Hundeschule für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung

Schlagwort: Fehlerquellen im Training

Clickertraining

Wie du durch Clickertraining den Lernerfolg von dir und deinem Hund beeinflussen kannst

Mittlerweile weiß man, dass man im Hundetraining die besten Lernerfolge über positive Verstärkung bekommt. Bei der positiven Verstärkung bekommt der Hund Gutes für Gutes, das heißt für ein Verhalten, das wir als richtig empfinden wird der Hund z.B. mit Futter belohnt. Wiederholen wir das immer und immer wieder, wird der Hund das Verhalten öfter zeigen. Es lohnt sich für ihn. Clickertraining, also die Arbeit über ein Markerwort oder Markersignal, unterstützt dieses Prinzip und verbessert dein Training.

Wie funktioniert Clickertraining

Bei Clickertraining konditionieren wir den Hund auf ein Markersignal oder ein Markerwort. Dieses Signal oder Wort soll dem Hund vermitteln, „dass was du gerade tust ist richtig und es gibt eine Belohnung“. Das Geräusch des Clickers ist deswegen immer eine Ankündigung für eine Belohnung.

Der erste Schritt im Clickertraining ist also die klassische Konditionierung über ein Markersignal oder ein Markerwort. Für die Arbeit mit einem Clicker heißt das dann, jedes Mal, wenn du klickst bekommt dein Hund eine Belohnung. Erstmal einfach so, ohne viel Anstrengung. In der Regel genügen hier wenige Wiederholungen, bis dein Hund verstanden hat, „klick“ bedeutet ich bekomme eine Belohnung.

Dein Hund hat also gelernt, „klick“ bedeutet ich bekomme eine Belohnung. Doch das ist nicht alles. Wenn dein Hund von dir eine Belohnung bekommt werden im Gehirn Glückshormone ausgeschüttet, er freut sich und hat ein gutes Gefühl. Diese positiven Emotionen verknüpfen wir ebenfalls mit dem Geräusch des Clickers und damit erreichen wir, dass dein Hund sich gut fühlt, noch bevor er die eigentliche Belohnung bekommen hat. Du kannst dir das wie die Vorfreude auf Weihnachten oder andere Feste vorstellen.

Die Vorteile von Clickertraining

Wenn wir unseren Hund für gutes Verhalten belohnen möchten müssen wir schnell sein. Für schnelle Lernerfolge wird der Hund, für gutes Verhalten, am besten in unter zwei Sekunden belohnt. Wer mit dem Clickertraining anfängt merkt schnell, wie langsam man eigentlich ist. Aber das Gute an der Sache ist, wir können uns verbessern. Durch Clickertraining können wir unser Timing verbessern und gutes Verhalten viel schneller belohnen.

Dadurch das wir schneller werden und der Hund gelernt hat, dass der Klick eine Belohnung bedeutet, können wir auch viel gezielter Verhalten belohnen. Indem wir genau dann klicken, wenn der Hund gutes Verhalten zeigt, markieren wir das Verhalten. Wir verbessern also nicht nur unser Timing, sondern auch unsere Kommunikation.

Besseres Timing, bessere Kommunikation und viele positive Gefühle führen am Ende dazu, dass wir deutlich schnellere Lernerfolge erzielen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir durch unterschiedliche Marker auch die Möglichkeit haben unserem Hund beizubringen welche Belohnung er wo bekommt. Für manche Hunde kann das sehr sinnvoll sein und die eigentliche Belohnung nochmal deutlich besser machen.

Clicker, Markersignal und Markerwort

Wenn wir Clickertraining lesen denken wir erstmal ganz klassisch an Menschen die einen sogenannten Clicker in der Hand haben und klicken, sobald der Hund gutes Verhalten zeigt. Clickertraining funktioniert aber nicht nur mit einem Clicker. Möglicherweise „clickerst“ du auch schon ohne es zu wissen.

Denn, wer keinen Clicker nutzen möchte kann sich auch für ein alternatives Markersignal oder ein Markerwort entscheiden. Die klassische Konditionierung erfolgt dann nicht über das Geräusch des Clickers, sondern über ein anderes Geräusch oder ein Wort. Beliebte Alternativen sind zum Beispiel das Schnalzen mit der Zunge oder die Wörter „klick“, „top“, „Bingo“, „yes“ oder „ping“. Der Vorteil, man hat seine Stimme immer dabei und die Hände frei.

Kann man auch was falsch machen?

Die Fehlerquellen beim Clickertraining sind relativ gering und wenn dann doch mal was schiefläuft, dann hält sich der „Schaden“ aufjedenfall in Grenzen. Trotzdem gibt es ein paar wichtige Regeln an die du dich halten solltest.

Das Markersignal oder Markerwort markiert ein gutes Verhalten. Es wird also nur geklickt, wenn dein Hund ein Verhalten zeigt, dass du gut findest und verstärken möchtest. Es wird nicht geklickt um den Hund zu dir zu locken!

Wie schon erwähnt kündigt das Markersignal eine Belohnung an und die sollte auch immer folgen. Ohne die Belohnung würde das Markersignal irgendwann an Bedeutung verlieren und zu einem völlig uninteressanten Geräusch oder Wort werden. Die einzige Ausnahme ist, wenn dein Hund in einer Situation ist, in der keine Belohnung annehmen kann. Sollte das der Fall sein kannst du trotzdem gutes Verhalten durch klicken markieren. Dann ist es aber besonders wichtig, denn Belohnungsakku im Anschluss wieder aufzuladen.

Zu guter Letzt kann es dir passieren, dass du, vor allem durch falsches Timing, ein anderes Verhalten markierst und belohnst als du geplant hattest. Wenn dir das passiert leg am besten eine kleine Pause ein und arbeite anschließend an deinem Timing.

Fazit

Clickertraining ist für jedes Mensch-Hund-Team geeignet. Es kann dir helfen dein Timing und die Kommunikation zwischen dir und deinem Hund zu verbessern. Markersignale oder Markerworte können Belohnungen aufwerten und deinem Hund vermitteln, dass er etwas richtig macht, wenn er gerade keine Belohnung annehmen kann.

Jeder kann „Clickern“ lernen und einfach und schnell in sein Training einbauen. Fehlerquellen gibt es nur wenige. Also worauf wartest du? 🙂

Der Trick mit der Leinenführigkeit

So übst du die Leinenführigkeit mit deinem Hund

Wenn ich unterwegs Menschen mit Hund sehe, sehe ich ganz oft einen Hund der wie verrückt einen völlig genervten Menschen hinter sich her zieht. Um das unangenehme ziehen und zerren zu vermeiden lassen viele Menschen ihre Hunde einfach frei laufen oder wechseln zu einer Flexileine. Dabei ist Leinenführigkeit etwas sehr Wichtiges. Damit du nicht zu den genervten Haltern gehörst, solltest du von Anfang an die Leinenführigkeit mit deinem Hund üben. Wie, erfährst du hier. 🙂

Die wichtigsten Tipps zum Üben der Leinenführigkeit

Das wichtigste beim Trainieren der Leinenführigkeit: Timing und Konsequenz. Ohne Timing und Konsequenz wird es sehr viel länger dauern bis du Ergebnisse im Training siehst. Wenn du dir also vornimmst an der Leinenführigkeit deines Hundes zu arbeiten achte darauf, dass du nicht abgelenkt bist, Zeit hast und schnell reagierst. Damit das Ganze Alltagstauglich wird übe auf jedem Spaziergang immer nur 5-10 Minuten. Je nachdem wie gut dein Hund sich konzentrieren kann.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um dem Hund zu signalisieren: Achtung, jetzt trainieren wir das Laufen an lockerer Leine. Mein persönlicher Favorit ist, dass der Hund sich den Rest des Spaziergangs im Freilauf befindet. Freilauf ist natürlich nur möglich wenn der Hund sich nicht zu weit von mir entfernt und der Abruf zuverlässig funktioniert. Zum Thema Abruf gibt es bereits einen Beitrag. Wenn der Hund nicht frei laufen kann, kann eine Kombination aus Halsband und Geschirr im Training hilfreich sein. Ist die Leine am Halsband bedeutet das für den Hund: Wir trainieren jetzt das Laufen an lockerer Leine und ist die Leine am Geschirr hast du Freizeit. Damit der Hund dann nicht immer am Geschirr zieht nutzt du am besten eine Schleppleine. 10 Meter sind übrigens völlig ausreichend. Dadurch lernt der Hund ganz nebenbei auch noch, dass er sich über einen bestimmten Radius von dir wegbewegen soll.

WICHTIG! Wenn du die Leine am Halsbanddeines Hundes befestigst musst du die Schleppleine auf 1,5-2 Meter aufwickeln oder eine andere Leine benutzen. Die Schleppleine sollte niemals in voller Länge am Halsband befestigt werden. Achte bitte auch auf ein gut sitzendes Geschirr.

Das Timing in der Leinenführigkeit

Die beiden genannten Methoden ermöglichen dir im Training 100% Konsequent zu sein ohne den Hund zu überfordern. Pausen im Training sind sehr wichtig damit keiner den Spaß am Lernen verliert. Der zweite wichtige Faktor im Training ist das Timing. Wenn dein Hund an der Leine zieht, die Leine also stramm ist, bleib sofort stehen und zwar so lange bis dein Hund von alleine auf die Idee kommt sich in deine Richtung zu bewegen. Er wird NICHT angesprochen und auch NICHT mit einem Leckerchen gelockt. Sobald die Leine durch den Hund gelockert wurde gehst du sofort weiter. An lockerer Leine darf der Hund ununterbrochen stimmlich gelobt werden. Sobald die Leine wieder stramm ist verstummen wir. Leckerchen benutze ich im Training der Leinenführigkeit so gut wie nie. Je nach Trainingsstand deines Hundes bzw. je nachdem wie stark er in der Leine hängt gibt es vielleicht ein Leckerchen wenn er 15-20 Schritte an lockerer Leine gelaufen ist.

Sofort heißt übrigens direkt, auf der Stelle. Warte nicht erst bis dein Hund ganz zu dir zurückgekommen ist, dich anschaut oder sich hinsetzt. In dem Moment in dem er durch seine Bewegung die Leine lockert gehst du weiter und lobst ihn stimmlich. Achte auch darauf, dass dein Arm nicht als Leinenverlängerung fungiert. Am besten steckst du die Hände in deine Jackentasche oder verschränkst sie vor oder hinter deinem Körper.

Durch diese Methode lernt der Hund, dass er sein Ziel nur erreicht wenn er sich deinem Tempo und dir anpasst. Im ersten Schritt lernt der Hund deshalb nur, dass die Leine locker sein soll. Wir achten nicht darauf wo er läuft (links, rechts, vorne, hinten) und wir achten auch nicht darauf ob er uns anschaut. Erst mal muss er verstehen, dass er für die lockere Leine verantwortlich ist.

Weitere Möglichkeiten im Training

Stehen bleiben ist eine Möglichkeit um dem Hund zu vermitteln, dass die Leine locker sein soll. Andere Möglichkeiten sind Richtungswechsel oder Schlangenlinien. Die Richtung wechselst du im Idealfall schon bevor der Hund an der Leine zieht. Wenn du in die entgegengesetzte Richtung läufst gib deinem Hund genug Zeit zum reagieren. Reiß ihn nicht einfach mit und geh auch nicht weiter wenn er gerade sein Geschäft macht. Gelobt wird der Hund wenn er an lockerer Leine mitkommt. Es gibt Hunde die nach mehrmaligem Richtungswechsel völlig überdrehen und ein kleines Spiel daraus machen. Achte also genau auf deinen Hund und wenn du das Gefühl hast, dass er so noch mehr an der Leine zieht dann wechsle nur sehr, sehr selten die Richtung.

Schlangenlinien oder Achten laufen sind super um der Leinenführigkeit den letzten Schliff zu geben, also starte damit erst wenn dein Hund schon verstanden hat was du von ihm willst. So lernt dein Hund noch mehr auf dich zu achten und nicht einfach die Seite zu wechseln. Sobald er versucht in deine Richtung zu laufen bzw. die Seite zu wechseln gehst du auf ihn zu oder stellst dich vor ihn. Zieht dein Hund zu etwas Interessantem an seiner Seite? Geh von ihm weg. Auch hier musst du sehr genau auf deinen Hund achten. Laufe nicht permanent in Schlangenlinien oder grenze ihn durch Achten laufen ein.

Fehlerquellen im Training

Die häufigsten Fehlerquellen im Training der Leinenführigkeit sind Timing und Konsequenz. Wenn du im Training keine Fortschritte machst frag dich zuerst ob du immer 100% konsequent bist und ob du schnell genug reagierst. Eine weitere Fehlerquelle ist die Belohnung. Mach dir klar für was du deinen Hund belohnen möchtest. Im Idealfall für das Laufen an lockerer Leine. Aufmerksamkeit, mit dem Hund sprechen ist eine Belohnung. Deswegen ist es wichtig, dass du deinen Hund nicht ansprichst wenn er an der Leine zieht und du ihm auch nicht ankündigst wenn du die Richtung wechselst. Er soll selbst aktiv werden und auf dich achten. Belohne ihn nicht dafür, dass er sich in deine Richtung bewegt und auch nicht dafür, dass er an deiner mit Leckerchen gefüllten Hand klebt.

Damit sind wir auch schon bei einer weiteren Fehlerquelle. Deine Hände haben während dem Training nichts in der Leckerchen Tasche zu suchen. Es gibt ja, wenn überhaupt, nur ein Leckerchen wenn der Hund schon mehrere Schritte an lockerer Leine mitgekommen ist. Zu guter Letzt kann auch der Trainingsort eine Fehlerquelle sein. Trainieren an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeit. Wird Leinenführigkeit immer nur in einer Straße trainiert wird sie auch immer nur da funktionieren.

Wenn du das Training jetzt noch mit Ruhe, Geduld und Ausdauer angehst, deinen Hund nicht überforderst und von ihm nicht gleich alles auf einmal verlangst hast du in null Komma nichts einen Hund der wunderbar an lockerer Leine läuft. Sollte für deinen Hund Ablenkung, Menschen, Autos, Fahrräder oder andere Hund ein Thema sein übe die Leinenführigkeit erst in reizarmer Umgebung. Begegnungen sind dann nochmal ein Thema für sich.

Viel Spaß beim Training. 🙂

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