und was gute Gefühle in ihm auslöst. So erreichst du, dass dein Hund lernt mit Stressauslösern umzugehen.

Der letzte Eindruck einer Situation ist immer das, was als neuste Information im Gehirn deines Hundes abgespeichert wird. Diese Information wird auch die Erste sein an die er sich erinnert, wenn er die Situation/den Ort wieder erlebt/besucht. Versuche daher immer eine Situation so ruhig wie möglich bzw. so positiv wie möglich zu verlassen.

Stress beim Hund

Er ist „gestresst“, die Situation ist „stressig“. Der gestresste Hund ist allgegenwärtig. Jeder spricht über Stress und meistens in einem negativen Zusammenhang. Ist Stress beim Hund denn immer etwas Negatives? Darf ein Hund nie gestresst sein? Was ist Stress beim Hund überhaupt, wie erkenne ich Stress und vor allem wie helfe ich einem gestressten Hund?

Was ist eigentlich Stress beim Hund?

Vereinfacht gesagt ist Stress eine messbare Reaktion des Körpers auf innere und äußere Veränderungen. Stress soll dem Individuum helfen sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Damit werden sowohl körperliche Vorgänge als auch das Verhalten unserer Hunde durch Stress beeinflusst.

Was passiert im Körper?

Auch hier wieder eine vereinfachte Erklärung was bei Stress im Körper deines Hundes passiert. Bereits durch die erste, unbewusste Wahrnehmung eines stressauslösenden Reizes wird im Körper Adrenalin ausgeschüttet. Die Herzfrequenz deines Hundes erhöht sich und der Blutdruck steigt. Durch den Abbau von Fett werden dem Körper Energiereserven bereitgestellt. Das Adrenalin sorgt dafür, dass der Körper möglichst viel Energie zur Verfügung hat um so schnell wie möglich auf eine Bedrohung zu reagieren. Da Adrenalin innerhalb von Sekunden in den Blutkreislauf gelangt und sofort seine Wirkung entfaltet ist es für schnelle Affekthandlungen verantwortlich.

Bestätigt sich die erste Wahrnehmung, werden im Gehirn weitere Hormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass in der Nebennierenrinde Stresshormone wie z.B. Kortisol freigesetzt werden. Diese Hormone beeinflussen dann verschiedene Vorgänge im Körper um das Individuum an die Situation anzupassen.

Gelingt es deinem Hund die Situation unter Kontrolle zu bringen, normalisiert sich der Hormonspiegel wieder. Gelingt es ihm nicht bleibt der Körper in Alarmbereitschaft.

Die wichtigsten Stresshormone

Hormone sind chemische Botenstoffe und werden von Drüsen im Körper gebildet. Mithilfe von Hormonen können verschiedene Organe im Körper miteinander kommunizieren. Sie beeinflussen unterschiedliche Vorgänge im Körper und haben Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gefühlswelt unserer Hunde. Die wichtigsten Stresshormone im Körper deines Hundes sind Adrenalin, Kortisol, Aldosterol und Androgene. Sie werden hauptsächlich im Nebennierenmark und in der Nebennierenrinde gebildet.

Das erste Stresshormon ist das Adrenalin. Adrenalin entfaltet in kürzester Zeit seine Wirkung im Körper und ist daher mitverantwortlich für schnelle Affekthandlungen. Adrenalin erhöht die Herzfrequenz und den Blutdruck, sorgt für eine Erweiterung der Bronchien und stellt Energiereserven durch Fettabbau bereit. Außerdem hemmt Adrenalin die Bewegungen im Magen-Darmtrakt.

Das wohl bekannteste Stresshormon ist das Kortisol. Kortisol wird ausgeschüttet, wenn sich die erste Wahrnehmung bestätigt aber die erste Handlung noch keinen Erfolg gebracht hat. Dieses Hormon hat Einfluss auf sämtliche Stoffwechselvorgänge im Körper und steigert unter anderem den Proteinabbau und die Magensäureproduktion. Außerdem verstärkt Kortisol auch das Adrenalin im Körper, erhöht den Blutzucker und senkt Entzündungsbotenstoffe. Dadurch hat Kortisol auch Einfluss auf das Immunsystem.

Aldosterol steuert den Flüssigkeitshaushalt und hat besonderen Einfluss auf die Nieren. Bei einer Stressreaktion kann es vorkommen, dass dein Hund entweder vermehrte oder verringerte Wasserausscheidungen zeigt. Schweißproduktion und Blutdruck werden ebenfalls von Aldosterol beeinflusst.

Das letzte Stresshormon sind Androgene. Androgene zählen zu den männlichen Sexualhormonen, sind aber auch im weiblichen Körper zu finden. Androgene beeinflussen indirekt das Verhalten deines Hundes. So steigert ein erhöhter Testosteronspiegel die Verteidigungsbereitschaft. Da Androgene nicht nur in den männlichen Geschlechtsorganen gebildet werden, sondern auch in der Nebennierenrinde werden sind sie auch bei kastrierten, männlichen und weiblichen Tieren gefunden.

Selbst wenn ein Hund ausreichend Möglichkeiten hat sich von einer stressigen Situation zu erholen, kann es sein, dass sich der Hormonspiegel erst nach zwei bis drei Tagen wieder normalisiert hat. Es ist also durchaus möglich, dass du die Auswirkungen noch einige Tage nach dem stressenden Ereignis spürst.

Auswirkungen von Stress auf den Körper

Bei einer Stressreaktion beeinflussen Hormone verschiedenste Vorgänge im Körper. Selbst bei ausreichend Erholungsmöglichkeiten kann es einige Tage dauern, bis sich der Hormonspiegel wieder normalisiert hat. Was aber wenn die Möglichkeiten fehlen? Der Körper bleibt in Alarmbereitschaft und die oben erwähnten Hormone bleiben auf einem erhöhten Level. Dementsprechend bleiben auch Herzfrequenz, Blutdruck, Blutzuckerspiegel etc. auf einem höheren Level als normalerweise. Die Folgen? Dauerstress macht anfällig für Infektionskrankheiten, da durch den erhöhten Kortisolspiegel das Immunsystem gehemmt wird. Dauerhaft erhöhter Blutzucker kann zu Diabeteserkrankungen führen und zu hoher Blutdruck auf Dauer zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere mögliche Folgen von Dauerstress sind Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre und andere Magen-Darm-Erkrankungen. Aber auch psychische Erkrankungen, Zwangsstörungen (z.B. extremes Pfoten lecken) und Verhaltensauffälligkeiten gehören zu den Folgen von Dauerstress.

Ein Hund der unter Dauerstress leidet zeigt in vielen Fällen vermehrtes Aggressionsverhalten und kann sich nur schlecht bzw. kurz konzentrieren. Dazu kommt, dass Stress das Lernen allgemein blockiert. Verhaltensweisen bleiben im Kurzzeitgedächtnis stecken und werden nicht oder nur teilweise im Langzeitgedächtnis abgespeichert. Verhaltensänderungen erfolgen darum oft nur sehr langsam bis gar nicht. Stress beim Hund hat also eine ganz Menge an negativen Auswirkungen und kann Ursache von Verhaltensproblemen und körperlichen Leiden sein.

Typische Stressauslöser

Was für deinen Hund ein Stressauslöser ist, ist natürlich individuell und abhängig von verschiedenen Faktoren. Aufzucht, genetische Veranlagungen und die ganz individuellen Lernerfahrungen haben einen Einfluss darauf was für deinen Hund stressend ist. Stressauslösende Reize oder Stressoren kann man in verschiedene Kategorien einteilen. Hier teile ich Stressoren in soziologische, psychologische und physiologische Stressoren auf, wobei es durchaus Stressoren gibt, die auch in mehrere Kategorien passen würden.

Zu den soziologischen Stressoren gehören, wie der Name schon sagt, Stressoren aus dem sozialen Umfeld deines Hundes oder auch eine allgemeine schlechte Sozialisierung. Ein veränderter Lebensraum z.B. vom Land in die Stadt, eine neue Wohnung, ein neues Familienmitglied…, schlechter Kontakt mit anderen Hunden oder das Leben in einer unharmonischen Hundegruppe oder schlechte Kontakte zu Menschen sind Beispiele für soziologische Stressoren.

Zu den psychologischen Stressoren zählen Stressoren die im direkten Zusammenhang mit negativen Gefühlen stehen. Hier finden wir Stressoren wie Angst und Unsicherheit oder auch Gewalt, Druck und Strafen in der Erziehung.

Bei den physiologischen Stressoren finden wir Stressoren, die Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden unseres Hundes haben. Hunger, Durst, extreme Wetterbedingungen und zu wenig Schlaf gehören in diese Kategorie. Weitere Beispiele für physiologische Stressoren sind körperliche Leiden durch Verletzungen und Schmerzen oder auch durch Qualzuchtmerkmale.

Ist Stress beim Hund immer schlecht?

Stress sorgt dafür, dass unsere Hunde anpassungsfähig sind und neue Lösungswege für ein Problem finden. Kurzzeitiger Stress, der am Ende dazu führt eine Situation unter Kontrolle zu bringen, gehört durchaus zum Leben des Hundes dazu. Dauerhafter Stress, fehlende Erholungsmöglichkeiten und unkontrollierbare Situationen führen am Ende nur dazu, dass dein Hund krank wird. Stress beim Hund ist also nicht grundsätzlich etwas Negatives.

Selbstgemachte Kaustangen für deinen Hund

Kaustangen gibt es in unterschiedlichen Varianten zu kaufen. Oft enthalten sie viel Zucker, Farbstoffe, Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe auf die Hundebesitzer*innen gerne verzichten möchten oder sogar müssen. Wenn du dazu gehörst oder deinem Hund einfach mal andere Snacks anbieten möchtest, probiere doch mal selbstgemachte Kaustangen für deinen Hund aus. Hier findest du vier Rezepte für selbstgemachte Kaustangen, die deinem Hund bestimmt gefallen werden.

Ich benutze für die selbstgemachten Kaustangen eine Backmatte mit Stangenform. Du kannst die Rezepte aber auch ganz einfach ohne eine Backmatte herstellen, indem du deine Kaustangen selber formst.

Bananen Kaustangen

Für die Bananen Kaustangen benötigst du 1 reife Banane, 250g Reismehl, 1 Ei und 3 Esslöffel Kokosraspeln. Zuerst wird die Banane geschält und mit einer Gabel zerdrückt. Anschließend alle Zutaten miteinander vermischen und mit Wasser verdünnen bis ein glatter Teig entsteht. Wenn du ohne eine Backmatte arbeitest sollte der Teig noch so fest sein, dass du ihn gut formen kannst.

Jetzt den Teig in eine Backmatte geben und bei 180 °C für ca. 50 Minuten backen. Die Backzeit kann je nach Größe der Backmatte und Konsistenz des Teiges variieren. Achte darauf, dass die selbstgemachten Kaustangen komplett durchgebacken sind, bevor du sie aus dem Ofen nimmst.

Leberwurst Kaustangen

Selbstgemachte Leberwurst Kaustangen kommen bei allen Hunden gut an. Du benötigst 100g Leberwurst oder alternativ ein Hundenassfutter, 200g Haferflocken, 150g Hüttenkäse, 5 Esslöffel Öl und 1 Ei. Geeignete Öle sind zum Beispiel Lachsöl, Kokosöl oder Olivenöl. Gerade Lachsöl kommt bei den meisten Hunden, aufgrund des intensiven Geruches, besonders gut an.

Bis auf die Haferflocken werden alle Zutaten miteinander vermischt und püriert. Anschließend werden die Haferflocken untergerührt und der Teig in die Backmatte gefüllt. Die Leberwurst Kaustangen werden für ca. 50 Minuten bei 160 °C gebacken.

Kurkuma-Kokos-Stangen

Das in der Kurkuma enthaltene Curcumin wirkt entzündungshemmend, antiseptisch und antioxidativ. Außerdem soll es die Bildung von Magen- und Gallensäften fördern und so die Verdauung anregen. Durch die Kombination mit Kokos erhältst du einen gesunden Snack für deinen Hund.

Du benötigst 30g Kokosflocken, 200g Haferflocken, 1 Ei, 200g Hüttenkäse, 1 Teelöffel Kurkuma und 2 Esslöffel Kokosöl. Bis auf die Haferflocken werden wieder alle Zutaten miteinander vermischt und püriert. Anschließend werden die Haferflocken untergemischt und der Teig in die Backmatte gefüllt. Die Kurkuma-Kokos-Stangen werden bei 160 °C für ca. 55 Minuten gebacken.

Schnelle Thunfisch Kaustangen

Für dieses Rezept benötigst du 500g Mehl, 3 Dosen (je 185g) Thunfisch in eigenem Saft und 2 Eier. Geeignete Mehle sind zum Beispiel Reismehl, Buchweizenmehl oder Kokosmehl. Die Zutaten werden miteinander vermischt und grob püriert. Sollte der Teig zu fest sein kannst du ihn mit etwas Wasser verdünnen.

Den Teig in die Backmatte geben und bei 175 °C für ca. 45 Minuten backen. Fertig sind deine schnellen Thunfisch Kaustangen.

Selbstgemachte Kaustangen für deinen Hund richtig lagern

Selbstgemachte Kaustangen für deinen Hund sollten genau wie selbstgemachte Hundekekse gut trocknen und auskühlen bevor du sie in eine Dose füllst. Die Dose sollte nicht luftdicht sein, damit Restfeuchtigkeit austreten kann. Bewahre die selbstgemachten Kaustangen an einem kühlen, trockenen Ort auf und verfüttere, je nach Größe deines Hundes, nur ein bis maximal zwei Kaustangen am Tag.

Und jetzt, viel Spaß beim Backen.

Hundeeis selber machen

Eis geht doch eigentlich immer oder? Das denken sich bestimmt auch unsere Hunde. Im Sommer ist Hundeeis eine schöne Abkühlung und im Winter eine gut schmeckende Beschäftigung. Hundeeis selber machen ist super einfach und geht schnell. Aus wenigen Zutaten kannst du die unterschiedlichsten Kreationen herstellen. Von herzhaft bis süß ist für jeden Hund was dabei.

Die besten Hundeeis Rezepte

Eigentlich kannst du für ein Hundeeis alles verwenden was dein Hund verträgt und gerne isst. Bei der Wahl der Zutaten kannst du also durchaus kreativ werden. Am Ende benötigst du eine cremige Masse und eine passende Form, die du einfrieren kannst. Weil ich aber weiß wie schwer das manchmal mit der Kreativität ist, habe ich hier ein paar Hundeeis Rezeptvorschläge für dich. Als Form nutze ich meistens einen KONG oder Muffinförmchen aus Silikon. Du kannst aber auch eine Schleckmatte verwenden oder wenn du einen kleineren Hund hast, Eiswürfelformen nutzen.

Leberwurst-Eis

Für das Leberwurst-Eis benötigst du 2 Esslöffel Hüttenkäse, 1-2 Esslöffel Leberwurst, 1 Teelöffel Öl und Naturjoghurt nach Bedarf.

Hüttenkäse, Leberwurst und Öl in einer Schüssel vermischen und mit Naturjoghurt auffüllen bis eine cremige Masse entsteht. Anschließend die Masse in eine Form, einen KONG oder eine Schleckmatte geben und für ca. 12 Stunden einfrieren.

Bananen-Eis

Für das Bananen-Eis benötigst du 2 Esslöffel Quark, 1 Teelöffel Honig und eine halbe, sehr reife Banane.

Zuerst die Banane mit einer Gabel zerdrücken und anschließend mit den anderen Zutaten vermischen, sollte die Masse zu fest sein kannst du etwas mehr Quark verwenden. Die Masse in eine Form, einen KONG oder eine Schleckmatte geben und für ca. 12 Stunden einfrieren.

Müsli-Eis

Für ein Müsli-Eis benötigst du 2 Esslöffel Apfelmus, eine halbe, sehr reife Banane, 1 Esslöffel Haferflocken und 1 Teelöffel Öl.

Zerdrücke die Banane mit einer Gabel und vermische sie mit den anderen Zutaten. Sollte die Masse noch nicht cremig genug sein, fülle sie mit Apfelmus auf. Die fertige Mischung in eine Form, einen KONG oder eine Schleckmatte geben und für ca. 12 Stunden einfrieren.

Beeren-Eis

Du benötigst 2 Esslöffel Naturjoghurt, eine Handvoll Himbeeren oder andere Beeren und einen Teelöffel Minze.

Alle Zutaten miteinander vermischen und am besten pürieren. Anschließend kannst du der Masse noch ein paar ganze Früchte hinzufügen, wenn dein Hund das mag. Die fertige Mischung in eine Form, einen KONG oder eine Schleckmatte geben und für ca. 12 Stunden einfrieren.

Schlemmer-Eis

Alles was du brauchst sind 2 Esslöffel Nassfutter, 2 Esslöffel Hüttenkäse und eine kleine Karotte.

Zuerst die Karotte raspeln und anschließend mit den anderen Zutaten vermischen. Bei Bedarf kannst du die Masse auch pürieren und mit Brühe verdünnen, sollte sie zu fest sein. Anschließend in eine Form, einen KONG oder eine Schleckmatte füllen und für ca. 12 Stunden einfrieren.

Hundeeis-Rezeptvarianten

Du kannst jeden Rezeptvorschlag variieren, indem du einzelnen Zutaten austauscht oder eine weitere Zutat hinzufügst. Geeignete Öle sind zum Beispiel Lachsöl, Olivenöl oder Leinöl. Statt Naturjoghurt kannst du auch Kokosmilch, Fleischbrühe oder Wurstwasser verwenden. Leberwurst lässt sich durch verschiedene Sorten Nassfutter oder auch durch Lachscreme ersetzen. Jedes Eis kann durch Kräuter wie Petersilie, Minze, Salbei oder Basilikum ergänzt werden. Wenn du ein Eis am Stiel herstellen möchtest kannst du zum Beispiel eine Karotte oder eine Kaustange als Stil verwenden. Probiere einfach aus was dein Hund gerne mag und zaubere ihm ein leckeres Hundeeis.

Pfotenbalsam für Hunde

Kalte Temperaturen, Streusalz auf Straßen und Gehwegen, Schnee oder lange Touren strapazieren die Pfoten deines Hundes. Um die empfindlichen Ballen vor Austrocknung und Rissen zu schützen kannst du die Pfoten deines Hundes mit einem speziellen Balsam eincremen. Wie du so ein Pfotenbalsam für Hunde selbst herstellen kannst erfährst du hier.

Selbstgemachter Pfotenbalsam für Hunde oder auch Katzen

Einen Pfotenbalsam bekommst du zwar auch im Handel, allerdings enthalten diese Produkte oft unnötige Zusatzstoffe oder sind sehr teuer. Wenn du dein eigenen Pfotenbalsam herstellst, weißt du was drinsteckt und kannst genau die Inhaltsstoffe verwenden, die du brauchst. Ein selbstgemachter Pfotenbalsam ist auch ein schönes Geschenk für andere Hundebesitzer*innen und kann auch für Katzen verwendet werden.

Für ca. 100g Pfotenbalsam benötigst du 40g Bienenwachs, 40g Kokosöl, 25ml Olivenöl, 1 Teelöffel Arnikablüten, 1 Esslöffel Ringelblumenblüten und 10 Tropfen Lavendelöl. Achte darauf, dass du reine, qualitativ hochwertige Produkte, am besten in Bio-Qualität verwendest um das beste Ergebnis zu erzielen.

Starke Inhaltsstoffe

Die Grundlage des Balsams bilden natürliche Fette bzw. Öle. Sie sorgen dafür, dass der Pfotenbalsam einen pflegenden und schützenden Effekt hat. Die Kombination aus verschiedenen Ölen sorgt auch dafür, dass der Balsam schön geschmeidig ist und sich gut auftragen lässt.

Bienenwachs bildet einen Schutzfilm auf der Haut, vermindert Reizungen und Trockenheit, beugt Entzündungen vor und hält Bakterien fern. Kokosöl besitzt ebenfalls antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Außerdem spendet es Feuchtigkeit und pflegt die Pfoten deines Vierbeiners. Olivenöl wirkt feuchtigkeitsspendend und der hohe Vitamin-E-Gehalt macht die Haut elastischer und unterstützt die Zellerneuerung.

Ich verwende zusätzlich getrocknete Arnika und Ringelblume sowie ein Lavendelöl um den pflegenden und schützenden Effekt des Pfotenbalsams zu verstärken. Du kannst diese Bestandteile aber auch weglassen oder durch andere ersetzen. Gute Ergänzungen wären auch Manuka, Rosmarin, Melisse, Kamille oder Pfefferminz. Erkundige dich vorher unbedingt über die verschiedenen Wirkungen und die passende Dosierung.

Arnika ist eine Heilpflanze, die häufig in Salben zur unterstützenden Behandlung von stumpfen Verletzungen wie Blutergüssen, Quetschungen oder Prellungen, angewendet wird. Arnika werden entzündungshemmende, schmerzlindernde und antiseptische Eigenschaften zugesprochen. Die Ringelblume wird aufgrund ihrer intensiv pflegenden Eigenschaften häufig in Cremes verwendet. Sie pflegt trockene Haut und repariert rissige Hautstellen. Ringelblume unterstützt die Wundheilung und fördert die Bildung neuer Hautzellen. Damit ist Ringelblume perfekt für die Pfoten deines Hundes. Das Lavendelöl besitzt ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften hilft aber auch gegen Juckreiz und fördert Entspannung und Wohlbefinden.

So stellst du deine Pfotenbalsam für Hunde her

Schritt 1:
Kokosöl bei niedriger Temperatur langsam schmelzen und anschließend mit dem Olivenöl vermengen.

Schritt 2:
Die getrockneten Arnika- und Ringelblumenblüten in ein großes Teesieb füllen und über 1-2 Stunden im Ölgemisch erwärmen. Achte darauf, dass die Mischung nicht anfängt zu kochen. Umso länger du die Pflanzen im Öl erwärmst, desto intensiver wird der Auszug.

Schritt 3:
Das Teesieb mit den Pflanzen aus dem Ölgemisch nehmen und bei Bedarf das Öl durchsieben um Reste der Pflanzen zu entfernen.

Schritt 4:
In die saubere, noch warme Ölmischung das Bienenwachs und das Lavendelöl einrühren.

Schritt 5:
Den noch flüssigen Balsam in ein Glas füllen und abkühlen lassen.

Deinen fertigen Pfotenbalsam lagerst du am besten lichtgeschützt und an einem kühlen Ort. Achte darauf, dass dein Balsam nicht durch Schmutz verunreinigt wird, dann hält er sich durchaus bis zu einem Jahr.

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