Hundeschule für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung

Kategorie: Hundegesundheit

B.A.R.F. – Artgerechte Rohfütterung von Hunden

Die Artgerechte Ernährung mit B.A.R.F. – Das Geheimnis von rohem Futter

Als Hundebesitzerin und angehende Hundegesundheitstrainerin liegt mir die artgerechte Ernährung des Hundes natürlich sehr am Herzen. Ich habe mich Anfangs selbst durch den großen Jungle der Futterindustrie probiert bis ich schließlich beim B.A.R.F. – der artgerechten Rohfütterung von Hunden hängengeblieben bin. Als Duke bei uns eingezogen ist hat er das Futter bekommen das er schon vom Züchter gewohnt war. Schon nach kurzer Zeit war klar, so wirklich gut bekommt es ihm nicht. Hautausschlag, Durchfall und wunde Pfoten waren scheinbar das Ergebnis einer Futterunverträglichkeit. Mehrfach haben wir das Trockenfutter gewechselt allerdings immer nur mit kurzem Erfolg.

Duke war kein Jahr alt als ich von Trockenfutter auf Rohfütterung umgestellt habe. Was anfangs nach hochkomplexer Wissenschaft aussah war am Ende einfach nur die artgerechte Ernährung des Hundes. Um mich über das Thema B.A.R.F. zu informieren habe ich verschiedenste Internetseiten und Bücher durchgelesen. Ein Buch, das ich an dieser Stelle sehr empfehlen möchte, war die B.A.R.F.-Broschüre von Swanie Simon. Mithilfe dieser Broschüre habe ich Duke innerhalb eines Tages einen ausgewogenen Futterplan erstellt und ihn in kurzer Zeit von Trockenfutter auf B.A.R.F. umgestellt. Warum Trockenfutter nicht in den Hund gehört und wie du deinen Hund auch auf artgerechte Ernährung bzw. B.A.R.F. umstellen kannst, erfährst du im Verlauf.

Warum der Hund ein Carnivore ist

Betrachtet man die Abstammung und den Verdauungstrakt des Hundes etwas genauer dann merkt man schnell, dass trockenes, verarbeitetes Hundefutter eigentlich eher weniger was im Körper unseres Tieres zu suchen hat.

Dass der Hund vom Wolf abstammt, ist heute ganz klar belegt und der frisst, wie wir alle wissen, zum größten Teil Fleisch. Das Gebiss unserer Hunde besteht unter anderem aus Eckzähnen zum Greifen der Beute und aus kräftigen Backenzähnen, die zum Durchtrennen von Fleisch und Knochen dienen. Sein Magen ist um ein vielfaches größer als der von Pflanzenfressen. Das ist in der Natur durchaus sinnvoll. Beutegreifer, wie der Wolf, wissen nicht wann sie den nächsten Jagderfolg haben und somit auch nicht wann sie die nächste Mahlzeit bekommen. Unter Umständen wird dann bei einer Mahlzeit viel mehr Nahrung aufgenommen als eigentlich benötigt.

Jeder kennt es, einmal nicht aufgepasst und schon frisst der Hund den Kot eines anderen Tieres, räumt die Mülltonnen leer oder leckt an einem Kadaver der wahrscheinlich schon Tage am Straßenrand liegt. Der Grund warum der Hund nicht direkt an einer schweren Lebensmittelvergiftung erkrankt ist, dass seine Magensäure um ein vielfachen saurer ist als die des Menschen. Der Anteil der Salzsäure ist sogar 10-mal so hoch.

Zum Schluss ist der Darmtrakt des Hundes deutlich kürzer als der von Pflanzenfressern. Diese benötigen zwischen vier und fünf Tagen um Mahlzeiten komplett zu verdauen. Bei einem Hund sind es gerade mal 24 Stunden (maximal).

Was genau ist B.A.R.F. und wie funktioniert es?

B.A.R.F. – Artgerechte Rohfütterung von Hunden oder auch Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. B.A.R.F. ist einfach ein Begriff der den Zustand des Futters beschreibt. Um es natürlich, artgerecht und ausgewogen zu gestalten, versucht man die Ernährung von Wölfen zu imitieren. Dabei orientiert man sich am Aufbau eines Beutetieres und ergänzt das Ganze durch natürliche Zusätze, die Wölfe instinktiv zu sich nehmen würden. Klingt kompliziert – ist es aber nicht.

Wie du eine B.A.R.F. – Ration berechnest

Wenn man sich den Aufbau von klassischen Beutetieren wie Kaninchen anschaut ergibt sich, übertragen auf die täglichen Mahlzeiten unserer Hunde, folgende Aufteilung. Der tierische Anteil der Mahlzeit beträgt 80%, der pflanzliche 20%. Der tierische Anteil setzt sich dabei aus 50% durchwachsenem Muskelfleisch, 20% Pansen oder Blättermagen, 15% gemischten Innereien und 15% rohen, fleischigen Knochen (RFK) zusammen.

Wie viel Futter euer Hund täglich benötigt ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Zum Beispiel sein natürlicher Grundumsatz. Wie bei Menschen, gibt es auch Hunde die Ihre Kalorien quasi im Schlaf verbrennen. Diese Hunde benötigen schon ohne etwas zu tun einfach ein bisschen mehr Futter. Daneben spielt natürlich die Aktivität eine große Rolle und auch das Alter und die Jahreszeit sollten nicht ganz unbeachtet bleiben. Die Futtermenge kann also ständig variieren. Grundsätzlich kommen die meisten Hunde aber mit 2-4% ihres eigenen Körpergewichtes aus.

WICHTIG! Wenn du einen Hund hast der zu oder abnehmen soll musst du mit dem Zielgewicht rechnen. Nicht mit dem aktuellen Gewicht deines Hundes. Das willst du ja verändern. 😉

Die Beispielrechnung

Damit das Ganze für dich noch einfacher wird habe ich hier ein kleines Rechenbeispiel für dich. Duke wiegt 63kg, hat einen leicht erhöhten Grundumsatz und ist normal aktiv (meistens jedenfalls 🙂 ). Ich rechne daher mit 3% seines Körpergewichtes. Das macht 1,89 kg / Tag und um es nochmal zu vereinfachen runden wir das ganze auf 1,9 kg. Ja, in eine Dogge passt echt viel Futter. Ich füttere ohne Getreide, daher die Aufteilung 80% tierisch und 20% pflanzlich.

Tagesbedarf:
1,9 kg / 1900 g
tierisch 80% = 1520 gpflanzlich 20% = 380 g
Obst 25%95 g
Gemüse 75%285 g
Muskelfleisch 50%760 g
Pansen 20%304 g
Innereien 15%228 g
RFK 15%228 g
Beispiel: Aufteilung einer B.A.R.F. – Ration / Tagesbedarf
Muskelfleisch, Rinderfett, Pansen und Innereien

Zack, fertig ist die Grund-Aufteilung der B.A.R.F. – Ration. Grundsätzlich muss dein Hund nicht jeden Tag alle Komponenten der Ration bekommen. Du kannst, je nachdem wie oft du portionieren möchtest, die Menge auf eine Woche, zwei Wochen oder auch einen Monat hochrechnen. Kein Lebewesen der Welt nimmt jeden Tag alle Nährstoffe zu sich und das ist auch nicht notwendig. Es geht darum sich langfristig, ausgewogen und gesund zu ernähren.

Zusätze und andere Inhaltsstoffe in deiner B.A.R.F. – Ration

In meiner Ration ist kein Getreide enthalten. Getreide sollte auch kein Hauptbestandteil von Hundefutter sein. Hunde sind aber durchaus in der Lage Getreide zu verwerten und vielen Hunden schmeckt es auch sehr gut. Wenn dein Hund also Getreide verträgt spricht nichts dagegen es in deiner Ration unterzubringen. Für manche Hunde kann es sogar sehr sinnvoll sein. Da dies ein weiteres sehr umfangreiches Thema ist werde ich es hier aber nicht weiter aufgreifen.

In der Natur würden die Tiere nicht nur Teile von der Beute fressen die es im Handel nicht gibt, z.B. Gehirn, sondern ihren Ernährungsplan auch durch nicht tierische Produkte ergänzen. Erde, Wildpflanzen und Kot von anderen Tieren liefern wichtige Nährstoffe und Enzyme. Damit unsere B.A.R.F. – Ration ausgewogen ist und es den Hunden an nichts fehlt gibt es ein paar sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel.

Fette und Öle

Fette und Öle sind wichtige Energielieferanten und tragen zur Gesunderhaltung des Körpers bei. Du solltest immer darauf achten, dass das Muskelfleisch, welches du verfütterst, einen Fettanteil von 15-25% aufweist. Ist das nicht der Fall rate ich dir unbedingt Fett zuzufüttern. Häufig erkennst du einen zu geringen Fettanteil auch daran, dass der Hund ab- oder nicht zunimmt obwohl die Futtermenge angepasst wurde.

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren die für Hunde essenziell sind. Das heißt, dass sie über die Nahrung aufgenommen werden müssen und der Hundekörper sie nicht selber herstellen kann. Erstes Anzeichen für einen Fettsäuren Mangel sind zum Beispiel Hautprobleme wie Juckreiz oder ein schlechtes Fell. Ich ergänze meine Rationen mit einem hochwertigen Lachsöl. Lachsöl enthält ausreichend Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und kann direkt aufgenommen werden. Einmal die Woche ersetze ich außerdem den Muskelfleischanteil durch eine beliebige Fischsorte. Es gibt viele Öle die zwar in Hinblick auf die Fettsäuren Zufuhr nur begrenzt Sinn machen aber durchaus einen therapeutischen Nutzen haben. Kokosöl, Hanföl, Schwarzkümmelöl, Kürbiskernöl, Nachtkerzenöl oder Leinsamenöl können den Speiseplan zeitweise sehr Sinnvoll ergänzen.

Seealgen / Seealgenmehl

Seealgen versorgen den Hund mit Mineralien, Spurenelementen, Kupfer, Zink und Jod. Sie sind wichtig für die Schilddrüsenfunktion, das Wachstum, die Haut und das Fell. In der Natur würden die Tiere ihren Jodbedarf über Schilddrüsengewebe aufnehmen. Da bei landwirtschaftlich gehaltenen Tieren durch die Gabe von Medikamenten und künstlichen Hormonen alles etwas anders ist als in der Natur ersetzen wir diesen Teil der Nahrung durch Seealgenmehl. Bitte achtet bei der Gabe von Seealgenmehl penibelst genau auf die Dosierung. Eine Überdosierung kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen und die Schilddrüsenfunktion deines Hundes beeinflussen. Wenn du einen Hund hast der bereits Probleme mit der Schilddrüse hat, solltest du die Gabe von Seealgen unbedingt mit deinem Tierarzt abklären.

Weitere Zusätze und andere Dinge die deine B.A.R.F. – Ration ergänzen können

Es gibt noch viele weitere Zusätze die den Speiseplan deines Hundes zeitweise mehr oder weniger sinnvoll ergänzen können. Kräuter oder die oben beschriebenen Öle sind eine Möglichkeit mit denen du den Speiseplan deines Hundes verändern kannst. Bitte beachte dabei immer, dass gerade Kräuter und auch Öle durchaus einen therapeutischen Nutzen haben. Bevor du etwas Zusätzliches fütterst solltest du dir über folgende Punkte Gedanken machen:

  • Warum möchte ich den Zusatz füttern?
  • Welche Wirkung hat der Zusatz auf den Organismus?
  • Welche Nebenwirkungen sind bekannt?
  • Wie lange möchte ich den Zusatz füttern?
  • Wie wird der Zusatz dosiert? Ist eine Überdosierung möglich?

Neben Zusätzen die einen therapeutischen Nutzen haben gibt es natürlich auch Zusätze die normalerweise nicht im Futter deines Hundes landen würden aber problemlos gegeben werden können. Eine solche Ergänzung ist das schon beschriebene Getreide. Aber auch rohes Eigelb oder ganze Eier (mit Schale), Käse und Essensreste können mit verfüttert werden. Ein gesunder Hund verträgt fast alles und kann durchaus mal als Resteverwerter genutzt werden. Zu stark gewürzte Speisen, gekochte oder gegarte Knochen sowie die bekannten No-Gos Schokolade, Zwiebel, Weintraube und Avocado gehören allerdings auf keinen Fall in den Hund!

Noch Fragen zur artgerechten Rohfütterung von Hunden?

Wenn du jetzt für deinen Hund einen Plan erstellt hast bleibt nur noch eins – stell deinen Hund einfach um. Fang mit kleinen Portionen und leicht verdaulichem Futter an und komprimiere die Futtermenge anschließend auf 2 Mahlzeiten am Tag. Bei schwer verdaulichem Futter wie Knochen kannst du dich von gewolften Knochen langsam an ganze Knochen ran tasten. Knochen fütterst du am besten morgens und immer in Kombination mit anderen Bestandteilen. Genauso handhabe ich es mit Pansen oder Blättermagen. Bei der Knochenfütterung solltest du noch darauf achten, dass keine tragenden Knochen verfüttert werden. Diese sind zu hart und können außerdem den Zähnen schaden.

Wenn der Kot deines Hundes in den ersten Tagen nach der Umstellung etwas flüssig ist, mach dir keine Gedanken. Das ist völlig normal. Das Verdauungssystem muss sich erst an die frische Kost gewöhnen.

Wichtig! Trockenfutter und B.A.R.F. sollten niemals zusammen gefüttert werden. Trockenfutter muss viel länger verdaut werden und quillt im Magen zu mehr als der doppelten Menge auf. Bei diesem Prozess können sich Gase bilden die in Kombination mit rohem Futter verschiedene Verdauungsprobleme und sogar Magendrehungen verursachen können.

Wenn ihr euren Hund umgestellt habt kann es sein, dass ihr euren Plan hier und da noch ein bisschen anpassen müsst. Achtet auf euren Hund! Wie verhält er sich, wie sieht er aus? Wenn ihr das Gefühl habt er ist immer hungrig, er nimmt ab oder sein Fell glänzt nicht mehr so schön, verändert den Fettanteil, das Öl, oder evtl. auch die Futtermenge. Hört ein bisschen auf euer Baugefühl und lasst euch nicht durch Internetforen verunsichern! Wenn ihr Hilfe benötigt dann wendet euch an einen kompetenten B.A.R.F. – Berater oder an einen fachkundigen Tierarzt. Denkt immer daran ihr wollt einfach nur eure Hunde füttern und keinen Nobelpreis gewinnen. B.A.R.F. – Artgerechte Rohfütterung von Hunden… So einfach ist das.


Hier erfährst du wie Anti-Zecken-Leckerlis ganz einfach selber machen kannst

Hausapotheke für Hunde

Was gehört in die Hausapotheke für deinen Hund?

Eine Notfallapotheke oder ein Erste-Hilfe-Set für Menschen haben wir wohl alle Zuhause. Was aber wenn sich der geliebte Vierbeiner spät abends oder am Wochenende verletzt oder einfach nur eine Magenverstimmung hat? Der Notdienst des Tierarztes ist oft unverschämt teuer und sollte auch nur in wirklichen Notfällen in Anspruch genommen werden. Was in deiner Hausapotheke für Hunde nicht fehlen sollte und wie du einen Notfall erkennst erfährst du hier.

Grundausstattung für die Hausapotheke

Blutende Wunden, Kratzer und ausgerissene Krallen sind typische Verletzungen auf Spaziergängen oder beim Spielen mit anderen Hunde. Um Blutungen zu stoppen und die Wunde vor Verunreinigungen zu schützen sollte in jedem Fall richtiges Verbandsmaterial in der Hausapotheke für Hunde vorhanden sein. Kompressen, Mullbinden und Heftpflaster finden sich in jedem handelsüblichen Verbandskasten. Da Hunde sich häufig an den Pfoten verletzen benötigst du unbedingt Verbandswatte oder Polsterwatte um die empfindlichen Zehenzwischenräume zu schützen. Auch selbsthaftende Verbände oder wasserfestes Klebeband sollten in deinem Verbandskasten nicht fehlen.

Neben einer Verbandsschere mit abgerundetem Kopf ist es sinnvoll eine scharfe Schere im Verbandskasten zu haben. Besonders wenn du einen Hund mit langem Fell hast. Mit dieser Schere entfernst du vorsichtig die Haare rund um die Wunde. So verhinderst du, dass Haare einwachsen oder die Wunde verunreinigen.

Bevor du deinen Hund verbindest musst du natürlich die Wunde entsprechend reinigen. Am besten spülst du die Wunde erst mal unter fließendem Wasser ab und desinfizierst sie anschließend mit Betaisodona oder einer anderen Wunddesinfektion für Tiere. Einwegspritzen ohne Kanüle können hierbei sehr nützlich sein. Splitter, Dornen oder Scherben solltest du, wenn möglich, vorsichtig mit einer sauberen Pinzette entfernen. Wenn du dir unsicher bist oder dein Hund nicht stillhält fahre aufjedenfall zu Tierarzt. Niemals in einer Wunde herumstochern oder tiefer in die Wunde gehen. Meistens verschlimmerst du so den Zustand der Wunde.

Weitere nützliche Dinge, die in deiner Hausapotheke für Hunde nicht fehlen sollten

Eine Pinzette wurde ja bereits erwähnt. Sie ist das Hilfsmittel Nummer eins wenn es darum geht Splitter und Dornen aus Wunden und Pfoten zu entfernen. Eine Pinzette sollte keinesfalls eine Zeckenzange ersetzten. Beim Entfernen von Zecken ist besonders wichtig, den Kopf der Zecke nicht zu quetschen und diesen vollständig zu entfernen. Mit einer Pinzette lässt sich die Zecke häufig nicht richtig fixieren. Außerdem ist sie meistens zu scharf, sodass der Kopf der Zecke abgerissen wird. Zecken werden entfernt, indem man die Zecke mit der Zeckenzange (oder Ähnlichem) direkt über der Haut des Hundes greift und im Uhrzeigersinn rausdreht.

Eine Krallenzange sollte ebenfalls in keiner Hausapotheke für Hunde fehlen. Eingerissene oder abgerissene Krallen kannst du kürzen und die Wunde anschließend verbinden. Weil Krallenzangen aus dem Handel häufig nicht scharf genug sind, habe ich mir eine von meinem Tierarzt besorgt.

Hunde haben eine normale Körpertemperatur (rektal gemessen) von 37,5 – 39,0°C. Bei Welpen können es sogar bis zu 39,5°C sein. Fieber ist eine Reaktion des Körpers um Krankheitserreger abzutöten und das Immunsystem anzuregen. Daher gehört in jede Hausapotheke für Hunde ein Fieberthermometer um die Temperatur deines Vierbeiners im Krankheitsfall zu überprüfen. Ab eine Körpertemperatur über 41°C können Schäden am zentralen Nervensystem, an den Nieren oder am Herz entstehen. Dein Hund gehört dringend in die Hände eines Tierarztes solltest du feststellen, dass er eine so erhöhte Körpertemperatur hat. Sollte sich das Fieber über einen längeren Zeitraum halten oder einen sehr jungen oder alten Hund betreffen, solltest du auch hier nicht zögern und einen Tierarzt aufsuchen.

Natürliche Arzneimittel für deine Hausapotheke

Verschreibungspflichtige und chemische Arzneimittel solltest du nur in Rücksprache mit deinem Tierarzt anwenden. Auch Arzneimittel aus der Humanmedizin gehören nicht in deinen Hund. Ibuprofen und Aspirin können schon in kleinen Mengen zu Vergiftungen und inneren Blutungen führen. Daher solltest du in deiner Hausapotheke für Hunde auf natürliche Arzneimittel zurückgreifen. Hier ein paar meiner Favoriten.

Kolloidales Silberwasser

Die Heilkraft des Silbers war früher sehr viel bekannter als heute. Antibiotika und Co. verdrängten Silberwasser allmählich aus der Medizin und es geriet in Vergessenheit. Kolloidales Silberwasser ist eine Flüssigkeit aus destilliertem Wasser und kleinsten hochreinen Silberteilchen. Mit kolloidalem Silberwasser hast du ein hochwirksames Mittel gegen Bakterien, Viren und Pilze in deiner Hausapotheke. Durch die abtötende Wirkung auf Einzeller werden Entzündungen gehemmt, die Wundheilung verbessert und das Immunsystem gestärkt. Du kannst es zur Reinigung und Desinfektion von Verletzungen und Wunden sowie Hauptproblemen aller Art anwenden. Auch für die innerliche Anwendung ist es geeignet. Bei Infektionskrankheiten aller Art, Fieber, Husten und Schnupfen ist kolloidales Silberwasser die erste Wahl aus meiner Hausapotheke für Hunde. 3x täglich 5-10 ml sollten für deinen Hund vollkommen ausreichend sein. Als Kur kannst du es nutzen um das Immunsystem deines Hundes zu stärken. Als Dauermedikation ist kolloidales Silberwasser jedoch ungeeignet.

Heilerde

Heilerde ist eine Erde mit einer speziellen Zusammensetzung die zu einem sehr feinen Pulver gemahlen wurde. In Heilerde stecken viele Mineralien und Spurenelemente die in der letzten Eiszeit zu Löss wurden der dann vom Hersteller aufbereitet wird. Heilerde bekommt man von der Firma Luvos in unterschiedlichen Feinheitsgraden für die verschiedenen Anwendungsgebiete. Überschüssige Säure wird durch Heilerde gebunden. Bakterien und Gifte werden von der Heilerde wie ein Schwamm aufgesaugt. Sodbrenne, Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall kannst du durch die Gabe von Heilerde verbessern. Da Heilerde Flüssigkeit bindet solltest du immer darauf achten, dass dein Hund ausreichend trinkt. Zu viel Heilerde im Futter kann zu Verstopfungen führen, daher solltest du die Dosierung langsam anpassen. Für die innerliche Anwendung kannst du deinem Hund 2-3g (bis 20 kg Körpergewicht) Heilerde ins Futter mischen. Größere Hunde können bis 5g Heilerde täglich bekommen.

Äußerlich kannst du Heilerde bei Entzündungen, Hauptproblemen oder Wunden anwenden. Als warme und kalte Auflage, in Bädern oder auch als Puder. Warme Auflagen steigern die Durchblutung und entspannen die Muskeln. Kalte Auflagen eignen sich bei Entzündungen, Verbrennungen und Insektenstichen. Bei nässenden Wunden kannst du Heilerde als Puder anwenden. Achte darauf, dass die Wunde anschließend richtig gepflegt wird um nicht erneut einzureißen.

Kokosöl

Kokosöl darf in keiner Hausapotheke fehlen. Mit Kokosöl hast du ein absolut unbedenkliches Mittel mit vielseitigen Behandlungsmöglichkeiten. Du kannst Kokosöl zur Wundversorgung und Pflege, zum Schutz bei Hauptproblemen und Entzündungen oder als Insektenschutzmittel anwenden. Dazu musst du einfach die betroffene Stelle deines Hundes mit dem Öl einreiben. Die im Kokosfett enthaltende Laurinsäure wirkt positiv auf den Stoffwechsel und zerstört die Hülle von Krankheitserregern. Durch die antimikrobielle Wirkung kannst du Kokosöl bei Infektionen, Erkältungen und Entzündungen anwenden. Auch bei Würmern und anderen Parasiten kann mit Kokosöl gearbeitet werden. 1/2 Teelöffel – 1 Esslöffel im Futter deines Hundes sind dabei völlig ausreichend. Achte beim Kauf von Kokosöl immer auf hochwertige Qualität die möglichst frei von Pestiziden ist.

Traumeel

Ein sogenanntes Kombinationspräparat aus unterschiedlichen homöopathischen Wirkstoffen. Traumeel wirkt auf deinen Hund schmerzstillend und entzündungshemmend. Eingesetzt wird es vor allem bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Aber auch bei anderen Verletzungen wie Prellungen oder Sehnenentzündungen kannst du Traumeel als natürliches Schmerzmittel geben. Traumeel ist in den unterschiedlichsten Formen auch speziell für Hunde beziehungsweise Tiere in der Apotheke erhältlich. Die Dosierung erfolgt nach Packungsbeilage.

Rescue-Remedy Tropfen

Rescue-Remedy Tropfen gelten als eine besonders wirksame Blütenmischung. Sie enthalten die Bachblüten Rock Rose, Impatiens, Clematis, Star of Bethlehem und Cherry Plum. Der Einsatzbereich dieser Mischung ist geradezu Grenzenlos. Du kannst deinem Hund bei Schockzuständen zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Bissverletzung alle paar Minuten ein paar Tropfen direkt auf die Maulschleimhaut geben. Eine Überdosierung ist nicht möglich. Auch vor Tierarztbesuchen, nach Operationen oder bei Schmerzen können die Tropfen gegeben werden. Rescue-Remedy Tropfen sind Notfalltropfen um den Hund in außergewöhnlichen Situationen zu unterstützen. Sie eignen sich daher nicht für eine Gabe über einen längeren Zeitraum. Da die Tropfen häufig Alkohol enthalten ist es sinnvoll bei empfindlichen Hunden auf Globuli zurückzugreifen.

Echte Notfälle bei der die Hausapotheke für deinen Hund nicht weiterkommt

Eine gute Hausapotheke und die richtigen Erste-Hilfe Maßnahmen können deinem Hund das Leben retten. Du gewinnst wertvolle Zeit auf dem Weg zum Tierarzt und verhinderst wohl möglich gefährliche Infektionen wenn Wunden richtig versorgt werden. Trotzdem solltest du im Ernstfall nicht zögern und dich direkt auf den Weg zum Tierarzt machen. Wenn dein Hund über einen längeren Zeitraum starken Durchfall hat oder immer wieder Erbricht besteht die Gefahr, dass er dehydriert. Auch lang anhaltendes, hohes Fieber muss von einem Tierarzt behandelt werden und Knochenbrüche, stark blutende und tiefe Wunden erfordern unter Umständen eine Operation. Jeder Tierarzt besitzt ein Telefon, sobald du dir also nicht sicher bist ob es sich um einen Notfall handelt, kontaktiere ihn oder fahre direkt in die Klinik.

Anti-Zecken-Leckerlis

Selbstgemachte Anti-Zecken-Leckerlis

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Zecken haben im Moment wieder Hochsaison. Durch ihren Speichel können sie Krankheiten wie Borreliose oder Anaplasmose übertragen. Daher musst du Zecken, wenn sie einmal zugebissen haben, direkt mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange vom Körper deines Hundes entfernen. Wichtig ist, dass du den Zeckenkopf beim Entfernen nicht quetschst und unbedingt mit entfernst. Damit die Zecken gar nicht erst zubeißen gibt es im Handel sämtliche Arzneimittel die ein Zeckenbiss verhindern oder die bewirken, dass die Zecke direkt nach dem Biss stirbt und abfällt. Da ich am liebsten auf chemische Mittel für meine Tiere verzichte, habe ich die letzten Jahre einiges ausprobiert. Meine Favoriten in der natürlichen Zeckenabwehr sind Schwarzkümmelöl und Kokosöl. Mit anderen Zutaten kombiniert lassen sich daraus super einfach selbstgemachte Anti-Zecken-Leckerlis herstellen.

Die Zutaten

Für die selbstgemachten Anti-Zecken-Leckerlis benötigst du:
100 Gramm Kokosöl
10 Milliliter Schwarzkümmelöl
20 Gramm Bierhefe
30 Gramm Zistrose-Extrakt

Außerdem benötigst du eine Schüssel, einen Löffel und Silikonförmchen.

Bevor es aber mit der Zubereitung weitergeht erst mal ein kleiner Exkurs zu den Inhaltsstoffen.

selbstgemachte Anti-Zecken-Leckerlis

Die Zutaten

Kokosöl

Kokosöl wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen und enthält wertvolle Laurinsäure. Laurinsäure wirkt positiv auf den Stoffwechsel, auf das Herz-Kreislaufsystem und ist ein natürliches Antibiotikum. Es eignet sich super um Magen-Darm-Probleme, Erkältungen, Entzündungen und Parasiten zu behandeln. Hautprobleme und Wundheilung können mit Kokosöl verbessert werden. Kokosöl wird vorbeugend als Insekten- und Zeckenschutz einsetzen.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl kommt aus dem Orient und wird aus Schwarzkümmelsamen gewonnen. Es ist ein Pfeffer ähnliches Gewürz und wird schon seit zahlreichen Jahren in der Heilkunde angewendet. Das Öl kann innerlich und äußerlich sowohl bei Menschen als auch bei den meisten Tieren angewendet werden. Schwarzkümmelöl unterstützt das Immunsystem, ist schmerzlindernd und entzündungshemmend. Außerdem wirkt es gegen Bakterien und Pilze. Es wirkt entgiftend und fördert die Verdauung. Verletzungen und Verbrennungen heilen bei deinen Hunden durch Schwarzkümmelöl schneller ab und Juckreiz wird gelindert. Und zum Schluss schützt es auch noch vor Zecken und Stechfliegen. Katzen können Schwarzkümmelöl nicht abbauen und dürfen es daher nicht bekommen!

Bierhefe

Bierhefe ist eigentlich ein Nebenprodukt der Bierherstellung, liefert aber wertvolle Nährstoffe und verschiedene B-Vitamine. Darunter zum Beispiel Biotin und Folsäure. Wie auch beim Menschen tragen diese Vitamine zur Erhaltung einer gesunden Haut bei. Außerdem schützten sie deine Hunde vor Darmparasiten und lindern Ekzeme und Hautausschlag. Durch den positiven Einfluss auf die Haut unterstützt uns Bierhefe auch bei der Abwehr von Zecken.

Zistrose

Bei der Zistrose handelt es sich um eine Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum. Sie wirkt entzündungshemmend und lindert Juckreiz. Zistrose wird gegen Keime, Pilze und Viren eingesetzt. Durch die stärkende Wirkung auf Fell, Haut und Schleimhäute ist es eine optimale Ergänzung zur Zeckenabwehr.

Die Zubereitung der selbstgemachten Anti-Zecken-Leckerlis

Für die selbstgemachten Anti-Zecken-Leckerlis fülle das Kokosöl in eine kleine Schüssel und stelle diese in ein Wasserbad mit warmem Wasser. Wenn das Kokosöl flüssig ist fügst du Schwarzkümmelöl, Bierhefe und Zistrose hinzu.
Vermische die Zutaten miteinander, sodass eine homogene Masse entsteht. Um die Leckerlis jetzt in eine passende Form zu bekommen, fülle die Masse in Silikonförmchen und stelle sie in den Kühl- oder Gefrierschrank. Denk daran, dass Kokosöl schnell flüssig wird und die Leckerlis deswegen unbedingt in den Kühlschrank gehören. Du kannst bei der Zubereitung deiner Kreativität freien Lauf lassen. Probiere doch mal das Ganze mit Joghurt und Gelatine zu mischen. So werden aus den Anti-Zecken-Leckerlis, Anti-Zecken-Gummibären.

Ich habe etwas größere Formen genommen und ca. 25 Leckerlis aus den Zutaten gewonnen. Meine Hunde haben es direkt getestet und für gut empfunden.

Selbstgemachte Anti-Zecken-Leckerlis

Die fertigen Leckerlis

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